Gebärmutterkörperkrebs: Therapie

Wichtigste Behandlungsmaßnahme ist die operative Entfernung der Gebärmutter und ihrer Anhangsgebilde. Bei Vorstufen von Gebärmutterkörperkrebs ist eine alleinige Hormonbehandlung möglich

aktualisiert am 10.04.2018

Hat eine Frau ein Endometriumkarzinom, muss die Gebärmutter oft entfernt werden


Die Behandlung von Gebärmutterkörperkrebs hängt davon ab, wie weit der Krebs fortgeschritten ist und ob sich die Patientin vor oder nach den Wechseljahren befindet. Vorstufen von Gebärmutterkörperkrebs (sogenannte Endometriumhyperplasien) können bei Frauen vor den Wechseljahren durch eine Hormonbehandlung mit Gestagen behoben werden. In 60 bis 80 Prozent der Fälle führt diese Therapie dazu, dass sich veränderte Zellen vollständig zurückbilden.

Besteht noch Kinderwunsch und befindet sich der Krebs in einem sehr frühen Stadium, kommt eine konservative Therapie (Ausschabung und Hormongabe) infrage. Patientinnen sollten – nach unauffälligem Kontrollbefund durch den Arzt –  möglichst rasch eine Schwangerschaft anstreben. Nach erfülltem Kinderwunsch sollte die Gebärmutter operativ entfernt werden.

Ist bereits die Muskelschicht in der Gebärmutter vom Krebs betroffen, wird sie vollständig entfernt (Hysterektomie). Mit entnommen werden die Eierstöcke, die Eileiter und in den meisten Fällen auch nahe gelegene Lymphknoten.

Fast alle operierten Patientinnen profitieren von einer anschließend durchgeführten Strahlentherapie. Meist besteht diese aus einer von innen durch die Scheide verabreichten Bestrahlung (Brachytherapie), die je nach Schweregrad der Erkrankung (Stadium) auch mit einer Bestrahlung von außen (externe Strahlentherapie) kombiniert wird. Nach einer erfolgreichen Operation im frühen Stadium senkt die Strahlentherapie erwiesenermaßen das Risiko eines Rückfalls.

Eine alleinige Strahlentherapie kommt nur bei Patientinnen infrage, die nicht operiert werden können. Wenn der Tumor in den fortgeschrittenen Stadien (FIGO-Klassifikation III und IV) optimal entfernt wurde, kommt zur Sicherung des Behandlungserfolges – als Alternative zur Strahlentherapie – auch eine Chemotherapie (zum Beispiel Adriamycin plus Cisplatin) infrage. Dies gilt auch für frühere Stadien von bestimmten Tumortypen, die ein aggressives Wachstum aufweisen.

Auch in nicht mehr heilbaren, fortgeschrittenen Stadien sind operative Maßnahmen (Entfernung der Gebärmutter, um Blutungen vorzubeugen; Entfernung größerer Tumormassen) meist sinnvoll und mit einem Nutzen für die Patientin verbunden. Handelt es sich um einen östrogenabhängigen Gebärmutterkörperkrebs, ist eine Hormonbehandlung mit Gestagenen sinnvoll. Schreitet die Erkrankung unter Hormontherapie jedoch fort oder war sie hormonunabhängig, kann unter sorgfältiger Abwägung von Nutzen und Risiken eine Chemotherapie eingesetzt werden. Ein eindeutiger Vorteil konnte bisher aber nicht belegt werden.

Am wichtigsten in dieser Situation ist, die Lebensqualität der Patientinnen zu erhöhen. Eine optimale Schmerztherapie trägt ebenso dazu bei, wie Symptome zu lindern und Komplikationen zu vermeiden.