Thema: Hausstauballergie

Hausstaubmilbenallergie: Ursachen und Risikofaktoren

Auslöser einer Hausstaubmilbenallergie sind Hausstaubmilben, genauer gesagt ihr Kot. Das Immunsystem von Allergikern reagiert auf bestimmte Bestandteile davon übertrieben
10.09.2013

Unter dem Mikroskop (hier ein Schemabild) erscheint sie riesig, mit dem bloßen Auge lässt sie sich kaum erkennen: eine Hausstaubmilbe

Thinkstock/Hemera

Menschen, die auf Hausstaub allergisch sind, reagieren in den meisten Fällen auf die darin vorkommenden Hausstaubmilben – genauer gesagt auf Eiweißpartikel im Kot. Diese winzigen Lebewesen zählen zu den Spinnentieren und lassen sich mit bloßem Auge kaum erkennen, da sie nur zirka 0,1 Millimeter groß sind. Hierzulande handelt es sich meist um die Arten Dermatophagoides pteronyssinus oder Dermatophagoides farinae.

Hausstaubmilben halten sich bevorzugt auf Matratzen auf, aber auch auf Polstermöbeln oder Teppichen. Das Bett bietet Milben beste Überlebensbedingungen, da sie sich vorwiegend von Hautschuppen ernähren, die der Mensch jeden Tag verliert. Außerdem benötigen die Spinnentiere Wärme und eine relativ hohe Luftfeuchte – beides spendet der Schlafende jede Nacht unfreiwillig.

Hausstaubmilben sind kein Zeichen von mangelnder Hygiene

Wichtig: Hausstaubmilben im Bett haben nichts mit mangelnder Hygiene zu tun. Sie kommen in jeder Wohnung vor. Allerdings können bestimmte Angewohnheiten – zum Beispiel seltenes Lüften – Milben das Leben erleichtern. Mehr dazu im Kapitel "Vorbeugen".

Allergisch reagieren empfindliche Personen auf Eiweißstoffe im Kot der Milben. Dazu gehören die Allergene "Der p 1" und "Der p 2" und "Der p 23", eine kürzlich identifiziertes Hauptallergen aus der Kothülle. Der Kot reichert sich zwar auf der Matratze an, gelangt aber auch in den Hausstaub und wird so auf Teppichen, Böden, Vorhängen und Sofas verteilt. Bei jeder Bewegung, die der Mensch macht, wenn er Staub saugt oder die Kissen ausschüttelt, wird der Staub aufgewirbelt. Der getrocknete Milbenkot wird dadurch in feine Partikel zerlegt, gelangt kurzzeitig in die Raumluft und kann sich auf den Schleimhäuten in Auge, Nase und Lunge ablagern.

Das körpereigene Immunsystem von Allergikern erkennt das Allergen und stuft den Stoff als gefährlich ein. Bei einer Hausstaubmilbenallergie liegt eine sogenannte Typ-I-Allergie vor. Dabei bildet das Abwehrsystem den Antikörper Immunglobulin E (IgE), der an speziellen Körperzellen andockt, den sogenannten Mastzellen. Werden sie aktiviert, schütten sie Botenstoffe am Ort des Geschehens aus – in diesem Fall in den Schleimhäuten der Atemwege, zum Beispiel Nasen- oder Bronchialschleimhaut. Es kommt zur allergischen Reaktion und Entzündung mit ihren typischen Beschwerden. Da der Körper sehr schnell (innerhalb von Sekunden bis wenigen Minuten) mit Symptomen auf das Allergen reagiert, nennt sich die Typ-I-Allergie auch Allergie vom Soforttyp.

Wie es zu einer Allergie gegen Hausstaubmilben kommt, ist noch nicht ganz geklärt. Wahrscheinlich werden gewisse Milbenproteine bevorzugt vom angeborenen Immunsystem erkannt, andere durchdringen als Enzyme besser die Schleimhaut und begünstigen so die Allergieentwicklung. Grundlage ist einerseits die ererbte Allergiebereitschaft von den Eltern oder Großeltern. Daneben spielen Umwelteinflüsse und der Lebensstil eine Rolle. Studien weisen zudem daraufhin, dass Kinder, die nur wenig mit Krankheitserregern und Allergenen in Kontakt kommen, später mehr zu einer Allergie neigen.

Eine Hausstaubmilbenallergie, die zunächst nur die oberen Atemwege betrifft, kann bei rund einem Drittel der Betroffenen in eine erhöhte Asthmabereitschaft münden. Das heißt, sie neigen vermehrt dazu, Asthma zu entwickeln.


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