Dekubitus: Therapie

Die wichtigste Therapiemaßnahme bei einem Dekubitus lautet: die geschädigte Hautpartie von Druck befreien – durch Umlagern, Umsetzen oder Hilfsmittel. Die Wundversorgung sollte unbedingt ein Fachmann vornehmen

aktualisiert am 03.03.2014

Keine Experimente mit irgendwelchen Pflastern und Verbänden! Die Therapie eines Dekubitus sollte dem Experten überlassen werden


Je früher ein Dekubitus erkannt wird, desto besser sind die Heilungsaussichten. Die völlige Druckentlastung ist bei einem Dekubitus die wichtigste Behandlungs-Maßnahme – unabhängig vom Schweregrad. Das geschieht bei bettlägerigen Personen unter anderem durch eine gezielte Lagerung (siehe Kapitel Dekubitus vorbeugen).

Regelmäßiges Umlagern oder Umsetzen sowie druckverteilende Hilfsmittel wie Wechseldruckmatratzen (Anti-Dekubitusmatratzen) können das Risiko mindern, dass sich Druckgeschwüre entwickeln.

Wundversorgung bei einem Dekubitus

Druckgeschwüre sollten unbedingt von einem Arzt untersucht und die passende Therapie mit ihm besprochen werden. Wer zu Hause selbst pflegt, fragt lieber einmal zu früh als einmal zu spät den Fachmann. Geeignete Ansprechpartner sind auch gut ausgebildete Pflegefachkräfte. Experimente in Eigenregie mit irgendwelchen Verbänden und Salben verbieten sich. Denn sie könnten die Situation sogar noch verschlimmern.

Der Arzt richtet sich bei der Wundversorgung nach Art und Schweregrad der Erkrankung. Ist die Wunde klein und trocken, reicht es unter Umständen, sie mit einem sterilen Verband locker abzudecken. Feuchte Wunden werden zunächst meist mit steriler Kochsalzlösung gespült. Um die Wunde zu verbinden, kann in Anfangsstadien ein sogenannter Hydrokolloidverband verwendet werden. Diese spezielle Wundauflage verschließt den Defekt luftdicht. Das Material ist so konstruiert, dass die Wunde darunter feucht gehalten wird und möglichst optimal heilen kann, ohne dass das Gewebe mit dem Pflaster verklebt.

Ist das Wundliegen bereits weiter fortgeschritten, kann sich abgestorbenes Gewebe in der Wunde befinden. Das entfernt der Arzt chirurgisch unter sterilen (keimfreien) Verhältnissen. Anschließend wird die Wunde in mehreren Schritten gesäubert (Wundreinigung). Zwingend werden in regelmäßigen Abständen Abstriche von der Wunde genommen. Finden sich Hinweise auf eine Infektion kann dann beispielsweise eine Antibiotikatherapie begonnen werden.

Erstreckt sich der Dekubitus bereits bis zu den Knochen, Sehnen oder Muskeln, sind meist sogar Gewebeverschiebungen – also chirurgische Eingriffe – nötig, um die offenen Stellen zu verschließen.