Hashimoto-Thyreoiditis: Ursachen

Die genauen Ursachen der Hashimoto-Thyreoiditis sind noch nicht geklärt
aktualisiert am 26.06.2017

Die Schilddrüse (in der Abbildung lila) liegt vor der Luftröhre

W&B/Martina Ibelherr

Die Hashimoto-Thyreoiditis gehört zu den so genannten Autoimmunkrankheiten. Sie entstehen durch einen Fehler der Körperabwehr.

Normalerweise wird das Immunsystem immer dann aktiv, wenn schädliche Bakterien oder Viren in den Organismus gelangen und bekämpft werden müssen. Der Körper bildet Antikörper gegen die Eindringlinge, um sie unschädlich zu machen. Das Abwehrsystem tritt außerdem in Aktion, wenn einzelne Körperzellen infiziert oder stark geschädigt sind, und deshalb beseitigt werden sollen.

Bei einer Autoimmunkrankheit attackiert der Organismus jedoch plötzlich gesundes körpereigenes Gewebe, im Falle der Hashimoto-Thyreoiditis das der Schilddrüse. Wie es zu diesem Fehler kommt, ist nicht genau bekannt. Experten vermuten, dass eine bakterielle oder virale Infektion die fatale Autoimmunreaktion in Gang setzt.

Genaue Ursachen unbekannt

Sicher ist, dass eine gewisse Neigung zur Hashimoto-Thyreoiditis bereits in den Genen steckt. Verwandte von Menschen mit der Schilddrüsenkrankheit sind häufiger betroffen als der Bevölkerungsdurchschnitt. Die Störung wird aber nicht direkt "weitervererbt".

Große Mengen Jod können die Krankheit offenbar verschlechtern oder vorzeitig zum Ausbruch bringen, wenn bereits eine entsprechende Veranlagung besteht. Patienten, die an der Schilddrüsenentzündung leiden, oder nahe Verwandte mit Thyreoiditis haben, sollten sich deshalb am besten vom Arzt oder Apotheker beraten lassen, bevor sie zu zusätzlichem Jod in Form von Nahrungsergänzungsmitteln greifen. Der normale Jodgehalt in der täglichen Nahrung stellt laut Experten kein Problem dar.

Eine Hashimoto-Thyreoiditis tritt oft gemeinsam mit anderen Autoimmunkrankheiten auf. Beispiele sind die Hauterkrankung Weißfleckenkrankheit (Vitiligo) oder die Zuckerkrankheit Diabetes mellitus Typ 1. Wer an dieser Stoffwechselstörung leidet, sollte bei entsprechenden Symptomen (siehe Kapitel "Symptome") unbedingt daran denken, auch die Schilddrüse überprüfen zu lassen. Das gilt besonders, wenn der Blutzucker häufig in Richtung Unterzucker entgleist.

Es gibt zwei verschiedene Formen der Hashimoto-Thyreoiditis:

  • Atrophe Form: Hier schwinden die Zellen der Schilddrüse. Das Organ schrumpft. In Deutschland leidet die Mehrheit der Patienten an dieser Variante der Krankheit.
  • Hypertrophe Form: Bei dieser – hierzulande selteneren – Form vergrößert sich die Schilddrüse, ein Kropf (eine Struma) entsteht.

Werden die Hormonspeicher der Schilddrüse durch die Entzündung angegriffen, dann können vorübergehend ungewöhnlich große Mengen Schilddrüsenhormone ins Blut gelangen und Symptome einer Schilddrüsenüberfunktion auslösen (siehe Kapitel "Symptome"). Im weiteren Verlauf wird das Gewebe des Organs immer mehr geschädigt, so dass es allmählich funktionsuntüchtig wird. Der Spiegel an Schilddrüsenhormonen sinkt ab. Beschwerden der Schilddrüsenunterfunktion stellen sich ein (siehe Kapitel "Symptome"). Die Hashimoto-Thyreoiditis ist eine der häufigsten Ursachen einer Schilddrüsenunterfunktion im Erwachsenenalter und nicht heilbar.


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