Schwellungen und Knoten an den Händen – Ursachen: Ganglion, gutartige Tumore

Ein Ganglion (Überbein) stört vielfach nur optisch, kann jedoch auch erheblich schmerzen, vor allem an den Fingern. Tumore wie der sogenannte Riesenzelltumor kommen vergleichsweise selten vor
von Andrea Blank-Koppenleitner, aktualisiert am 28.04.2016

Überbein: Diese Grafik zeigt die mit Flüssigkeit gefüllte Wucherung an der Daumenseite des Handgelenks

W&B/Jörg Neisel

Ganglion (Überbein): gutartiger Weichteiltumor an Hand- und Fingergelenken

Symptome: Ein mit Flüssigkeit gefülltes, pralles, elastisches Knötchen fällt an der Außenseite oder Innenseite des Handgelenks auf, an den Fingergrundgelenken oder der Handfläche. Seltener tritt ein Ganglion auch am Fußrücken, an Zehen oder anderen Gelenken, wie etwa an den Knien, auf. Häufig haben die Betroffenen keine Beschwerden, aber mitunter ist das Überbein auch sehr druckempfindlich. Drückt es selbst auf Gelenke, Nerven oder Blutgefäße, kann es teilweise starke Schmerzen verursachen, die Beweglichkeit einschränken und Kribbeln oder Taubheitsgefühle auslösen. Sehr kleine Ganglien treten gar nicht an die Oberfläche, sondern äußern sich nur durch Schmerzen.

Ursache: Ganglien sind gutartige Weichteiltumore an Sehnenscheiden oder Gelenkkapseln, die bei Frauen sehr viel häufiger auftreten als bei Männern, bevorzugt im Alter zwischen 20 und 40 Jahren, aber auch bei Kindern. Die eigentlichen Ursachen sind noch unklar. An ständig überbelasteten und gereizten Sehnenscheiden und Gelenkkapseln jedoch bildet das Bindegewebe möglicherweise vermehrt Flüssigkeit. Dadurch kann eine Zyste entstehen, in die immer mehr Gewebeflüssigkeit eindringt.

Diagnose: Art und Aussehen der Zyste stellen für den Arzt häufig schon deutliche Zeichen dar. Das Ganglion lässt sich meist tasten und leicht verschieben. Eine Ultraschalluntersuchung sichert die Diagnose ab und deckt mögliche verborgene Ganglien auf. Um eine Arthrose oder Knochenveränderungen auszuschließen, kann der Arzt zudem eine Röntgenaufnahme veranlassen.

Therapie: Die Behandlung richtet sich danach, wie heftig die Beschwerden sind. Viele Ganglien bilden sich von selbst wieder zurück, vor allem bei Kindern. Häufig hilft es anfangs, das Gelenk zu schonen, abschwellende Salben und Umschläge anzuwenden. Der Arzt wird eventuell auch entzündungshemmende Medikamente und Krankengymnastik verordnen. Stört das Ganglion optisch sehr und bereitet es starke Schmerzen, weil es zum Beispiel auf einen Nerv drückt, können operative Maßnahmen infrage kommen. Der Facharzt, in diesem Fall ein Orthopäde, kann die Flüssigkeit absaugen oder die Zyste, wenn diese nach einiger Zeit immer wieder anschwillt, auch chirurgisch entfernen. Hier ist dann ein erfahrener Handchirurg gefragt.

Nach der Operation lässt sich die Hand meist bald wieder gut bewegen. Mitunter ist die Handbeweglichkeit jedoch noch eine Zeit lang eingeschränkt, zum Beispiel nach größeren Eingriffen. Auch ist nicht ausgeschlossen, dass das Ganglion erneut auftritt. Keinesfalls sollten die Betroffenen selbst versuchen, das Überbein aufzustechen oder auf andere Art zu beseitigen. Das kann zu folgenreichen Komplikationen führen. Wichtig ist es, das Gelenk nach einer Operation zu schonen – es wird etwa eine Woche bis zehn Tage ruhig gestellt – und ihm auch später regelmäßige Erholungsphasen zu gönnen. Bei starken Belastungen wie körperliche Arbeiten oder Sport sind eventuell stützende Bandagen hilfreich.

