{{suggest}}


Epilepsie: Diagnose

Handelt es sich tatsächlich um einen epileptischen Anfall und vielleicht um Epilepsie? Ein ausführliches Arztgespräch und Untersuchungen wie die Messung der Hirnpotentialschwankungen (EEG) helfen, diese Frage zu beantworten

aktualisiert am 28.05.2014
EEG

Diese Untersuchung tut nicht weh und liefert wichtige Informationen: Bei der Elektroenzephalografie (EEG) werden Hirnpotentialschwankungen gemessen


Kam es erstmals zu einem epileptischen Anfall, sollte eine genaue Untersuchung beim Arzt folgen. Erster Ansprechpartner ist häufig der Hausarzt. Er wird in der Regel zum Spezialisten überweisen – üblicherweise zum Neurologen (Nervenarzt). Manche Praxen und Ambulanzen haben sich auf Epilepsien spezialisiert.

War es ein epileptischer Anfall?

Zunächst erkundigt sich der Arzt nach der Krankengeschichte des Patienten und vor allem nach den genauen Symptomen, die aufgetreten sind: Zu welcher Tageszeit ereignete sich der Anfall? Gab es Auslöser, wie lief er ab, wie lange dauerte er? Welche Symptome haben Anwesende beobachtet? Diese sogenannte Fremdanamese ist oft entscheidend für die Zuordnung der Epilepsieform.

Es gilt zu klären, ob es sich tatsächlich um einen epileptischen Anfall handelte oder um eine ganz andere Störung, beispielsweise eine Kreislauf- oder Stoffwechselstörung. Auch psychische Krankheiten wie Ängste oder Depressionen können epilepsie-ähnliche (dissoziative) Anfälle provozieren. Anzeichen einer Aura (siehe Kapitel Symptome) werden leicht mit den Aura-Symptomen bei Migräne verwechselt. Kleine Kinder erleiden häufig Fieberkrämpfe, wenn sie einen Infekt durchmachen. Eine genaue körperliche, vor allem neurologische Untersuchung gehört deshalb zur Diagnostik.

Elektroenzephalografie (EEG)

Selbst wenn der Patient mit großer Wahrscheinlichkeit einen epileptischen Anfall durchgemacht hat, ist die Diagnose Epilepsie damit noch nicht unbedingt gesichert.

Weitere Hinweise liefert die Messung der Hirnpotentialschwankungen: Bei der Elektroenzephalografie (EEG) zieht der Patient eine Art Haube über den Kopf, an der Messfühler befestigt sind (siehe Abbildung). Die Elektroden messen die elektrischen Aktivitäten, die das Gehirn entfaltet. Die Messergebnisse werden in Form charakteristischer Linien aufgezeichnet – so ähnlich wie die elektrische Herzaktivität bei einem EKG. Manchmal erkennt der Neurologe bereits an den Linienmustern, dass es sich um eine Epilepsie handelt.

Mit der EEG-Untersuchung lässt sich außerdem überprüfen, wie das Gehirn auf äußere Reize reagiert: Der Arzt wird zum Beispiel bestimmte Lichtreize einsetzen (Flackerlicht) oder den Patienten anweisen, eine Zeit lang sehr schnell zu atmen (Hyperventilation). Eventuell provozieren solche Manöver charakteristische EEG-Veränderungen oder gar einen Anfall. Auch Schlafentzug führt manchmal zu einem epileptischen Geschehen. Um die Diagnose Epilepsie zu sichern kommen auch Langzeit-EEGs sowie längere Videoaufzeichnungen zum Einsatz. Gelingt es, einen Anfall zu filmen, kann das Geschehen genau analysiert werden. Eventuell hilft das, die Diagnose zu sichern oder sogar mögliche Ursachen zu identifizieren.

Weitere Untersuchungen

Um andere Krankheiten als Ursache auszuschließen sind eventuell weitere Untersuchungen nötig: So können sich zum Beispiel in einem EKG Hinweise auf Herzrhythmusstörungen als möglichen Auslöser einer plötzlichen Bewusstlosigkeit finden.

Eine Blutuntersuchung hilft unter anderem Stoffwechselstörungen festzustellen. Von Interesse sind vor allem Blutzucker, Blutsalze, Leber- und Nierenwerte. Nach einem Anfall, der mit Muskelkrämpfen verbunden war, kann der Wert des Enzyms Kreatinkinase (CK) sowie der Prolactin-Wert erhöht sein.

Besteht der Verdacht auf eine Gehirnentzündung (Enzephalitis) als Ursache des epileptischen Anfalls entnimmt der Arzt eine kleine Menge Nervenflüssigkeit am Rücken (Lumbalpunktion). Die genaue Untersuchung der Probe bestätigt unter Umständen den Verdacht.

Mit Verfahren wie Magnetresonanztomografie (MRT), bei Säuglingen auch Ultraschall fertigt der Arzt Bilder vom Gehirn an. Unauffällige Aufnahmen sprechen zwar nicht gegen eine Epilepsie. Finden sich jedoch bestimmte Veränderungen wie Durchblutungsstörungen oder Verletzungen, könnte es sich um den Ausgangsherd der Epilepsie handeln – insbesondere, wenn die übrigen Befunde in dieselbe Richtung deuten.