Gehirnabszess: Ursachen und Risikofaktoren

Ein Hirnabszess wird meist durch eine Infektion mit Bakterien ausgelöst. Menschen, die ein eingeschränktes Immunsystem haben, können eher daran erkranken
29.05.2013

Streptokokken, wie hier abgebildet, stellen mit die häufigsten Auslöser eines Hirnabszesses dar

Mauritius/Phototake

Ein Hirnabszess kommt in Deutschland nur selten vor. Er kann auftreten, wenn Krankheitserreger in das Hirn gelangen und dort lokal Gewebe infizieren. Zum Infektionsort  wandern körpereigene Abwehrzellen sowie Botenstoffe und lösen eine Entzündung aus. Dabei kann sich Eiter bilden, der unter anderem aus abgetöteten Krankheitserregern, Abwehrzellen und zerstörten Gewebszellen besteht. Wird der Eiter im betreffenden Hirngewebe in einer Art Kapsel eingeschlossen, wodurch ein neuer Hohlraum entsteht, handelt es sich um einen Gehirnabszess. Er kann sich prinzipiell in jeder Hirnregion bilden.

Meistens stellen Bakterien die Ursache dar. Streptokokken, Bacteroides- und Pseudomonas-Arten zählen zu den häufigsten Erregern. Streptokokken verursachen normalerweise eher Infektionen, die das Ohr oder die oberen Atemwege betreffen. Zum Beispiel eine Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) oder eine Mittelohrentzündung (Otitis media). Die anderen Keime können ebenfalls den Atemtrakt befallen. Manchmal lösen jedoch auch Pilze einen Hirnabszess aus.

Von solchen Entzündungsorten können die Erreger in das Gehirn einwandern – insbesondere Ohren und Nasennebenhöhlen spielen hierbei eine Rolle. Auch eine bakteriell bedingte Entzündung im Bereich der Zahnwurzeln kommt als Ursprungsort infrage. Selten finden die Keime über das Blut ihren Weg in das Gehirn. Noch seltener dringen Bakterien durch eine Kopfverletzung, nach einem Schädel-Hirn-Trauma oder im Rahmen einer Operation ins Hirn ein.

Wer ein eingeschränktes Immunsystem hat, trägt ein höheres Risiko an einem Hirnabszess zu erkranken. Die körpereigene Abwehr ist beispielsweise beeinträchtigt, wenn jemand Medikamente einnehmen muss, die das Immunsystem unterdrücken (Immunsuppressiva) oder bei Menschen mit AIDS.


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