Kalte Füße: Therapie und Selbsthilfe

Die Behandlung kalter Füße richtet sich danach, ob eine krankhafte Ursache vorliegt oder nicht. Wer häufig an den Füßen friert, findet hier hilfreiche Tipps, was er für Wärme und Wohlbefinden tun kann

von Andrea Blank-Koppenleitner, aktualisiert am 16.10.2018
Fußbad

Ein warmes Fußbad wärmt und entspannt


Kalte Füße: Krankhafte Ursachen gezielt behandeln

Im Vordergrund steht immer, eine bestehende Grunderkrankung konsequent zu behandeln. Damit bessert sich meist auch das Kälteproblem in den Füßen. Die Therapiemaßnahmen zielen dann zum Beispiel darauf ab, eine sich entwickelnde Gefäßstörung oder einen bestehenden Diabetes in den Griff zu bekommen. Hierzu finden Sie Informationen bei den jeweiligen Krankheitsbildern auf diesen Seiten, zum Beispiel unter Arteriosklerose, PAVK, Diabetes oder Nikotinsucht (siehe weiter unten).

Der Hausarzt beziehungsweise ein Facharzt für innere Medizin (Internist) begleitet in der Regel die Therapie und kontrolliert, wie die Erkrankung verläuft. Je nach Krankheitsbild zieht der Hausarzt möglicherweise einen Internisten mit entsprechender Spezialisierung (Angiologe, Diabetologe, Endokrinologe, Rheumatologe) hinzu. Manchmal ist auch ein Nervenspezialist (Neurologe) gefragt.

Bei einigen Gesundheitsproblemen wie etwa zu niedrigem Blutdruck oder einer orthostatischen Hypotonie besteht die Behandlung darin, gezielt den Kreislauf zu stärken. Oft helfen schon allgemeine Maßnahmen, die die Durchblutung anregen, wie etwa Wechselbäder und Gymnastik.

Solche Aktivitäten kommen häufig auch den kalten Füße zugute (siehe unten). Liegen dem Blutniederdruck Venenprobleme zugrunde, bessern sich die Beschwerden vielfach, wenn die Betroffenen wie vom Arzt empfohlen Kompressionsstrümpfe tragen – wenn die arterielle Durchblutung der Beine in Ordnung ist.

Für psychische Erkrankungen wie Depressionen, ausgeprägte Ängste oder Essstörungen sind Psychiater und Psychotherapeuten die richtigen Ansprechpartner. Hierzu kann Sie zunächst Ihr Hausarzt beraten und Sie dann entsprechend weiter überweisen. Als erste Anlaufstelle kommt möglicherweise auch ein sozialpsychologischer Dienst in Ihrer Nähe infrage.

Einige Menschen können ihre kälteempfindlichen Füße auf anhaltenden Stress und starke seelische Belastungen zurückführen. Bei anderen ist ein überaktives vegetatives Nervensystem (vegetative Dystonie) verantwortlich. Viele dieser Betroffenen erleben Entspannungsverfahren als wirkungsvoll. Darüber hinaus helfen oft Verhaltenstherapien und gezieltes Kreislauftraining, die körperliche und seelische Ausgeglichenheit zu stärken. Eine wichtige Rolle spielen zudem immer ausreichend Bewegung und eine gesunde Ernährung (siehe auch die folgenden Tipps).

Gute Tipps gegen kalte Füße

  • Das Wichtigste vorweg: Geben Sie das Rauchen auf. Gute Tipps, wie Sie das am besten schaffen, finden Sie in unserem Beitrag zum Rauchstopp:

Was Sie sonst noch für wohlig-warme Füße tun können

  • Sinken die Temperaturen, heißt es, warme Strümpfe und Socken sowie feste Schuhe mit dicken Sohlen anziehen. Dann kann die Kälte vom Boden nicht gleich zu den Füßen durchdringen.
  • Vermeiden Sie nasse Füße. Trocknen Sie die Füße immer gut ab, besonders auch in den Zehenzwischenräumen. Wechseln Sie nasse Strümpfe oder Schuhe so schnell wie möglich.
  • Ein warmes Fußbad bringt wohlige Wärme vom Fuß in den ganzen Körper und entspannt.
  • Wechselbäder beziehungsweise -duschen fördern die Durchblutung insgesamt und speziell in den Füßen. Dass können Wechselbäder für die Füße oder kalte und warme Kneipp-Güsse für die Beine sein. Lassen Sie sich hierzu von Ihrem Arzt beraten, welche Form der Wassertherapie für Sie geeignet ist. Wer chronisch kalte Füße, Diabetes oder eine bestimmte Erkrankung hat, etwa eine fortgeschrittene periphere arterielle Verschlusskrankheit, verträgt nicht jede Anwendung.
  • Fußmassagen regen ebenfalls auf wohltuende Weise die Durchblutung an.
  • Fußgymnastik hält, regelmäßig angewandt, nicht nur die Füße beweglich, sondern auch warm. Zudem beugt sie Schwellungen und anderen Fußproblemen vor. Ergänzt wird sie idealerweise durch gezielte Gymnastik für die Beinvenen.
  • Fußpflege: Cremen Sie Ihre Füße täglich ein und pflegen Sie die Nägel. Wer Probleme mit der Nagelpflege oder Hautschäden an den Füßen hat, für den ist eine fachgerechte medizinische Fußpflege das Richtige.
  • Tragen Sie bequeme Schuhe, in denen Ihre Füße ausreichend Platz  haben und nicht schwitzen.
  • Treiben Sie regelmäßig Sport und ernähren Sie sich ausgewogen und abwechslungsreich.