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Granatäpfel: Wie gesund Sie wirklich sind

Wer es schafft, der kernigen Frucht Herr zu werden, darf ihr exotisches Aroma kosten. Wie Sie Granatapfel zerkleinern, was drin steckt und was an den potenziellen Gesundheitseffekten dran ist

von Dr. Katharina Kremser (Redaktion), aktualisiert am 05.11.2019
Granatapfel

Granatapfel: Vorsicht, Saftflecken bekommt man kaum noch aus der Kleidung


Inhaltsstoffe: Weniger Vitamin C als Viele denken

In der blutroten Frucht stecken Antioxidantien, wie Polyphenole, die als Radikalfänger gelten. Granatapfelsaft soll mehr Antioxidantien enthalten als Rotwein oder Blaubeersaft. Dem Granatapfel wird eine hilfreiche Wirkung bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, chronischen Entzündungsprozessen oder Prostatakrebs nachgesagt. Eindeutige wissenschaftliche Belege, die für Empfehlungen ausreichen, gibt es dafür aber nicht. Gesund ist die exotische Frucht allemal. Granatäpfel enthalten Kalium, das wichtig für Muskeln, Herz und Nerven ist. Auch Spurenelemente wie Eisen gehören zu den Inhaltsstoffen, außerdem B-Vitamine. Der Vitamin-C-Gehalt ist geringer als oft angenommen. Der Tagesbedarf an Vitamin C für eine erwachsene Frau liegt bei 95 Milligramm. Den deckt in etwa ein großes Glas frisch gepresster Orangensaft, denn 100 Gramm Orange enthalten circa 45 Milligramm Vitamin C. Im Granatapfel stecken pro 100 Gramm gerade mal sieben Milligramm.

Granatapfel kann, zum Beispiel als Saft genossen, die Wirkung von manchen Arzneimitteln beeinflussen. Sprechen Sie daher mit Ihrem Arzt oder Apotheker, falls Sie Medikamente einnehmen!

Herkunft des Granatapfels: Die paradiesische Frucht

Es lässt sich nicht eindeutig sagen, woher die Frucht genau stammt. Man geht davon aus, dass ihre ursprüngliche Heimat in West- bis Mittelasien anzusiedeln ist. Der Granatapfel findet bereits in der Bibel Erwähnung. 613 Kerne soll die symbolträchtige Frucht haben, so viele, wie es Gesetze im Alten Testament gibt. Auch in der griechischen Mythologie und im christlichen Mittelalter spielt der Granatapfel immer wieder eine Rolle: als Speise der Götter oder als Symbol von Macht und Herrschertugenden auf Wappen und Gemälden. Heute wird die Frucht auch im Mittelmeerraum kultiviert.

Botanik: Raffiniertes Innenleben

Der Granatapfelbaum (Punica granatum) zählt zur Familie der Weiderichgewächse. Seine lanzettförmigen Blätter sind immergrün. Die Frucht selbst ist apfelgroß und je nach Herkunft grüngelb bis rot. Sie wird im weitesten Sinne zu den Beeren gezählt. Das Innere des Granatapfels ist durch Wände in Kammern aufgeteilt, die sogenannten Fruchthöhlen.

Granatapfel-Saison: Von Herbst bis nach Weihnachten

Die Hauptsaison der Granatäpfel reicht von September bis Januar.

Lagerung von Granatäpfeln: Sie bleiben lange frisch

Der Granatapfel reift nicht nach, ist er einmal geerntet. Eine gelblich-rote bis tiefrot gefärbte Schale oder bei gelben Sorten eine gleichmäßig gelbe zeigt, dass die Frucht reif ist. Man kann den Granatapfel im Kühlschrank etwa zwei bis vier Wochen lagern, wenn er unversehrt ist.

Tipps zur Zubereitung

Vorsicht mit dem roten Saft! Die Flecken sind auf der Kleidung kaum herauszuwaschen.  Eine Küchenschürze, dazu Einmalhandschuhe aus der Apotheke, und die Gefahr für rote Flecken verringert sich zumindest.

Um an das Innere zu gelangen, wird der Granatapfel in zwei Hälften geteilt. Die Samen der Götterfrucht kann man dann mit dem Löffel auslösen. Manche Kenner empfehlen, die geschlossene Frucht hin- und herzurollen, damit die Kerne nach dem Öffnen leichter herausfallen. Oder man halbiert die Frucht, legt sie auf ein Küchenbrett und klopft die Samen mit einem Holzlöffel heraus. Wichtig: Die weißen Fruchthäute gründlich entfernen. Oder man bricht den Granatapfel in einer Schüssel mit Wasser auf. Während sich die Samen am Boden absetzen, schwimmt die Schale oben. Vorher den Strunk entfernen. Die Samen werden gerne als Dekoration für Süßspeisen verwendet. Wegen ihres süßlich-säuerlichen Geschmacks passen sie auch gut zu Wildgerichten. Granatapfelsaft gibt es ebenfalls zu kaufen, Granatapfelsirup (Grenadine) findet sich manchmal in Cocktails.

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Nährwerttabelle: Granatapfel (pro 100 Gramm)

Energie

 
kcal
78

Fett

 
gesamt (g)
1

Kohlenhydrate

 
gesamt (g)
16

Mineralstoffe (mg)

 
Kalium (K)
220
Calcium (Ca)
8
Magnesium (Mg)
3
Phosphat (P)
15
Eisen (Fe)
0,5
Zink (Zn)
0,3

Vitamine

 
Beta-Carotin (µg)
40
Vitamin E (mg)
0,2
Vitamin B1 (mg)
0,05
Vitamin B2 (mg)
0,02
Vitamin B6 (mg)
0,10
Folsäure (µg)
7
Vitamin C (mg)
7

 

Heseker H, Heseker B: Die Nährwerttabelle, 5. aktualisierte Auflage, Neustadt an der Weinstraße Neuer Umschau Buchverlag 2018/2019


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