Ausfluss bei der Frau – Therapie und Selbsthilfe

Bei krankhaftem Ausfluss helfen, je nach Ursache, meist Medikamente und eine veränderte Intimpflege. Stressabbau kann positiv unterstützen. Geschützter Geschlechtsverkehr trägt wesentlich dazu bei, folgenreiche Infektionen zu vermeiden

von Andrea Blank-Koppenleitner, aktualisiert am 03.07.2018

Die richtige Intimpflege hilft, Reizungen und Entzündungen vorzubeugen


Das natürliche Scheidensekret ist so zusammengesetzt, dass es normalerweise gut mit eindringenden Krankheitskeimen fertig wird. Mechanische oder chemische Reize können es aus dem Gleichgewicht bringen. Wenn schädliche Erreger überhandnehmen und zu Entzündungen führen, richtet sich die Therapie zunächst direkt gegen solche Keime. Gegen Bakterien wie Gardnerella oder Chlamydien wirken Antibiotika, gegen Pilze wird der Arzt in der Regel Antimykotika verschreiben.

Die Medikamente gibt es häufig in Form von Scheidenzäpfchen, Vaginaltabletten und –cremes oder als Tabletten zum Einnehmen. Wichtig ist es, die Zäpfchen beziehungsweise Vaginaltabletten tief in die Scheide einzuführen, damit sie sich nicht schon im vorderen Bereich auflösen. Wird dazu ein Applikator benützt, muss dieser nach jedem Gebrauch gründlich mit warmem Wasser gereinigt werden. Für viele Präparate ist es am günstigsten, sie vor dem Schlafengehen anzuwenden.

Solange die Behandlung andauert, sollten die betroffenen Frauen keine Tampons verwenden und keinen Geschlechtsverkehr haben. Scheidenspülungen sind ebenfalls nicht angeraten. Um eine erneute Ansteckung zu vermeiden, wird häufig auch der Partner mitbehandelt.

Gegen eine Infektion mit Herpes-Simplex-Viren können virenhemmende Mittel (Virustatika) eingesetzt werden. Vor allem aber geht es darum, das Immunsystem zu stärken und für ein ausgeglichenes, saures Scheidenmilieu zu sorgen. Dazu gehört auch, Stress abzubauen und seelische Belastungen zu verringern.

Während oder nach einer medikamentösen Behandlung oder nach einem operativen Eingriff kann es sinnvoll sein, das Scheidenmilieu zu stärken. Zäpfchen oder Kapseln, die Milchsäurebakterien enthalten, tragen nach verschiedenen Studien dazu bei.

Da einer der Hauptübertragungswege für krankmachende Keime ungeschützter Geschlechtsverkehr ist, sollten Frauen mit wechselnden Partnern auf der Verwendung von Kondomen bestehen. Safer Sex sollte zur Selbstverständlichkeit werden. Und: Zur krebsvorbeugenden HPV-Impfung sagt Ihnen das Kapitel "Ausfluss bei der Frau – Überblick" in diesem Beitrag das Wichtigste in Kürze.

Ein wichtiger Punkt, um Scheidenentzündungen vorzubeugen oder eine notwendige Behandlung zu unterstützen, ist eine vernünftige Intimhygiene. Mangelnde Sauberkeit wirkt hier nachteilig, aber auch zu intensives Reinigen. Viele Frauen nehmen normale Seifen, waschen sich übertrieben gründlich mit speziellen Lotionen bis tief in die Scheide oder verwenden Intimsprays, die das Scheidenmilieu verändern und es "schlechten" Keimen damit leichter machen, sich zu vermehren.

  • Am besten ist es, sich nur im äußeren Genitalbereich und nur mit lauwarmen Wasser oder geeigneten seifenfreien Waschlotionen (ph-Wert etwa 4 bis 4,5) zu waschen. Danach gut abtrocknen.
  • Luftundurchlässige Slips aus synthetischen Fasern oder enge Jeanshosen behindern den Luftaustausch und begünstigen das Wachstum von Bakterien und Pilzen im äußeren Genitalbereich. Die Erreger können nach innen gelangen, zum Beispiel auch dann beim Sex, und aufsteigende Infektionen verursachen.
  • Die Pflege des äußeren Intimbereichs außerhalb der kleinen Schamlippen mit einem neutralen Hautfett kann die empfindliche Haut geschmeidig halten und dadurch kleinste Verletzungen und Entzündungen verringern.
  • Auf der Toilette sollten Frauen besonders darauf achten, sich von vorne nach hinten abzuwischen, damit keine Darmkeime in die Scheide gelangen.
  • Binden regelmäßig wechseln, Tampons je nach Blutungsstärke nach etwa vier bis acht Stunden. Frauen, die zu wiederholten Scheideninfektionen neigen sollten eher keine Tampons benutzen beziehungsweise sich vom Frauenarzt dazu beraten lassen.

Ganz wesentlich für die Gesundheit einer Frau ist es, nicht zu rauchen und Alkohol möglichst zu meiden. Ein gesunder Lebensstil unterstützt die körpereigenen Abwehrkräfte und hilft, körperlich und seelisch im Lot zu bleiben. Dazu gehört es, sich ausreichend zu bewegen, sich ausgewogen und vollwertig zu ernähren und sich regelmäßig Entspannungsphasen zu gönnen.