Erfahren Sie mehr über Symptome, Diagnose und Therapie im Ratgeber "Handgelenksganglion (Überbein)".

Gutartige Tumore an der Hand: anfangs oft nur leichte Schwellungen

– Riesenzelltumor der Sehnenscheide

Symptome: Der Tumor wächst häufig langsam. Betroffene gehen daher erst zum Arzt, wenn ihnen eine Veränderung auffällt. An gut sicht- und tastbaren Stellen kann sich die Geschwulst mit Schwellungen oder einem derben, geröteten Knoten bemerkbar machen, etwa an der Oberseite eines Fingers, aber auch an der Unterseite. Die Geschwülste lassen sich kaum verschieben. Schmerzen sind selten, außer wenn Nerven unter Druck geraten.

Ursache: Dieser spezielle Riesenzelltumor entsteht in den Sehnenscheiden, den Gelenkkapseln oder Schleimbeuteln. Mediziner sprechen unter anderen auch vom nodulären tenosynovialen Riesenzelltumor. Die Ursache ist unbekannt. An der Hand kommen solche Geschwülste vergleichweise häufiger vor, insgesamt sind Riesenzelltumore jedoch sehr selten. Eine andere Form entwickelt sich vor allem am Knie. Ihren Namen haben Riesenzelltumore von den großen, vielkernigen Zellen, die bei der Analyse unter dem Mikroskop zu unterscheiden sind.

Diagnose: Eine Röntgenaufnahme zeigt, ob die Geschwulst den Knochen geschädigt hat. Um die Diagnose abzusichern, entfernt der Arzt den Tumor und lässt das Gewebe analysieren. Typisch ist die feingeweblich braune Farbe des Tumors in einem schon fortgeschrittenen Stadium, deshalb wird er auch brauner Tumor genannt.

Therapie: In der Regel wird der Tumor komplett abgetragen, häufig schon für die Diagnose. Er kann jedoch wiederkehren, vor allem, wenn er schon sehr ausgedehnt war.

– Enchondrom

Ein gutartiger, knorpeliger Tumor, der ebenfalls längere Zeit unerkannt bleiben kann, ist das Enchondrom oder Osteochondrom. Er wächst zum Beispiel in den länglichen Knochen der Finger und Zehen (kleine Röhrenknochen), aber auch an anderen Stellen, und zeigt sich erst nach einer gewissen Zeit, indem der von ihm befallene Teil am Finger oder der Hand anschwillt. Aufschluss geben Röntgenaufnahmen der Hand und Untersuchungen des Tumorgewebes. Die Behandlung richtet sich danach, ob das Enchondrom Beschwerden bereitet, ob das Gelenk oder Nerven in Mitleidenschaft gezogen sind. Dementsprechend beobachtet der Arzt die Entwicklung des Tumors. Die Ärzte operieren häufig auch dann, wenn der Verdacht auf eine bösartige Veränderung vorliegt.

Weitere Geschwülste, die sich als Knoten und Schwellungen an der Hand zeigen

Durch Arthrose in den Fingerendgelenken kann sich eine Schleimzyste (Mukozele, mukoide Zyste) bilden. Hier tritt Gelenkschleimhaut und -schmiere aus. Die Zysten können von selbst platzen. Dabei besteht Infektionsgefahr. Deshalb sollte Schleimzysten immer ein Arzt behandeln und gegebenenfalls entfernen.

Eine knöcherne Vorwölbung auf dem Handrücken an den Mittelhandknochen kann ein Handrückenhöcker sein, der durch einen zusätzlich gewachsenen Knochen oder Verschleißerscheinungen entstanden ist. Eine Behandlung ist normalerweise nicht nötig.

Lipome sind Geschwülste aus Fettgewebe, die sich auch an der Hand zeigen können. Sie bereiten meist nur optisch Probleme und können vom Arzt entfernt werden, allerdings auch immer wieder erneut auftreten.

Nach einer Hautverletzung können sich Zysten bilden, sogenannte Epithelzysten. Hier ist ebenfalls ärztliche Behandlung notwendig.


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