Herpes genitalis: Vorbeugen

Kondome können das Risiko einer Ansteckung vermindern. Viele Menschen tragen das Virus in sich, ohne etwas zu bemerken

aktualisiert am 11.03.2014

Kondome schützen vor sexuell übertragbaren Krankheiten


Herpes genitalis stellt eine weit verbreitete, ansteckende Erkrankung der Geschlechtsorgane dar. Rund 90 Prozent der Bevölkerung tragen das Herpes-Simplex-Virus 1 (HSV 1) in sich, deutlich weniger Menschen HSV 2. Schätzungen zufolge rufen rund 90 Prozent der Erstinfektionen keine Krankheitszeichen hervor.

Kondome können vor Herpes genitalis schützen. Allerdings tragen viele Menschen das Virus bereits in sich, ohne etwas davon zu bemerken. Für Personen, die gerade eine Herpes genitalis-Infektion mit Beschwerden hatten, ist es ratsam, sich beziehungsweise ihren Partner im ersten Monat nach dem Abklingen der Erkrankung mit Kondomen zu schützen. In diesem Zeitraum ist die Gefahr besonders hoch, dass Infizierte trotz fehlender Symptome noch ansteckend sind und das Virus auf ihren Partner übertragen können. Wichtig: Treten beim Partner Beschwerden auf, muss dieser unbedingt einen Arzt aufsuchen und sich gegebenenfalls behandeln lassen.

Außerdem sollten Erkrankte die Hautbläschen nicht berühren beziehunsgweise sich danach jedes Mal sorgfältig die Hände waschen. In der akuten Krankheitsphase, solange Hauterscheinungen und allgemeine Krankheitssymptome (Lippen, Genitalregion) bestehen, sollten Sexualkontakte vermieden werden.

Wiederkehrende Herpes genitalis-Infektionen können sehr belasten und wirken sich oft negativ auf das Sexualleben aus. Deshalb ist es wichtig, offen mit dem Partner über die Krankheit zu reden. Auch eine Paarberatung kann helfen.

Ein Herpes kann erneut "aufblühen", wenn zum Beispiel das Immunsystem geschwächt ist oder die betroffenen Patientinnen – überwiegend handelt es sich ja um Frauen – viel Stress haben. Eine gesunde Lebensweise mit ausreichend Bewegung, reichlich Obst und Gemüse sowie Entspannungsphasen können daher zum Schutz vor einem Rezidiv beitragen. Rauchen stellt einen Risikofaktor dar.

Um das Risiko für einen Herpes neonatorum zu senken, empfehlen Gynäkologen schwangeren Frauen mit einer Herpes-genitalis-Erstinfektion, ihr Kind per Kaiserschnitt zur Welt zu bringen.