Nebenwirkung

Harry Potter und die Hoffnung


Um es kurz zu machen. 2016 war sch... schlecht. Und ­damit meine ich wesentlich schlimmer als 2007. Als die Weltwirtschaftskrise begann und der letzte Harry-Potter-Band ­erschien. Die Welt hat sich in den vergangenen Monaten derart geändert, dass sorgloses Einschlafen echt schwerfällt.

Und tagsüber bin ich zwischendurch sogar so ohne Hoffnung, dass ich den kümmerlichen Rest davon voll und ganz auf meine vier Monate alte Tochter setze: "Du musst diese Welt retten, hörst du?! Du musst Wissenschaftlerin, Umweltaktivistin, Feministin und Rockstar werden!" Dann grinst sie höchstens, aber bleibt von der Dramatik völlig unbeeindruckt. Und dann bin ich doch schon glücklich, wenn sie einmal nicht BWL studieren möchte. Denn es gibt nichts Schlimmeres als … Ich schweife ab. Moment. So. Gesammelt.

Genau genommen bin ich schon glücklich, wenn meine Tochter gesund ist.

Denn das ist doch das Wesentliche:

Gesundheit. Und da gab es 2016 dann doch die ein oder andere gute Nachricht: Durch die "Ice Bucket Challenge" – das Internet-Phänomen, bei dem sich die halbe Welt Eiswasser über den Kopf schütten ließ und dann Geld für die Erforschung der tödlichen Nervenkrankheit ALS spendete – konnte endlich das verantwortliche Gen gefunden werden. Die Kindersterblichkeit ging deutlich zurück. Die Masern sind auf dem amerikanischen Kontinent offiziell ausgerottet. Das Ozonloch – wir erinnern uns – schließt sich. In der Alzheimer-Forschung gab es große Fortschritte, die künftig zu Prävention und Heilung beitragen können. Und Wissenschaftler fanden heraus, dass Kaffee das Diabetes-Risiko senkt und vor Krebs schützen kann.

2016 war also gar nicht so schlimm. Und hey: Es ist sogar ein neues Harry-Potter-Buch erschienen.