{{suggest}}


Tripper: Therapie

Tripper wird innerlich mit Antibiotika behandelt. Die Therapie sollte möglichst früh beginnen, um Komplikationen zu verhindern

von Dr. Irmela Manus (Redaktion), aktualisiert am 24.01.2017

Zur Therapie der Gonorrhö verordnet der Arzt Antibiotika zum Einnehmen, welche Gonokokken abtöten können. Gegen viele ältere, aber auch neuere Wirkstoffe ist der Krankheitserreger bereits unempfindlich (resistent) geworden. In den vergangenen Jahren haben sich Resistenzen immer schneller entwickelt. Deshalb verordnet der Arzt eine Kombinationsbehandlung aus zwei modernen Arzneistoffen. Sofern keine anderen Gründe dagegen sprechen, erhält ein erwachsener Patient mit einer Gonorrhö von Genitalbereich oder Enddarm einmalig das Cephalosporin-Antibiotikum Ceftriaxon als Spritze in den Muskel oder in Form einer Infusion. Nur wenn eine Injektion oder Infusion nicht möglich ist, ersetzt der Arzt diese durch die Gabe einer Tablette mit dem Wirkstoff Cefixim. Der letztere ist mit Ceftriaxon chemisch verwandt, jedoch gegen viele Stämme des Gonorrhö-Erregers nicht mehr wirksam. Zusätzlich zu Ceftriaxon beziehungsweise Cefixim verabreicht der Arzt einmalig das Antibiotikum Azithromycin in Form einer Tablette.

Bei Betroffenen, die gegen eines der genannten Antibiotika allergisch sind, oder bei Patientinnen, die schwanger sind oder stillen, muss von der allgemein empfohlenen Kombinationstherapie abgewichen werden. Bei dieser Therapieentscheidung hilft dem Arzt der Befund der Bakterienkultur einschließlich der Testung auf Empfindlichkeit gegenüber verschiedenen Antibiotika.

Hat die Infektion bereits zu Komplikationen geführt – zum Beispiel zur Prostata- oder Gebärmutterentzündung – erhält der Patient die Antibiotika über mehrere Tage per Infusion in die Vene. Dies gilt auch für eine Infektion der Augen mit dem Gonorrhö-Erreger. Dann wird zusätzlich eine Antibiotikum-haltige Augensalbe verwendet.

Etwa zwei Wochen nach Ende der Antibiotika-Therapie ist eine ärztliche Nachkontrolle notwendig, um zu überprüfen, ob die Behandlung angeschlagen hat. Bis das gesichert ist, sollte der Erkrankte auf Geschlechtsverkehr verzichten. Wird bei Gonorrhö frühzeitig eine korrekte Kombinationstherapie durchgeführt, heilt die Erkrankung üblicherweise folgenlos aus. Eine unzureichende Behandlung hingegen ist nicht nur unwirksam, sondern kann auch zur Entstehung von Gonorrhö-Erregern beitragen, welche auf die derzeit empfohlenen Antibiotika nicht mehr ansprechen.

Wichtig: Der Sexualpartner sollte sich ebenfalls untersuchen und wenn nötig mitbehandeln lassen. Er könnte infiziert sein ohne Symptome zu spüren. Dann käme es womöglich zu einer erneuten gegenseitigen Ansteckung (Ping-Pong-Effekt). Manchmal wird Tripper nur zufällig erkannt, und der Zeitpunkt der Infektion kann nicht genau bestimmt werden. Potenziell betroffen sind dann alle Partner, die in den zurückliegenden Monaten Geschlechtsverkehr mit dem Erkrankten hatten.

Kondome können eine Ansteckung mit Gonorrhö verhindern, bieten aber keinen vollständigen Schutz.