Nebenwirkung

Die Trampolin-Therapie


Ein Urologe aus Michigan (USA) hat kürzlich getestet, ob Achterbahnfahrten einen Nierenstein lösen können. Freizeitpark-Vergnügen als medizinische Behandlung? Für manche mag das absurd klingen. Für mich nicht.
Vor sechs Jahren hatte ich eine Nierenkolik. Eine äußerst schmerzhafte Sache, wenn ein Nierenstein in den Harnleiter rutscht. Angeblich soll nur die Geburt eines Kindes noch größere Schmerzen verursachen. Als sich kürzlich wieder ein kleiner Nierenstein auf den Weg machte, ging ich deshalb gleich zum Hausarzt. Der vereinbarte umgehend einen OP-Termin, empfahl mir aber auch noch ein paar andere Dinge, mit denen ich einem Eingriff vielleicht entgehen könnte.

Ich sollte möglichst häufig springen, etwa auf einer Treppe. Und viel trinken sollte ich auch. Weißbier zum Beispiel könne dazu beitragen, dass der Stein spontan abgeht. Also deckte ich mich beim nächsten Getränkehändler mit einer feinen Auswahl des obergärigen Gerstensafts ein. Und wenn ich wegen der vielen Flüssigkeit nicht gerade auf die Toilette musste, verscheuchte ich meine verwunderten Kinder vom Trampolin auf dem Spielplatz.
Ob das alles geholfen hat? Ja! Der Nierenstein ging tatsächlich noch vor der OP ab. Und beim nächsten Mal setze ich mich vielleicht sogar in eine Achterbahn. So ein Looping kopfüber ist immer noch besser als eine Operation.