Feigwarzen: Therapie

Zur Therapie von Feigwarzen kann der Arzt Cremes oder Lösungen verordnen, die der Patient selbst anwendet. Manchmal muss jedoch der Arzt die Hautwucherungen behandeln
aktualisiert am 16.01.2018

Kondylome lassen sich unter anderem mit speziellen Cremes therapieren

Jupiter Images/FRENCH PHOTOGRAPHERS ONLY

Äußerliche Feigwarzen kann der Betroffene meistens selbst behandeln. Hierzu kann der Arzt entweder eine Lösung oder Creme mit dem Wirkstoff Podophyllotoxin verordnen. Oder er verschreibt eine Creme, die Substanzen wie Epigallocatechingallat oder Imiquimod enthält.

Podophyllotoxin hemmt die Zellteilung und bewirkt, dass die virusinfizierten Zellen in den Feigwarzen absterben. Epigallocatechingallat ist ein Arzneistoff aus grünem Tee. Er führt ebenfalls über verschiedene Wirkmechanismen dazu, dass sich die Kondylome zurückbilden – allerdings nur, wenn er in sehr hoher Konzentration eingesetzt wird. Imiquimod aktiviert das Abwehrsystem der Haut, wodurch körpereigene Immunzellen die Warzenerreger verstärkt angreifen.

Patienten müssen diese Mittel über mehrere Wochen regelmäßig selbst anwenden. Kommt es dabei zu Hautreizungen, kann der Arzt – je nach Schweregrad – die Therapie für einige Tage unterbrechen, bis sich die Haut wieder beruhigt hat.

Bei manchen Patienten kommt eine Selbsttherapie nicht infrage, etwa bei innerlichen Feigwarzen. Der Arzt entfernt dann die Kondylome mit unterschiedlichen Methoden – je nachdem, wo sie sich befinden und wie großflächig sie auftreten. Treten zum Beispiel kleine Feigwarzen an der Schleimhaut von Vagina, Harnröhrenmündung oder Analkanal auf, kann der Arzt Trichloressigsäure einsetzen. Diese Säure lässt die Feigwarzen absterben. Dazu trägt der Mediziner die Substanz mit einem Wattetupfer auf die Hautwucherungen auf und wiederholt die Behandlung im wöchentlichen Abstand.

Alternativ kann er die Feigwarzen vereisen, indem er flüssigen Stickstoff mit Hilfe eines Wattebausches auf die betroffenen Stellen tupft. Da beide Verfahren Schmerzen verursachen können, wendet der Arzt unter Umständen vorab ein lokal betäubendes Mittel an – je nach Ort, Zahl und Größe der Hautwucherungen.  

Treten die Feigwarzen beetartig auf, wuchern stark oder kehren nach einer zunächst erfolgreichen Behandlung wieder (Rezidiv), entfernt der Arzt sie zumeist operativ. Dies kann mit einem speziellen feinen Löffel geschehen (Kürettage). Alternativ kann der Arzt das Warzengewebe durch das Einwirken von Hitze zerstören. Die Hitze wird dabei durch elektrischen Strom (Elektrokaustik) oder einen geeigneten Laser erzeugt. Auf diese Weise lassen sich auch ausgedehnte Warzenbeete rasch entfernen. Allerdings bereiten die Methoden oft Schmerzen, weshalb eine örtliche Betäubung oder eine Vollnarkose erforderlich ist.

Was ist während der Schwangerschaft zu beachten?

Da Podophyllotoxin die Zellteilung hemmt, dürfen Schwangere Arzneimittel mit diesem Wirkstoff nicht benutzen. Hat eine werdende Mutter Feigwarzen, müssen diese grundsätzlich durch einen Arzt behandelt werden. Der wählt eine geeignete Therapiemethode aus.

Warum tauchen Feigwarzen häufig wieder auf?

Feigwarzen können, auch wenn sie durch die Therapie verschwunden sind, wiederkehren (Rezidiv). Dies ist bei allen genannten Therapieverfahren möglich. Also unabhängig davon, ob der Betroffene die Kondylome selbst behandelt oder der Arzt die Warzen entfernt hat. Die Ursache dafür: Die Viren können durch die Behandlung nicht immer vollständig beseitigt werden. Zudem können Zellen, die sich in der Umgebung der Kondylome befinden, bereits mit dem Virus infiziert sein. Trotzdem sieht die Haut in diesen Bereichen äußerlich unauffällig aus und wird daher nicht mitbehandelt. Bilden sich die Warzen wieder, muss der Arzt sie erneut behandeln (siehe oben, operatives Entfernen).


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