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Vaskuläre Demenz: Diagnose

Wenn der Arzt Symptome einer Demenz und gleichzeitig Zeichen einer Hirndurchblutungsstörung feststellt, spricht das für eine vaskuläre Demenz

aktualisiert am 18.04.2016
Kernspintomographische Aufnahmen

Gehirnaufnahmen liefern manchmal Hinweise für Durchblutungsstörungen


Erster Ansprechpartner ist meistens der Hausarzt. Er kann bei Bedarf zum Spezialisten überweisen – üblicherweise an den Neurologen oder Psychiater. Viele Kliniken bieten besondere Gedächtnissprechstunden oder –ambulanzen an, die sich auf Diagnose und Therapie von Demenzen spezialisiert haben.

Der Arzt wird sich zunächst nach den Symptomen und der persönlichen Krankengeschichte des Patienten erkundigen. Kamen in der Vergangenheit bereits Schlaganfälle vor? Gibt es Risikofaktoren für eine vaskuläre Demenz – wie Rauchen, Bluthochdruck, Diabetes mellitus oder Herzerkrankungen? Lautet die Antwort "ja", lenkt das den Verdacht bereits auf die Krankheit. Von Interesse ist außerdem, welche Medikamente der Betroffene einnimmt. Denn manche Arzneien können die Gehirnfunktionen stören.

Sofern der Betroffene einverstanden ist, wird sich der Arzt außerdem mit seinen Angehörigen unterhalten. Sie können aus ihrer Sicht schildern, was ihnen aufgefallen ist.

Körperliche Untersuchung

Es folgt eine körperliche Untersuchung. Dabei wird der Arzt besonders darauf achten, ob es Hinweise für Durchblutungsstörungen im Gehirn gibt – ob zum Beispiel die Koordination gestört ist, Lähmungserscheinungen, Sensibilitätsstörungen oder andere Ausfälle feststellbar sind.

Testverfahren

Eine Reihe einfacher Standard-Tests können dem Arzt helfen, die geistige Leistungsfähigkeit des Patienten einzuordnen. Dazu gehört zum Beispiel der Mini-Mental-Status-Test (MMST). Darin stellt der Arzt eine Reihe standardisierter, unkomplizierter Fragen ("Welcher Wochentag ist heute?"). Und er gibt dem Patienten kleine, leichte Aufgaben – zum Beispiel soll der Betroffene eine einfache geometrische Figur abzeichnen. Ebenfalls häufig zum Einsatz kommt der Uhren-Zeichnen-Test. Bei dieser Untersuchung malt der Patient das Zifferblatt einer Uhr zu einer ganz bestimmten Uhrzeit auf ein Papier.

Gesunde können die Übungen normalerweise ohne größere Probleme bewältigen. Treten Schwierigkeiten auf, deuten sie auf bestimmte Störungen hin. Überprüft werden unter anderem Orientierungsfähigkeit, Merkfähigkeit, Aufmerksamkeit und Sprachverständnis. Die Tests helfen dem Arzt auch, den Schweregrad der Beeinträchtigung einzuschätzen.

Wichtig zu wissen: Es gibt keinen einzelnen Test, der eine Demenz beweisen könnte. Die Diagnose beruht immer auf dem Ergebnis vieler verschiedener Untersuchungen. Tagesform, Bildungsgrad, Medikamente und begleitende Krankheiten können Einfluss auf das Testergebnis haben und werden entsprechend berücksichtigt. Für die sichere Diagnose Demenz müssen Symptome laut Definition mindestens sechs Monate lang bestehen. Das bedeutet jedoch keinesfalls, dass erst ein halbes Jahr abgewartet wird, bevor Untersuchungen oder Behandlungen erfolgen können.

Der Arzt muss nicht nur herausfinden, ob eine Demenz vorliegt, um welche Art es sich handelt und wie ausgeprägt sie ist. Er muss außerdem andere Erkrankungen ausschließen, die ebenfalls als Ursache der Symptome infrage kommen – zum Beispiel körperliche Erkrankungen und Störungen, neurologische Krankheiten wie eine Parkinson-Erkrankung, oder psychische Krankheiten wie eine Depression. Dazu sind meistens weitere Untersuchungen erforderlich.

Laboruntersuchungen

Blutuntersuchungen und Urinuntersuchungen helfen, einen schweren Vitaminmangel, Leber- und Nierenerkrankungen, eine Blutarmut oder Schilddrüsenstörungen aufzudecken. Sie liefern außerdem Hinweise auf chronische Infektionen, die das Gehirn beeinträchtigen könnten – zum Beispiel eine Borreliose. Eventuell ordnet der Arzt zusätzlich eine Untersuchung des Nervenwassers an, eine sogenannte Liquorpunktion.

Bildgebende Verfahren

Wichtige Bausteine der Diagnostik sind bildgebende Verfahren, wie die Kernspintomografie (MRT) oder die Computertomografie des Kopfs (CCT). Sie liefern Hinweise auf Durchblutungsstörungen als mögliche Ursache der Demenz.

Weitere Untersuchungen sind je nach Befund zur Diagnose der vaskulären Demenz eventuell sinnvoll. Dies können zum Beispiel sein: eine Blutdruckmessung, ein EKG zur Ableitung der Herzaktivität, ein EEG zur Messung der Hirnströme, Ultraschall-Untersuchungen des Herzens (Echokardiografie) und der Hals- und Hirngefäße (Doppler- und Duplexsonografie), Röntgen-Untersuchungen des Brustkorbs (Röntgen-Thorax) und der Hals- und Hirngefäße (Angiografie).