{{suggest}}


Erysipel: Diagnose

Der Arzt stellt die Diagnose Erysipel üblicherweise anhand der charakteristischen klinischen Symptome

aktualisiert am 13.01.2015
Blutprobe

Verdacht auf Erysipel: Eine Blutuntersuchung kann die Diagnostik ergänzen


Der Arzt fragt den Patienten nach seinen Beschwerden und nach Vorerkrankungen, die ein Erysipel begünstigen könnten – wie Diabetes mellitus, Venenschwäche, Hautpilzinfektionen oder Durchblutungsstörungen (siehe Kapitel Ursachen und Risikofaktoren).

Dann wird der Mediziner die betroffene Hautpartie genau untersuchen. Sichtbare Krankheitszeichen wie schmerzhafte, flächige, glänzende, scharf begrenzte Rötung mit flammen- oder zungenförmigen Ausläufern, dazu Symptome wie Fieber, Frösteln und Abgeschlagenheit, sowie das Vorhandensein von Eintritspforten – diese Konstellation genügt dem Arzt in der Regel, um die Diagnose Erysipel stellen zu können. Zur Untersuchung gehört immer auch die Suche nach den möglichen Eintrittsorten der Krankheitserreger (beispielsweise einem Fußpilz). Diese Eintritspforten und ihre Ursache sollten ebenfalls behandelt werden.

Verwechslungsgefahr mit anderen Krankheiten

Manche andere Krankheiten verursachen ähnliche Symptome wie eine Wundrose und können in der medizinischen Praxis damit verwechselt werden, zum Beispiel

  • eine begrenzte Phlegmone – ebenfalls eine Hautinfektion, aber durch andere Bakterien verursacht. Sie erfordert andere Antibiotika zur Therapie. Im Gesicht auf den Wangen ist diese begrenzte Phlegmone vor allem im Kindesalter nicht immer leicht vom Erysipel zu unterschieden.
  • eine nicht-infektiöse Entzündung am Unterschenkel bei chronischer Venenschwäche – verursacht durch gestaute und ausgetretene Lymphe. Sie zeigt oft eine eher satte Rötung, keine schmalen zungenförmigen, sondern eher breitere Ausläufer, dazu eine deutlichere Gewebeschwellung (Ödem), manchmal auch eine tastbare Verhärtung durch den chronischen Lymphstau.
  • eine entzündungsbedingte Rötung am Wundrand im Rahmen der Wundheilung.
  • eine Venenentzündung oder gar Venenthrombose im Bein. Verdächtig hierfür sind schmerzhafte, strangförmige Verhärtungen oder Schweregefühl und Schwellung im Bein.
  • die Borreliose (Wanderröte nach dem Stich von Borrelien-haltigen Zecken. Mehr dazu im Ratgeber Lyme-Borreliose)

Diese Diagnosen müssen abgegrenzt werden. Fällt die Unterscheidung schwer, liefern Laboruntersuchungen eventuell zusätzliche Hinweise.

Blutuntersuchungen und weitere Diagnostik

Die Blutuntersuchung ergibt beim Erysipel oft sogenannte Entzündungszeichen: Der CRP-Wert, die Blutsenkungsgeschwindigkeit und die Zahl weißer Blutkörperchen (Leukozyten) ist erhöht.

Nach einiger Zeit lassen sich im Blut meist auch bestimmte Antikörper (Abwehrstoffe) gegen die auslösenden Streptokokken nachweisen: Bei Hautinfektionen und Glomerulonephritis steigt meist der Anti-DNAse-B-Titer, bei Racheninfekten und rheumatischem Fieber steigt vor allem der Antistreptolysin-Titer. Allerdings haben viele Menschen schon aufgrund vorangegangener, oft unbemerkter Infektionen mit Streptokokken entsprechende Antikörper im Blut. Hilfreich für die Diagnose wäre also erst ein Anstieg des Titer aufgrund einer (erneuten) Streptokokkeninfektion.

Bestehen Zweifel an der Diagnose Erysipel nimmt der Arzt eventuell einen Abstrich von der betroffenen Stelle, um festzustellen, welche Krankheitserreger nachweisbar sind. So lässt sich beispielsweise eine begrenzte Phlegmone abgrenzen (siehe Kapitel Übersicht).

Im weiteren Verlauf wird der Arzt die mögliche Eintrittsstelle der Krankheitserreger suchen und Faktoren ermitteln, die ein Erysipel begünstigen könnten (siehe auch Kapitel Ursachen und Risikofaktoren). Je nach Fall kommen dabei unterschiedliche Diagnosemethoden zum Einsatz: So kann beispielsweise eine Blutzuckerbestimmung einen Diabetes mellitus (eine Zuckerkrankheit) aufdecken. Ultraschalluntersuchungen der Beine liefern Informationen zur Venengesundheit. Druckmessungen können Durchblutungsstörungen im Bein (eine periphere arterielle Verschlusskrankheit oder PAVK) anzeigen.