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Syphilis: Diagnose

Mit Blutuntersuchungen oder dem Nachweis des Syphilis-Erregers sichert der Arzt die Diagnose

aktualisiert am 26.06.2017
Krankenschwester bei der Blutabnahme

Blutproben geben Aufschluss darüber, ob es sich um eine Syphilis handelt


Erster Ansprechpartner ist oft der Hausarzt. Er kann zu einem Spezialisten für Geschlechtskrankheiten überweisen. Üblicherweise ist das der Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten (Facharzt für Dermatologie und Venerologie). Der Arzt wird sich zunächst nach den Symptomen und der Krankheitsgeschichte des Patienten erkundigen und ihn körperlich untersuchen.

Manchmal lassen typische Hautveränderungen (siehe Kapitel Symptome) bereits an eine Lues denken. Der Arzt kann dann versuchen, etwas Sekret aus der nässenden Hautstelle zu quetschen und die Probe unter dem Mikroskop (im Dunkelfeld) zu untersuchen. Sind in der Flüssigkeit Syphilis-Erreger erkennbar, dann ist die Diagnose gesichert.

Blutuntersuchungen sind eine gute Möglichkeit, eine Syphilis festzustellen: Dabei wird überprüft, ob der Körper bereits bestimmte Abwehrstoffe (Antikörper) gegen den Krankheitserreger gebildet hat – ein indirektes Zeichen, dass das Bakterium Treponema pallidum irgendwann in den Körper gelangt sein muss. Üblicherweise wird zunächst ein Suchtest gemacht. Unterschiedliche kommen dafür infrage, zum Beispiel

  • der TPPA-Test (Treponema-pallidum-Partikelagglutinationstest) oder
  • der TPHA-Test (Treponema-pallidum-Hämagglutinationstest)

Sollte das Ergebnis auf eine Syphilis hindeuten, dann folgt zur Absicherung der Diagnose ein Bestätigungstest (zum Beispiel FTA abs oder Immunoblot). Unauffällige Ergebnisse sind erst frühestens zwei bis drei Wochen nach der möglichen Infektion aussagekräftig. Wenn die Testergebnisse also keine Syphilis anzeigen, aber trotzdem der Verdacht auf eine Syphilisinfektion besteht, sollten die Untersuchungen nach einiger Zeit wiederholt werden.

Deuten die Tests auf eine Syphilis hin, heißt das noch nicht, dass die Krankheit aktiv ist und behandelt werden muss. Es könnte sich um eine lange zurückliegende, längst ausgeheilte Infektion handeln. Um das zu beurteilen, kann der Arzt weitere Blutuntersuchungen vornehmen – zum Beispiel Tests auf unspezifische Antikörper (VDRL, RPR, Cardiolipin-Antikörper) oder IgM-Antikörper. Bei der Syphilis sind sie gut geeignet, die Krankheitsaktivität einzuschätzen.

Ob das zentrale Nervensystem bereits befallen ist, zeigt die Untersuchung von Nervenwasser (Liquor). Mit Hilfe einer feinen Nadel und unter örtlicher Betäubung kann der Arzt etwas Liquor aus dem Rückenmarkskanal entnehmen (Liquorpunktion). In dieser Flüssigkeit können Entzündungszeichen und Antikörper gegen den Lues-Erreger nachweisbar sein.

Wer an Syphilis erkrankt ist, hat womöglich noch weitere Geschlechtskrankheiten. Deshalb sollten andere Krankheiten (wie zum Beispiel Gonorrhö, Chlamydien, Hepatitis) ausgeschlossen werden. Auch ein Test auf HIV ("Aids-Test") wird dringend empfohlen. Das Ansteckungsrisiko für HIV ist bei einer Lues deutlich erhöht.