Gebärmutterkörperkrebs: Ursachen und Risikofaktoren

Das Hormon Östrogen spielt bei der Entstehung von Gebärmutterkörperkrebs eine Rolle. Bestimmte Faktoren erhöhen das Risiko

aktualisiert am 10.04.2018
Vorsorgeuntersuchungen bei Gebärmutterhalskrebs und Gebärmutterkrebs

Diese Grafik zeigt, wo Gebärmutterkrebs (und Gebärmutterhalskrebs) auftreten kann


Grundsätzlich unterscheidet man zwei Typen von Gebärmutterkörperkrebs:

•  Östrogenabhängiger Gebärmutterkörperkrebs (zirka 80 Prozent): Dieser wird durch langfristigen Östrogeneinfluss begünstigt. Dabei ist es unerheblich, ob dies auf natürlichem Wege erfolgt (Kinderlosigkeit, früher Beginn der Periode, späte Menopause) oder Östrogen von außen zugeführt wird (zum Beispiel Hormonersatztherapie). Diesen Risikofaktor teilt sich Gebärmutterkörperkrebs mit Brustkrebs, der auch den häufigsten Zweittumor darstellt

•  Östrogenunabhängige Tumoren (zirka 15 Prozent): Sie entstehen ohne erkennbaren Zusammenhang mit Östrogeneinfluss. Wichtigster Risikofaktor ist das Alter, sie betreffen also vor allem ältere Frauen

Ein kleiner Teil der Endometriumkarzinomfälle ist durch vererbte Mutationen in bestimmten Genen bedingt. Dieser seltene familiäre Gebärmutterkörperkrebs tritt gehäuft in Familien auf, in denen auch oft Dickdarmkrebs vorkommt (Lynch- oder HNPCC-Syndrom).

Folgende Faktoren können das Risiko, an einem Endometriumkarzinom zu erkranken, erhöhen:

•  Zunehmendes Alter
•  Übergewicht
•  Längerfristige Einnahme von Östrogenen ohne Gabe von Gestagen
•  Tamoxifen-Therapie (bei Brustkrebs)
•  Früher Beginn der Periode und/oder spät einsetzende Menopause
•  Kinderlosigkeit
•  Diabetes mellitus ("Zuckerkrankheit")
•  Stoffwechselstörung mit Fettleibigkeit (metabolisches Syndrom)
•  Polyzystisches Ovarialsyndrom (PCO-Syndrom), bei dem zahlreiche Eierstockzysten vorliegen und diese zu Unfruchtbarkeit führen können
•  Brustkrebserkrankung
•  Eine seltene Erbkrankheit (Hereditary Non-Polyposis Colorectal Cancer Syndrome, kurz HNPCC-Syndrom), die zusammen mit Dickdarmkrebs auftritt

Die Einnahme der Anti-Baby-Pille scheint der Entstehung eines Endometriumkarzinoms entgegenzuwirken. Auch (mehrere) Schwangerschaften (Multiparität) und körperliche Aktivität gelten als Schutzfaktoren.

Eine Infektion mit humanen Papillomviren (HPV) spielt im Unterschied zum Gebärmutterhalskrebs beim Gebärmutterkörperkrebs nach heutigem Kenntnisstand keine Rolle.