Fünf Tipps für mehr Haarvolumen

Fast jede zweite Frau und auch mancher Mann klagt über zu wenig Volumen auf dem Kopf. Lesen Sie hier, welche Tricks bei feinem Haar mehr Fülle zaubern

von Lisa Meyer, 28.03.2018

Lockenpracht gewünscht? Ein paar Tricks verhelfen zu mehr Volumen


Zwei bis drei Hundertstel Millimeter, so wenig trennt feine Haare von normaler Haar­dicke. Was klingt wie ein Hauch von nichts, macht in der Summe einen gewaltigen optischen Unterschied. Nicht umsonst wünscht sich Umfragen zufolge fast jede zweite Frau mehr Substanz auf dem Kopf. Und auch so manchen Mann plagen nicht nur die sich langsam ausbreitenden Geheimratsecken.

Leider ist der Durchmesser unserer Haare genetisch bestimmt und damit nicht zu ändern. "Beim Haar­volumen kann man aber hervorragend tricksen", sagt Ma­thias Napp, Friseurmeister und fachlicher Leiter der Deutschen Friseur-Akademie. "Mit Pflege- und Styling­produkten, Frisuren und Haarfarben erreicht man eine ganze Menge."

An den folgenden fünf Orten entscheidet sich, wie viel Fülle sich in unser feines Haar zaubern lässt:

Im Friseursalon auf kurze Schnitte setzen

Bis zum Schlüsselbein – das ist die Länge, die Friseurmeister Napp noch durchgehen lässt. Grundsätzlich gilt: Je länger das Haar, desto schwerer wird es und desto weniger Volumen lässt sich erzeugen. Wer mit seinen feinen Haaren unzufrieden ist, sollte also auf kürzere Schnitte setzen.

"Helfen können gröbere Strukturen, Fransen und Stufen am Oberkopf", so Napp. "Die Grundlänge muss aber voll bleiben. Ausdünnen geht gar nicht." Dazu empfiehlt Napp eine Frisur mir Strähnen und Farbkontrasten: "Dunkel drückt, hell hebt. Färbt man den Ansatz dunkler als die Längen und Spitzen, schafft man optisch Höhen und Tiefen. So sieht das Haar gleich nach mehr aus." 

Unter der Dusche: Zurückhaltung bei Pflegeprodukten

Wenn es um die Pflege von dünnem Haar geht, ist tatsächlich weniger mehr. "Wer Volumen auf den Kopf bringen will, sollte keine Produkte mit Rückfettern und Weichmachern verwenden", sagt Mathias Napp. "Auch Intensiv­pflegemittel sind oft zu viel des Guten, sie beschweren die Haare unnötig." Heidi Bent­ler-Brugger, Apothekerin in Freiburg, empfiehlt bei feinen Haaren vor allem milde Pflegeprodukte ohne Silikon­öle. "Sie legen sich nicht um das Haar und beschweren es nicht."

Spezielle Volumenprodukte geben zusätzlichen Schwung: "Empfehlenswert sind vor allem Spülungen und Condi­tioner, die die Haare nach der Wäsche auf einen natürlichen pH-Wert bringen", so Mathias Napp. Der Friseur rät außerdem dazu, nicht jeden Tag die Haare zu waschen. "Am zweiten Tag sind sie griffiger, und Volumen ­­zaubert sich leichter auf den Kopf."

Föhnen: Der Volumenbooster aus der Steckdose

Mit Föhnen lässt sich einiges erreichen: Haare kopfüber hängen lassen und den Luftstrom zur Haarspitze, also zum Fußboden, richten. "Das erzeugt Glanz", sagt Napp. Ein zusätzlicher Volumenbooster aus der Steckdose ist das Kreppeisen. "Eine tolle Sache, die zum Glück wieder auflebt", wie der Friseur findet. Sein Tipp: einzelne Partien unterhalb des Deckhaars nur am Ansatz kreppen. "Diese Technik zaubert doppelt so viel Haar auf den Kopf, ohne dass man Wellen sieht." 

Beim Styling vor dem Spiegel ist weniger mehr

Auch beim Styling gilt Zurückhaltung. Napp: "Kein Wachs, kein Öl – das beschwert die Haare zu sehr. Von speziellen Volumenprodukten braucht es nur ganz kleine Portionen in die Spitzen." Sein bevorzugter Trick: ­­Trockenshampoo. "Einfach den Ansatz damit einreiben, dort absorbiert das Puder überschüssiges Fett und gibt der Mähne mehr Stand."

Heidi Bent­ler-Brugger hat einen weiteren Tipp: ­Lösungen auf pflanzlicher Basis auf die Kopfhaut auftragen. "Sie enthalten zum Beispiel Zwiebel-Extrakt, ­­Zitrone, Guarana und Kakao. In dieser Kombination wirken sie antioxidativ und stärken die Haarwurzel." 

Auf den Esstisch müssen Nährstoffe für die Keratinbildung

Von innen lässt sich ebenfalls einiges bewir­ken, so Apothekerin Bent­ler-Brugger. "Eine gute Versorgung mit Nährstoffen ist wichtig, um Dichte und Geschmeidigkeit der Haare zu erhalten." Wer das über die Ernährung nicht schafft, für den gibt es in der Apotheke Präparate, welche die Bildung des Haarbausteins Keratin unterstützen. Die Mikronährstoffe sollen helfen, die Haarqualität zu verbessern.