Gebärmutterpolypen: Lästig, aber harmlos

Die kleinen Gebilde in der Gebärmutter sind meist ungefährlich. Warum und wie der Arzt die Polypen dennoch häufig entfernt

von Christine Wolfrum, Apotheken Umschau, aktualisiert am 20.07.2016
Frau hat Unterleibssschmerzen

Gebärmutterpolypen können Symptome hervorrufen, aber auch unbemerkt wachsen


Oft merken Frauen gar nicht, dass Polypen in ihrer Gebärmutter wachsen. "Eher zufällig erkennt dann der Arzt die sehr weichen Gebilde, wenn er aus anderen Gründen einen Ultraschall macht", erklärt die Gynäkologin Dr. Antje Huster-Sinemillioglu aus Dortmund.

Manchmal verursachen die linsen- bis kirschgroßen Anhängsel aber auch Beschwerden wie Zwischenblutungen und eine verstärkte Menstruation. Vermehrter Ausfluss und leichte Blutungen nach dem Geschlechtsverkehr treten ab und zu auf, wenn der Polyp in die Scheide ragt.

Ursache von Polypen noch unklar

Solche Gewebeanlagerungen können sich überall dort entwickeln, wo sich im Körper Schleimhäute befinden – etwa in der Nase, im Darm und eben auch in der Gebärmutter bis in den Gebärmutterhals hinein. Warum Polypen entstehen, ist bislang nicht eindeutig geklärt. "Da sie aber häufig in den Wechseljahren vorkommen, wird vermutet, dass sie mit einem Ungleichgewicht der weiblichen Hormone Östrogen und Gestagen zusammenhängen", erklärt die Frauenärztin Dr. Jessica Groß, Oberärztin an der Klinik für Gynäkologie und Brustzentrum der Charité, Campus Benjamin Franklin in Berlin. Dann beginnen Zellen in manchen Bereichen der Schleimhaut sich überdurchschnittlich oft zu teilen, anzuhäufen und sich tropfenförmig erst ohne und später mit Stiel vorzuwölben.

Vaginaler Ultraschall

Berichtet eine Patientin von Symptomen, prüft der Frauenarzt mit einem vaginalen Ultraschall die Wände im Innern der Gebärmutter. "Polypen in diesem Bereich sind fast immer harmlos, sodass Frauen sich keine Sorgen zu machen brauchen", erklärt Huster-Sinemillioglu, Vorstandsmitglied des Arbeitskreises Frauengesundheit in Medizin, Psychotherapie und Gesellschaft.

Dennoch empfiehlt sie, eine einmal entdeckte Schleimhautwölbung regelmäßig darauf zu überprüfen, ob sie sich verändert, und über kurz oder lang zu entfernen. "Schließlich erweist sich das Gebilde in der Gebärmutter in rund 0,5 Prozent aller Fälle als bösartig – das gilt also immerhin für einen von 200 Polypen." Sitzen sie im Gebärmutterhals, sind sie aber fast immer gutartig. Hatte die Frau deswegen etwa Zwischenblutungen, wird das Anhängsel grundsätzlich entfernt und genau untersucht.

Wächst ein kleiner Polyp an der Oberfläche des Gebärmuttermundes, trägt der Arzt ihn unter örtlicher Betäubung ab, häufig gleich in der Praxis. Oft sitzt das Gebilde jedoch tiefer – in der Gebärmutter –, ist größer oder die Frau fürchtet sich vor dem kurzen Eingriff. Dann folgt eine Gebärmutterspiegelung, auch Hysteroskopie genannt, einschließlich einer Ausschabung.

Ambulanter Eingriff

Dabei schaut der Arzt mit einem Lichtstab in das Innere des Organs und entfernt mit einem aufgesetzten Schaftsystem gezielt alle Vorwölbungen. Frauenärztin Groß: "Diese kleine Operation von zehn bis 15 Minuten nimmt die Gynäkologin unter Vollnarkose in einem ambulanten Operationszentrum oder in einem Krankenhaus vor." Dann ist das Problem behoben.

Wo Polypen wachsen können:

Gebärmutterpolypen (Schematische Darstellung)