Blutungen außerhalb der Regel – Ursachen: Entzündungen der inneren Geschlechtsorgane

Scheideninfektionen können auch Gebärmutterhals und Gebärmutter erfassen. Eine Gebärmutterinfektion birgt die Gefahr einer nachfolgenden Eileiter- und Eierstockentzündung

von Andrea Blank-Koppenleitner , aktualisiert am 03.07.2018
Unterleibsschmerzen

Ausfluss und Bauchschmerzen können auf eine Unterleibsentzündung hinweisen


1. Entzündungen von Gebärmutterhals und Gebärmutter als Ursache für Zwischenblutungen

Symptome: Blutungen außerhalb der Regel sowie eine gestörte Regelblutung können Hinweise auf eine Gebärmutterhalsentzündung sein. Dazu kommt oft verstärkter gelblicher Ausfluss. Übelriechender, weißlich bis gelblich-grünlicher Ausfluss ist meist ein erstes Zeichen für eine ursächliche Scheideninfektion.

Eine unregelmäßige Regelblutung liefert häufig die einzigen Anhaltspunkte bei einer Gebärmutterentzündung. Schmerzen im Unterbauch und Fieber können anzeigen, dass die Entzündung tiefere Gebärmutterschichten erfasst hat.

Ursache: Verantwortlich für aufsteigende Infektionen, die sich von der Scheide auf den Gebärmutterhals und weiter ausdehnen, sind vor allem Chlamydien oder Gonokkoken, die Erreger der Gonorrhö (Tripper). Daneben können auch andere Bakterien wie Gardnerella vaginalis oder Mykoplasmen Scheideninfektionen verursachen. Häufige Auslöser sind außerdem Hefepilze (candida albicans) und Geißeltierchen (Trichomonaden).

Ultraschalluntersuchung der Leber

Diagnose: Eine wesentliche Diagnosebasis stellt für den Frauenarzt die Krankengeschichte seiner Patientin dar, so er sie nicht schon kennt. Wichtige Informationen sind für ihn zum Beispiel, in welcher Form die Blutungsstörungen auftreten, ob die Patientin eine Spirale trägt oder Eingriffe an der Gebärmutter hatte. Der Arzt achtet bei der körperlichen Untersuchung auf sichtbare Entzündungszeichen wie gelbliche Belege und starke Rötungen am Ende des Gebärmutterhalses. Die Tastuntersuchung mit Druck auf die Gebärmutter empfindet die Frau dann oft als besonders schmerzhaft.

Weist das Scheidensekret unter dem Mikroskop eine hohe Zahl weißer Blutkörperchen und entzündete Zellen auf, kann das ein Zeichen dafür sein, dass die körpereigenen Abwehrkräfte verstärkt aktiv sind. Eine Ultraschalluntersuchung via Scheide (transvaginal), via Bauchdecke (gegebenenfalls jeweils auch in 3-D-Qualität) sowie von Gefäßen (Farbdopplersonografie) können dem Arzt mögliche weitere Auffälligkeiten anzeigen, die er mit den anderen Ergebnissen abgleicht. Häufig kommen Laboruntersuchungen von Vaginal- und Gebärmutterhalssekret sowie von Gewebeproben dazu.

Im Gegensatz zu einer Gebärmutterhalsinfektion (Zervizitis) ist eine Gebärmutterentzündung (Endometritis) selten, denn die Gebärmutter schützt sich selbst auf natürliche Weise: Während des Zyklus stößt sie immer wieder Schleimhaut ab. Zwischendurch verschließt sie den Muttermund zudem mit einem Schleimpfropf. Diese Barriere zwischen Gebärmutterhals und Gebärmutter wird jedoch während der Regelblutung oder einer Geburt aufgehoben.

Dann können bestehende Infektionen aufsteigen. Dieses Risiko besteht mitunter auch bei chirurgischen Eingriffen an der Gebärmutter oder wenn eine Frau mit der Spirale verhütet. Seltener breiten sich Krankheitskeime über die Blutbahn aus. Sehr häufig geht die Entzündung von der Gebärmutter aus auf Eileiter und Eierstöcke über (siehe unten).

Therapie: Für die Behandlung setzen die Ärzte hauptsächlich Antibiotika ein, die insbesondere  auch bei einer tiefergehenden Entzündung der Gebärmutter (Endomyometritis) angezeigt sind. Je nach Diagnose kann es notwendig sein, eine liegende Spirale zu ziehen oder entzündliche Gewebeveränderungen zu entfernen. Eine kurzfristige Hormontherapie unterstützt mitunter den Heilungsprozess.

