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Erysipel: Ursachen und Risikofaktoren

Ursache der Wundrose sind Bakterien: Streptokokken. Sie gelangen über kleine Hautverletzungen (oft Fußpilz in den Zehehzwischenräumen) in die Lymphspalten der Haut

aktualisiert am 13.01.2015
Pilzinfektion Wundrose

Bei Fußpilz bilden sich leicht kleine Hautrisse (Rhagaden) zwischen den Zehen – sie können zum Ausgangspunkt eines Erysipels werden


Ein Erysipel wird durch Bakterien ausgelöst. In den meisten Fällen handelt es sich um Streptokokken der Gruppe A, gelegentlich auch der Gruppe B, C oder G. Sie dringen über kleine Schäden in der oberen Hautschicht in die Lymphspalten der Haut ein. Das körpereigene Abwehrsystem wehrt sich gegen die Eindringlinge. Nach etwa ein bis drei Tagen kommt es daher zu einer Entzündung mit entsprechenden Krankheitszeichen (siehe Kapitel Symptome).

Die Erreger verbreiten ich von der Eintrittspforte über die Lymphspalten weiter (erkennbar an zungenförmigen Ausläufern der Rötung, siehe Kapitel Symptome). Die Infektion dehnt sich so auf umliegende Hautregionen aus. Manchmal kann sie die Lymphgefäße befallen, erkennbar an einer länglichen strangförmigen Rötung. (Landläufig wird eine solche Rötung manchmal irrtümlich mit einer Blutvergiftung gleichgesetzt).

Rasche Diagnose und Therapie sind wichtig, sonst drohen zum Teil ernste Komplikationen (siehe Kapitel Symptome und Komplikationen).

Voraussetzungen für ein Erysipel

Die Haut dient als wichtige Barriere gegen Krankheitserreger. Damit überhaupt ein Erysipel entstehen kann, brauchen die Bakterien kleine Hautschäden oder offene Stellen (Erosionen, zum Beispiel infolge Kratzens, Risse) durch welche sie einzudringen vermögen. Solche Schäden entstehen zum Beispiel durch

  • eine Pilzinfektion der Zehenzwischenräume (so genannte Interdigitalmykose) – eine der häufigsten Infektionskrankheiten überhaupt und auch häufigste Eintrittspforte für Streptokokken
  • andere akute und chronische Hauterkrankungen, welche mit kleinen Erosionen einhergehen, Verletzungen, Löcher für Ohrringe oder Piercings, Ekzeme
  • schlecht durchblutete, mangelversorgte Haut.

Durch Kratzen können Streptokokken mit den Fingernägeln unter die obere Hautschicht verschleppt werden.

Folgende Faktoren erhöhen das Risiko, an einem Erysipel zu erkranken:

  • Durchblutungsstörungen der Arterien (PAVK)
  • Venenkrankheiten, chronische Venenschwäche
  • Chronische Störungen im Lymphabfluss, Lymphschwellungen (Lymphödeme). Lymphödeme können auch Folge eines unzureichend behandelten Erysipels sein, da es die Lymphgefäße zerstört – ein Grund für Rückfälle (Rezidive) des Erysipels.
  • Abwehrschwäche (auch durch Medikamente, die das Immunsystem dämpfen)

Ein weiterer, leider kaum beeinflussbarer Risikofaktor für eine Wundrose ist ein hohes Lebensalter: Ältere Menschen sind überdurchschnittlich häufig von einem Erysipel betroffen.

Es empfiehlt sich daher ganz allgemein, (Haut-)Krankheiten rasch behandeln zu lassen, die Haut gut zu pflegen und regelmäßig auf Schäden zu überprüfen. Das ist vor allem bei Diabetes mellitus wichtig. Denn diese Krankheit kann die Schmerzempfindlichkeit herabsetzen – mit der Folge, dass kleine Wunden zum Beispiel an den Füßen leicht übersehen werden. Diabetes mellitus ist auch ein wichtiger Risikofaktor für andere Haut- und Weichgewebsinfektionen, wie die begrenzte oder auch schwere Phlegmone, verursacht durch Staphylokokken oder andere Bakterien wie gramnegative Darmbakterien.

Was man tun kann, um einem Erysipel vorzubeugen, lesen Sie im Kapitel Therapie.