Blutungen außerhalb der Regel – Ursachen: Hormon- und Stoffwechselerkrankungen

Für unregelmäßige Blutungen sind nicht nur Krankheiten der Geschlechtsorgane verantwortlich. Auch Schilddrüsenprobleme, Diabetes oder Lebererkrankungen können den Zyklus stören

von Andrea Blank-Koppenleitner , aktualisiert am 03.07.2018

Schilddrüse: Störungen des Stoffwechselorgans können zu Zwischenblutungen führen


Die Schilddrüsenhormone spielen eine lebenswichtige Rolle für den Energiestoffwechsel im ganzen Körper. Produziert die Schilddrüse zu viel oder zu wenig davon, kommt es zu vielfältigen Störungen. Diese betreffen unter anderem vielfach das Herz-Kreislauf-System, die Magen-Darmfunktionen, den Stoffwechsel, die Augen, die Nerven, die Psyche sowie eben auch die Funktion der Sexualorgane und die Fruchtbarkeit.

Vor allem bei einer Schilddrüsenüberfunktion kann neben zahlreichen anderen Beschwerden der Zyklus verkürzt oder verlängert sein beziehungsweise mitunter auch ganz ausbleiben (Amenorrhö).

Ein Diabetes führt oft zu hormonellen Störungen, da Insulin auch auf hormonproduzierende Organe wie die Nebenschilddrüse oder die Eierstöcke wirkt. Vor allem im Zusammenhang mit möglichen Folgeerkrankungen des Diabetes wie einer Nierenschädigung mit Nierenversagen kommt es manchmal zu Blutgerinnungsstörungen, die ebenfalls Zyklusunregelmäßigkeiten verursachen können. Allerdings stehen hier eher verlängerte Regelblutungen im Vordergrund (Menorraghie).

Das gilt auch für angeborene Blutgerinnungsstörungen, wie das sogenannte von-Willebrand-Jürgens-Syndrom, oder weitere Blutkrankheiten unterschiedlicher Ursache.

Leberfunktionsstörungen haben Folgen für den Stoffwechsel sowie für die Hormonausschüttung und -umwandlung in vielen Bereichen, so auch für die Sexualhormone. Dadurch kann zum Beispiel die normale Monatsblutung unregelmäßig auftreten oder mitunter ganz ausbleiben. Ist durch eine Lebererkrankung die Blutgerinnung gestört, verlängert sich andererseits oft die Regelblutung.

Bei Stoffwechselproblemen und Erkrankungen der inneren Organe sind natürlich zuerst Fachärzte für innere Medizin (Internisten) gefragt. Es gibt Internisten mit weitergehenden Spezialisierungen wie etwa Endokrinologen, die sich mit hormonell bedingten Störungen befassen, oder Diabetologen. Unter einer konsequenten Therapie der diagnostizierten inneren Erkrankung bessern sich meist auch die Zyklusprobleme.