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Kalte Füße – Ursachen: Blutdruck, Gefäßschäden

Sind weder Kälte noch Nässe im Spiel, gehören zu den häufigsten Ursachen für kalte Füße Kreislaufprobleme wie niedriger Blutdruck und Gefäßkrankheiten. Doch hier lässt sich gegensteuern

von Andrea Blank-Koppenleitner, aktualisiert am 16.10.2018
Polyneuropathie

Kalte Füße, Schmerzen in den Waden können auf eine Gefäßverkalkung hinweisen


Niedriger Blutdruck (Hypotonie), Kreislaufschwäche: Oft kalte Füße und Hände

Damit das Blut mit dem passenden Druck ungehindert durch die Gefäße strömen kann, muss einmal das Herz leistungsfähig sein. Zum anderen müssen die Gefäße selbst intakt und funktionstüchtig sein. Ist der Druck aus unterschiedlichen Gründen nun zu niedrig, fließt das Blut nicht mehr gleichmäßig, einzelne Organe und Körperteile werden schlechter durchblutet.

Niedriger Blutdruck in Form der sogenannten essenziellen Hypotonie ist zwar oft unangenehm, aber in der Regel harmlos. Sehr schlanke junge Frauen, hochaufgeschossene junge Männer oder ältere Menschen haben häufiger damit zu tun.

Der sekundäre Blutniederdruck hat verschiedene Ursachen. Verantwortlich können Nervenstörungen, Herzprobleme oder auch körperliche Schwäche nach längerer Bettlägerigkeit oder überstandener Infektionskrankheit sein. Aber auch bei Stoffwechselkrankheiten wie zum Beispiel Diabetes sowie bei Hormonstörungen sinkt manchmal den Blutdruck ab.

Darüber hinaus führen bisweilen Medikamente gegen Bluthochdruck sowie wasserauschwemmende Mittel (Diuretika) und Flüssigkeitsmangel zu einem zu niedrigen Blutdruck.

Eine weitere Form ist die orthostatische Hypotonie. Das ist ein Blutdruckabfall beim Wechsel in eine aufrechte Körperhaltung, etwa beim Aufstehen aus dem Bett oder auch beim Bücken. Er geht mit unangenehmen Symptomen wie Schwindel oder Kollapsneigung (siehe unten) einher.

Zugrunde liegt eine gestörte Blutdruckregulation, bei der das Blut, etwa nach dem Aufstehen, in den Beinvenen und Bauchvenen versackt. Zu den Ursachen gehören neben einem höheren Lebensalter unter anderem eine krankhafte sekundäre Hypotonie und deren Auslöser. So können etwa auch Venenleiden, Störungen in bestimmten Nervenfunktionen oder Medikamentennebenwirkungen die Blutdruckschwankung hervorrufen.

Symptome: Im Falle einer essenziellen Hypotonie bereitet ein zu niedriger Blutdruck kaum oder keine Beschwerden und gilt daher auch nicht als krankhaft. Müdigkeit, Konzentrationsstörungen, kalte Hände und Füße, Reizbarkeit und Schlafstörungen können jedoch relativ unangenehme Begleiterscheinungen sein – aber auch eine Art Fingerzeig, dagegen aktiv zu werden.

Bei der orthostatischen Hypotonie fällt der Blutdruck plötzlich ab, häufig morgens beim Aufstehen, aber auch während längerem Stehen oder körperlicher Anstrengung. Den Betroffenen wird schwarz vor den Augen, schwindlig bis hin zu kurzen Ohnmachten (Synkopen). Sie haben mitunter kalte Schweißausbrüche, kalte Füße, Herzklopfen und Kopfschmerzen. Je nach Ursache kommen weitere Beschwerden hinzu.

Mehr zu Ursachen, Diagnose und Therapie erfahren Sie im Ratgeber "Niedriger Blutdruck (Hypotonie)":

Gefäßerkrankungen, Arteriosklerose: Kalte, kribbelnde Füße

Häufig und chronisch kalte Füße sind oft die Folge zunehmender Ablagerungen und Verengungen in den Gefäßen. Die Hauptrisikofaktoren für eine Gefäßverkalkung, Arteriosklerose, sind Rauchen, Bewegungsmangel, Übergewicht. Nachteilig wirken sich ebenso zu hohe Blutfettwerte, Bluthochdruck und Diabetes (siehe auch nächste Abschnitte) aus. Natürliche Alterungsvorgänge, aber auch Dauerstress oder psychische Belastungen wie Depressionen können Zustand und Funktionen der Gefäße beeinflussen. Die unterschiedlichen Faktoren führen dazu, dass sich die Zusammensetzung des Blutes verändert und damit die Innenhaut der Arterien und allmählich die Innenwand angegriffen werden.

Das heißt auch: Schreitet die Arteriosklerose fort, können sich Gefäße in einem Körperbereich akut verschließen. Folglich ist die Durchblutung dort gestört. Unterversorgtes Gewebe stirbt ab. Am Herzen entspricht das einem Herzinfarkt, im Gehirn einem Schlaganfall. Beides sind Notfälle, die sich schwerwiegend auswirken können. 

