Fersensporn: Therapie

Die Entlastung des betroffenen Fußes und individuelle Schuheinlagen stehen meistens im Mittelpunkt der Behandlung

aktualisiert am 22.04.2014

Bei einem Fersensporn helfen oft maßgefertigte Einlagen. Hier wird dazu ein Fußabdruck angefertigt


Der Arzt wird dem Patienten zunächst raten, den betroffenen Fuß vorübergehend zu entlasten. Bis eine Besserung eingetreten ist, sollten die Patienten zum Beispiel allzu intensiven Sport oder lange Fußmärsche mit ungepolsterten Schuhen vermeiden.

Fersensporn: Das hilft kurzfristig

Gepolsterte Fersenkissen verringern den Druck auf die Ferse und lassen die Schmerzen beim Gehen geringer werden. Das Gewebe um den Fersensporn kann abschwellen und die Entzündung allmählich abklingen.

Medikamente: Halten sich die Schmerzen hartnäckig, helfen eventuell schmerzstillende und entzündungshemmende Medikamente oder Salben. Bei der Auswahl geeigneter Präparate beraten Arzt oder Apotheker. Der Arzt kann im akuten Stadium außerdem entzündungshemmende Wirkstoffe wie Kortison und örtliche Betäubungsmittel um den Fersensporn herum spritzen. Als Dauertherapie eignen sich diese Maßnahmen jedoch eher nicht.

Das hilft auf längere Sicht bei einem Fersensporn

Einlagen: Zur längerfristigen Behandlung haben sich individuell angepasste Schuheinlagen bewährt. Sie unterstützen den Fuß gezielt und reduzieren die Belastung im Bereich des Fersensporns durch Schaumgummi-Unterfütterung oder Hohllegung (eine Art genau geplante Aussparung in der Einlagenbettung). So sorgen sie für eine optimale Druckverteilung.

Entlastung: Der Abbau von Übergewicht ist sinnvoll, um die Belastung auf die Füße weiter zu verringern. Einseitige Belastungen sind nach Möglichkeit zu vermeiden. Sportler sollte sich vor dem Training stets mit ein paar Übungen aufwärmen. Die Füße brauchen außerdem immer wieder ausreichende Ruhepausen.

Geeignete Schuhe: Wer viel Sport treibt, sollte sich am besten in Sachen optimales Schuhwerk und Lauftechnik beraten lassen. Hat die Ferse schon einmal Probleme bereitet, ist es besonders wichtig, nicht nur zum Training, sondern möglichst oft bequeme, gut gepolsterte Schuhe zu tragen. Das gilt insbesondere auf hartem Untergrund. Flache Schuhe mit harter Sohle bleiben besser die Ausnahme.

Physiotherapie kann die Entlastungsmaßnahmen beim Fersensporn ergänzen. Die Muskeln und Sehnen an der Fußsohle werden mit bestimmten Übungen gedehnt und gekräftigt. Diese Übungen sollten am besten unter Anleitung eines Physiotherapeuten erlernt und regelmäßig zuhause fortgesetzt werden.

Weitere Therapiemöglichkeiten

Bei der Extrakorporalen Stoßwellentherapie (ESWT) lenkt der Arzt Druckwellen auf die betroffene Stelle. Die Behandlung ist nur wenig schmerzhaft, Schwellungen treten gelegentlich auf. Die Stoßwellentherapie erfordert einige Sitzungen im Abstand von einigen Tagen oder Wochen. Da die Wirksamkeit dieser Therapie in nur wenigen Arbeiten wissenschaftlich belegt ist, zahlt die gesetzliche Krankenkasse dafür nicht. Ob das Verfahren im Einzelfall hilfreich sein könnte, zum Beispiel wenn andere Methoden versagen, sollte am besten gemeinsam mit dem Arzt besprochen werden.

Röntgenstrahlen: Auch wenn hier nur wenige signifikante Studien existieren, hat etwa ein Drittel der Patienten mit chronischen Fersensporn-Beschwerden nach der sogenannten "Röntgenschmerzbestrahlung" eine deutliche Erleichterung.

Die Operation ist bei einem Fersensporn eher die Ausnahme, die Beschwerden bessern sich im Anschluss nicht immer. Bei dem Eingriff wird zum Beispiel ein Teil der Sehnen der Sehnenplatte des Fußes abgetrennt, um die Spannung auf die Sehnen zu reduzieren. Dadurch kann sich allerdings langfristig das Längsgewölbe abflachen (Senkfuß). Mögliche Komplikationen wie Nervenschäden, Infektionen oder eine Verletzung von Blutgefäßen, die generell bei Operationen auftreten können, müssen bedacht werden. Im Bereich der Operationsnarbe können außerdem Beschwerden wie beim Fersensporn selbst auftreten.