Intrazerebrale Blutung

Ursache einer intrazerebralen Blutung ist ein gerissenes Gefäß im Hirn – meistens ausgelöst durch langjährig bestehenden Bluthochdruck

von Dr. Martina Melzer, aktualisiert am 27.12.2013

Um Spätfolgen wie eine Hirnblutung zu vermeiden, sollte ein bestehender Bluthochdruck gut behandelt werden


Ursachen: Als der häufigste Auslöser einer Blutung im Hirngewebe gilt Bluthochdruck. Denn: Besteht dieser schon seit Jahren und wird möglicherweise nicht ideal behandelt, dann werden die Blutgefäße mit der Zeit geschädigt – auch solche im Hirn. Das kann dazu führen, dass ein Gefäß spontan reißt und eine Hirnblutung auslöst.

Rauchen und übermäßiger Alkoholkonsum erhöhen das Risiko für eine Blutung im Gehirn. Ebenso können blutverdünnende Medikamente (Antikoagulanzien), die Patienten bei Blutgerinnungsstörungen einnehmen, eine Hirnblutung begünstigen. Auch eine Gerinnungsstörung selbst kann dies bewirken. Eine Amyloidangiopathie ist für bis zu 15 Prozent aller intrazerebralen Blutungen verantwortlich. Dabei handelt es sich um eine Gefäßveränderung im Gehirn, bei der sich bestimmte Eiweiße (sogenannte Amyloide) in Hirngefäßen ablagern und sie dadurch schädigen. Des Weiteren kommen als Ursache unter anderem Drogen (wie Kokain) infrage, Hirntumoren sowie Gefäßmissbildungen (z.B. Hirngefäß-Aneurysmen oder Angiome).

Intrazerebrale Blutungen gelten mit fünf bis fünfzehn Prozent als zweithäufigste Ursache eines Schlaganfalls.

Symptome: Wie sich eine Blutung im Hirngewebe äußert, hängt davon ab, wie viel Raum sie fordert und an welcher Stelle sie aufgetreten ist. Oft kommt es plötzlich zu starken Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen. Der Patient kann teilweise nicht richtig sprechen, hat Sehstörungen, kann einseitig gelähmt sein oder auch das Bewusstsein verlieren. Die Beschwerden sind denen eines durch eine Durchblutungsstörung bedingten Schlaganfalls (Hirnischämie) sehr ähnlich.

Diagnose: Sobald der Betroffene in der Klinik ist, erfolgt eine Computertomografie (CT) des Schädels. Mit ihr lässt sich eine Hirnblutung sicher nachweisen beziehungsweise andere Auslöser der Symptome ausschließen. Alternativ kommt eine Magnet-Resonanz-Tomografie (MRT) infrage.

Therapie: Am wichtigsten ist es, den Patienten so schnell wie möglich ins Krankenhaus zu bringen. Dort kann er auf einer neurologischen oder einer neurochirurgischen Station behandelt werden. Gegebenenfalls muss er auf die Intensivstation. Der Notarzt misst unter anderem Blutdruck, Herzfrequenz und Körpertemperatur. Wenn nötig, bekommt der Patient bereits ein Sauerstoffgemisch verabreicht.

In der Klinik wird der Patient weiterhin überwacht und intensivmedizinisch behandelt. Durch entsprechende Maßnahmen – zum Beispiel Senken des Blutdrucks oder auch durch einen neurochirurgischen Eingriff – versuchen die Ärzte, den Druck innerhalb des Schädels zu drosseln und damit das Hirngewebe zu schützen. Durch den Bluterguss im Gehirn wird es direkt geschädigt und zum Teil zerstört. Deshalb führen intrazerebrale Blutungen oft zu bleibenden Schäden, bei einem Teil der Betroffenen enden die Blutungen tödlich.