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Syphilis: Ursachen

Erreger der Syphilis ist das Bakterium Treponema pallidum. Es wird vor allem beim Geschlechtsverkehr übertragen

aktualisiert am 26.06.2017

Auslöser der Syphilis ist ein spiralförmiges Bakterium – Treponema pallidum. Es gehört zur Familie der Spirochäten. Nach der Übertragung vermehrt es sich im Körper. Außerhalb des Körpers überlebt es nur kurz.

Die meisten Betroffenen stecken sich durch ungeschützten Geschlechtsverkehr an – also Sex ohne Kondom. Hierzu zählt auch Oralverkehr (Sex mit dem Mund). Treponema pallidum gelangt dabei über die intakte Schleimhaut oder kleine Hautrisse in den Organismus. Die Wahrscheinlichkeit, sich beim Sex mit einem Syphilis-Infizierten anzustecken, liegt bei durchschnittlich 40 bis 60 Prozent.

Sehr ansteckend sind Syphilis-Infizierte in der ersten Phase der Erkrankung, wenn sich bei ihnen ein Geschwür gebildet hat (siehe Kapitel Symptome). Denn die Hautveränderung ist hochinfektiös. Über den Kontakt mit der Hautstelle können die Bakterien weitergegeben werden. Deshalb schützt auch der Gebrauch von Kondomen nicht zu hundert Prozent vor Lues. Denn die Hauterscheinung bildet sich nicht immer am Penis, sondern kann sich genauso am After, an den Schamlippen, in der Scheide oder im Mund befinden – je nach Sexualpraktik.

Ansteckend bleiben Patienten ohne ausreichende Therapie auch im weiteren Verlauf der Erkrankung – mitunter viele Jahre lang.

Nach einer durchgemachten Lues ist der Körper nicht etwa immun gegen den Syphilis-Erreger. Eine erneute Ansteckung ist also immer möglich.

Ansteckung durch Blutkontakt

Sehr selten wird die Syphilis über Bluttransfusionen übertragen. In Deutschland ist dank gründlicher Tests von Blutspenden seit über 20 Jahren kein solcher Fall gemeldet worden. Ebenfalls theoretisch denkbar, aber wohl sehr selten, ist die Syphilis-Ansteckung durch andere Blutkontakte – zum Beispiel über eine verunreinigte Nadel beim Drogenkonsum.

Übertragung in der Schwangerschaft

Ist eine Schwangere an Syphilis erkrankt, kann sie die Infektion an ihr ungeborenes Baby weitergeben. Die Syphilis-Infektion in der Schwangerschaft gefährdet das ungeborene Kind: Es kann sogar zu einer Fehlgeburt kommen. Oder das Ungeborene kommt mit Syphilis zur Welt. Von dieser Lues connata gibt es zwei Formen:

  • Die Lues connata präcox betrifft Neugeborene und Säuglinge. Rund die Hälfte der mit Syphilis infizierten Kinder ist bei der Geburt unauffällig. Einige hingegen leiden unter unterschiedlichen Symptomen wie Atemnot, Wassereinlagerung (Ödeme), Leber- und Milzschwellung, Untergewicht, Lymphknotenschwellungen und Hautausschlägen.
  • Die Lues connata tarda tritt später, in den ersten Lebensmonaten, selten im Kleinkindalter, als Folge der Syphilis-Infektion während der Schwangerschaft der Mutter auf. Die Kinder leiden unter zahlreichen Beschwerden, zum Beispiel Knochenveränderungen an Gaumen, Stirn und Nase (Sattelnase), blutigem Schnupfen, Fieber, Hautausschlag, Knieproblemen, Taubheit und Krampfanfällen.


Zum Glück sind Syphilis-Erkankungen bei Babys und Kindern in Deutschland sehr selten geworden. Denn im Rahmen der Schwangerschaftsuntersuchungen wird routinemäßig überprüft, ob die Mutter (womöglich ohne es zu wissen) an Syphilis erkrankt ist. So kann eine rechtzeitige Therapie erfolgen.