Symptome: Mögliche Beschwerden äußern sich in besonders schlecht versorgten Körpergebieten. Ein Leeregefühl im Kopf, ein Engegefühl in der Brust, Atemnot bei körperlicher Anstrengung, Sehstörungen, Schmerzen in den Beinen beim Gehen, Kribbeln und Kältegefühl in den Füßen (siehe unten: pAVK) können eine Gefäßverkalkung anzeigen.

Ausführliche Informationen zu Ursachen und Risiken sowie zu Diagnose und Therapie von Gefäßverkalkungen finden Sie im Spezial "Arteriosklerose – gefährlicher Engpass":

Periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK): Blasse, kalte Füße als mögliches Anzeichen

Betrifft eine Arteriosklerose die Gliedmaßen – hauptsächlich geht es hier um die Beine –, sprechen Mediziner von einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit, kurz pAVK. Die damit verbundenen Beschwerden äußern sich vor allem an den Unterschenkeln und oft auch an den Füßen. Bestimmte seltene Gefäßerkrankungen können mitunter zu einer pAVK führen. Hauptsächlich erkranken jedoch Raucher ab 60 und Menschen mit Diabetes, Bluthochdruck oder Fettstoffwechselstörungen daran.

Symptome: Häufig zeigen sich anfangs keine deutlichen Beschwerden. Blasse, später auch gerötete, oft kalte Füße, ein Ziehen im Unterschenkel beim Gehen oder Schmerzen in der Fußsohle können Hinweise sein. Die Schmerzen sind beim Laufen bisweilen so unangenehm, dass der Betroffene immer wieder stehen bleibt (Schaufensterkrankheit), weil die Beschwerden dann aufhören. Geschädigte Arterien in Füßen und Zehen führen zu erhöhtem Kälteempfinden, das Gewebe ist unterversorgt, verändert sich daher und kann absterben, Wunden heilen schlechter.

Hinweise zum diabetischen Fuß bei Nervenschädigung (Neuropathie) infolge der Zuckerkrankheit: Wenn die Neuropathie im Vordergund steht, leiden die Betroffenen hauptsächlich unter Taubheitsgefühlen, Kribbeln, brennenden Schmerzen in Beinen und Füßen, teils bis in die Zehen, häufig nachts und bei Wärme. Da das Empfinden für Temperatur und Berührung nachlässt, werden Kälte, Wärme, Druck und Schmerzen mit der Zeit immer weniger wahrgenommen und Verletzungen am Fuß eher spät bemerkt. Auch eine besonders trockene Haut – sie begünstigt wiederum Verletzungen – kann auf eine Nervenschädigung hinweisen. Weitere Informationen unter "Diabetischer Fuß" (auf unserem Partnerportal https://www.diabetes-ratgeber.net):

Diagnose und Therapie bei PAVK: Der Arzt wird das Krankheitsbild durch eingehende Untersuchungen von anderen Erkrankungen wie einer Arthrose der Zehengelenke, Gicht oder Nervenschäden – auch im Rahmen eines möglichen Diabetes – abgrenzen.

Für die Therapie ist es wesentlich, die Risikofaktoren auszuschalten. Das heißt, das Rauchen aufzugeben, Blutzuckerwerte gut einzustellen, Bluthochdruck zu senken und die Blutfettwerte zu normalisieren. Das ist auch deshalb wichtig, weil die Betroffenen häufig nicht nur eine Arteriosklerose der Beingefäße haben, sondern auch der Herzkranz- und Halsgefäße. Damit sind sie besonders gefährdet, einen Herzinfarkt und einen Schlaganfall zu erleiden (siehe oben).

Gegen die Beschwerden können Medikamente, krankengymnastische Übungen und medizinische Fußpflege hilfreich sein. Am wichtigsten: Konsequentes Gehtraining!

Je nachdem, wie ausgeprägt die Schäden sind, können sogenannte "Gefäßwiedereröffnungs"-(Revaskularisations-)maßnahmen notwendig sein. Dazu gehören etwa das Aufdehnen des Gefäßes mit einem Ballonkatheter und gegebenenfalls die Einlage eines Stents, eines feinen Maschendrahtgeflechts zum Offenhalten. Manchmal entfernen die Fachärzte vorhandene Gerinnsel oder legen einen Bypass. Schreitet die Erkrankung trotz Behandlung fort, muss unter Umständen sogar der betroffene Fuß amputiert werden.

Lesen Sie mehr zu Ursachen, Diagnose und Therapien im Ratgeber "Durchblutungsstörungen der Extremitäten (PAVK)":

Eine mangelnde Blutversorgung in den Füßen und damit verbundene Kältegefühle können sich auch im Rahmen einer Herzerkrankung durch die Pumpschwäche des Herzens (Herzschwäche, Herzinsuffizienz) entwickeln.

Ebenso sind kalte Füße bei einer Blutarmut möglich. Im Allgemeinen stehen hier aber Symptome wie Müdigkeit, Schwindel und Blässe, bei Herzinsuffizienz zudem mangelnde Belastbarkeit, (Bein-)Schwellungen und Atemnot in Ruhe oder bei Belastung im Vordergrund.