Gebärmutterkörperkrebs: Diagnose

Erste Anhaltspunkte erhält der Frauenarzt durch eine Ultraschalluntersuchung. Eine genaue Diagnose liefert eine Ausschabung der Gebärmutter

aktualisiert am 10.04.2018
Gynäkologischer Stuhl

Ein Frauenarzt kann bei Verdacht auf Krebs die Gebärmutter untersuchen


Kommt es außerhalb der Regel oder nach den Wechseljahren zu Blutungen, ist es ratsam, sofort einen Gynäkologen aufzusuchen. Dieser kann mittels vaginaler Sonografie (Ultraschall-Untersuchung durch die Scheide) Gebärmutter und Eierstöcke untersuchen. Ist die Gebärmutterschleimhaut bei Frauen mit Blutungen nach der Menopause dicker als fünf Millimeter, liegt der Verdacht auf ein Endometriumkarzinom nahe.

Um weitere Bereiche des kleinen Beckens, der Harnabflusswege, der Leber und Lymphknoten sichtbar zu machen, kann auch eine Ultraschalluntersuchung des Bauchs (abdominale Sonografie) durchgeführt werden. Neben der Vaginal- und Abdominalsonografie kann der Gynäkologe zudem anhand einer Gebärmutterspiegelung (Hysteroskopie) mögliche Gewebsveränderungen erkennen.

Gebärmutterschleimhaut

Um eine Gewebeprobe zu gewinnen, wird die Schleimhaut vom Gebärmutterhals und vom Gebärmutterkörper getrennt ausgeschabt (fraktionierte Abrasio). Da der Gebärmutterhals für dieses Verfahren aufgedehnt und geweitet werden muss, erfolgt der Eingriff unter örtlicher Betäubung oder Vollnarkose. Die somit gewonnene Schleimhaut wird im Labor feingeweblich (histologisch) untersucht. So kann der Gynäkologe mögliche bösartige Veränderungen des Endometriums genau diagnostizieren. Nach dem Eingriff kann es zu leichten Nachblutungen, selten zu anderen körperlichen Reaktionen (zum Beispiel Fieber), kommen.

Bestätigt sich die Diagnose Gebärmutterkörperkrebs, kommen gegebenenfalls weitere bildgebende Verfahren infrage. Eine endgültige Beurteilung der örtlichen Tumorausbreitung ist beim Endometriumkarzinom jedoch nur im Rahmen der Operation (sogenanntes operatives Staging) möglich.

Die Stadieneinteilung

Je nachdem, wie weit sich der Tumor ausgebreitet hat und welche Gewebsschichten betroffen sind, wird Gebärmutterkörperkrebs, nach der internationalen Vereinigung für Gynäkologie und Geburtskunde, in folgende Stadien eingeteilt (FIGO-Klassifikation):

•  Stadium I: Der Tumor ist auf den Gebärmutterkörper beschränkt. Bei IA ist er auf die Schleimhaut begrenzt oder dringt nicht tiefer als in die Hälfte der Muskelschicht ein. Bei IB ist die Hälfte der Muskelschicht oder mehr betroffen

•  Stadium II: Der Krebs geht auf den Gebärmutterhals über, breitet sich jedoch nicht über die Gebärmutter hinaus aus. Die Zellveränderung reicht bis ins Grundgewebe des Gebärmutterhalses (Stroma)

•  Stadium III: Der Krebs hat sich außerhalb der Gebärmutter ausgebreitet (zum Beispiel in Eileiter, Eierstöcke oder Vagina), reicht aber noch nicht über den Beckenbereich hinaus

•  Stadium IV: Die Tumorzellen befinden sich bereits außerhalb des Beckens in der Blasenschleimhaut oder auch in der Schleimhaut des Mastdarms (Stadium IVA) bzw. in anderen Organen und haben dort Fernmetastasen gebildet (Stadium IVB)