Chronisches Unterbauchschmerzsyndrom

2. Blutungsauslöser: Entzündungen an den Eileitern und Eierstöcken

Symptome: Zwischenblutungen oder stärkere, längere Regelblutungen, dazu starke Schmerzen im Unterleib, Fieber und ein allgemeines Krankheitsgefühl können Zeichen für eine akute Eileiterentzündung sein. War eine Scheideninfektion der Ursprung, gehören ein starker, unangenehm riechender, eitriger Ausfluss sowie Brennen und Jucken im Intimbereich zu den Beschwerden. Darmkrämpfe, Übelkeit, Verstopfung oder Durchfall weisen mitunter darauf hin, dass die Infektion sich auf den Darm ausgebreitet hat. Zwischenblutungen, starke Regelschmerzen, Schmerzen im Kreuz sowie Druckempfindlichkeit im Unterbauch sind häufig bei chronischen Entzündungen. Manchmal entwickelt sich die Erkrankung allerdings auch ohne auffällige Symptome.

Frau kann nicht schlafen

Ursache: Eine akute Entzündung von Eileiter und Eierstock stellt eine ernste, manchmal sogar lebensbedrohliche Erkrankung dar. Häufig handelt es sich um übergreifende Infektionen durch Bakterien wie Chlamydien, Mykoplasmen, Gonokkoken (Erreger der Gonorrhö, auch Tripper, siehe Link weiter oben) oder durch Trichomonaden. Nach Eingriffen an der Gebärmutter oder nach einer Geburt können sich manchmal Krankheitskeime weiter ausbreiten. Das ist ebenso durch Abszesse oder Entzündungen im Unterleib, wie einer Blinddarmentzündung, möglich. Nach Einlegen einer Spirale kann es in seltenen Fällen zu einer Entzündung kommen. In sehr seltenen Fällen nehmen die Erreger auch den Weg über die Blutbahn.

Häufig erkranken junge, sexuell aktive Frauen bis zu einem Alter von etwa Mitte zwanzig. In späteren Jahren tritt die Erkrankung seltener auf. Wird die Infektion nicht behandelt, kann sie den gesamten Bauchraum erfassen.

Manchmal bleiben nach der Behandlung Narben und Verwachsungen zurück. Unfruchtbarkeit oder Eileiterschwangerschaften gehören zu den gefürchteten Folgen. Entwickelt sich eine chronische Entzündung, äußert sich diese oft durch Menstruationsstörungen, starke Regelschmerzen, Ausfluss, wechselnde Unterbauchschmerzen und Beschwerden beim Geschlechtsverkehr. Allerdings kann gerade eine Infektion mit Chlamydien auch ohne deutliche Krankheitszeichen verlaufen, aber dennoch zu bleibenden Schäden an den Eileitern führen.

Laparaskopie

Diagnose: Wichtige erste Hinweise erhält der Arzt aus der Krankengeschichte und durch eine Tastuntersuchung. Drückt oder verschiebt er hierbei den erreichbaren Teil der Gebärmutter, reagiert diese meistens mit Schmerzen. Oft kann der Arzt auch eine erhöhte Körpertemperatur messen. Ein Sekretabstrich vom Gebärmutterhals wird im Labor auf die Erreger untersucht. Aussagekräftig sind zudem Bluttests und eine Ultraschalluntersuchung.

Ermöglichen die ersten Untersuchungen noch keine sichere Diagnose oder zeigt die Behandlung keine Wirkung, kann eine Bauchhöhlenspiegelung weitere Erkenntnisse bringen. Sie hilft auch, einen eventuellen Verdacht auf eine Blinddarmentzündung auszuschließen.

Therapie: Eine frühzeitige und konsequente Therapie ist wichtig, damit sich die Entzündung nicht verschleppt und chronisch wird. Die Behandlung erfolgt normalerweise im Krankenhaus. In erster Linie behandeln die Ärzte mit Antibiotika, und zwar oft schon, wenn lediglich der Verdacht auf eine Eileiterentzündung besteht. Sie können zusätzlich auch ein entzündungshemmendes Präparat gegen entzündliche Schwellungen und Schmerzen einsetzen. Eine Spirale muss meistens entfernt werden. Bettruhe sowie unterstützende physikalische Anwendungen wirken oft günstig auf den Heilungsverlauf.

Manchmal entstehen durch die Infektion neue Entzündungsherde oder Abszesse, die die Ärzte dann sehr oft operativ behandeln. Eine Operation an Eileitern und Eierstöcken kann unter Umständen angezeigt sein, wenn die Eileiterentzündung chronisch geworden ist.