Dekubitus: Ursachen und Risikofaktoren

Langes Sitzen oder Liegen führt vor allem bei Älteren und Kranken leicht zu Wundliegen. An den Druckstellen wird die Haut nicht mehr richtig durchblutet
aktualisiert am 03.03.2014

Wer viel Zeit im Bett oder Rollstuhl verbringen muss, ist besonders gefährdet, einen Dekubitus zu erleiden

Jupiter Images GmbH/Creatas Images

Liegen wir zum Beispiel auf dem Rücken im Bett, lastet auf einigen Hautpartien ein besonders hoher Druck – meist an Hinterkopf, Rücken, Schultern, Ellbogen und Fersen. Dies sind Bezirke mit prominenten Knochenanteilen und geringer Weichteilbedeckung.

An diesen Druckstellen werden die Blutgefäße in der Haut durch unser eigenes Körpergewicht etwas zusammen gedrückt, so dass sich die Hautdurchblutung verschlechtert. Kurzfristig ist das gar kein Problem. Sobald wir uns bewegen, uns beispielsweise auf die Seite drehen, verteilt sich der Druck wieder anders. Die zuvor belasteten Hautstellen sind nun vom Druck befreit und erholen sich nach einer gewissen Zeit.

Haut unter Druck

Im Allgemeinen verträgt die Haut Druck von außen ganz gut. Problematisch wird es erst, wenn sie über längere Zeit zusammengedrückt wird – vor allem, wenn weitere Risikofaktoren (siehe weiter unten) dazukommen.

Bewegen wir uns also kaum, hält der Druck auf eine Hautstelle also zu lange an, dann droht ein Dekubitus (Wundliegen). Es kommt zu einem ernsten Versorgungsmangel in der Haut. Schon innerhalb von Stunden kann auch das Gewebe darunter absterben. Typischerweise entwickelt sich ein Dekubitus bei älteren Menschen, die bettlägerig oder auf einen Rollstuhl angewiesen sind.

Dekubitus-Risiko: An diesen Stellen liegen sich Bettlägerige besonders leicht wund. Um die komplette Grafik zu sehen, bitte auf die Lupe oben links klicken

W&B/Ulrike Möhle

Gefährdete Hautstellen

Theoretisch kann ein Dekubitus überall am Körper auftreten. Bevorzugt entsteht er jedoch an Hautstellen, die bei langem Liegen oder Sitzen besonders starken Druckbelastungen ausgesetzt sind. Zudem sind Regionen, an denen die Haut nah am Knochen aufliegt, sehr anfällig für Wundliegen. Der Grund: Hier wird die Haut bei Druck von außen unmittelbarer, also ohne "Dämpfung" durch Muskeln oder Fettgewebe, an den Knochen gedrückt.

Auch in Hautfalten besteht ein erhöhtes Dekubitus-Risiko. Schlecht angepasste Prothesen, zu enge Gipsverbände, Falten in der Kleidung, Katheter oder Infusionsschläuche (venöse Zugänge) üben im ungünstigen Fall örtlichen Druck auf bestimmte Hautstellen aus – und führen so zu Wundliegen. Problematisch sind außerdem Scherkräfte: Rutscht ein Pflegebedürftiger zum Beispiel allmählich auf seinem Stuhl nach unten, scheuert und reibt seine Haut am Rücken auf der Lehne. Auch das fördert den Dekubitus.

Für Wundliegen anfällige Stellen bei Bettlägerigen sind beispielsweise:

  • Fersen
  • Knöchel
  • Steißbein, Kreuzbein
  • Hüfte
  • Ellenbogen
  • Handgelenke
  • Hinterkopf

 

Risikofaktoren für einen Dekubitus

Die Gefahr des Wundliegens wird durch bestimmte Einflüsse erhöht. Dazu zählen Faktoren, die Hautschäden generell begünstigen können:

  • Hohes Lebensalter
  • Schwächung durch andere Erkrankungen
  • Durchblutungsstörungen
  • Mangelernährung und Dehydratation ("Austrocknung")

Ein weiterer Risikofaktor besteht in einem bereits durchgemachten Dekubitus in der Krankengeschichte. In diesem Fall weist die betroffene Hautregion ein dauerhaft erhöhtes Risiko für erneutes Wundliegen auf.


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