Fersenschmerz: Diagnose

Krankengeschichte, Symptome, Befunde: Darauf fußt nahezu jede Diagnose, auch bei Fersenschmerzen. Bei Bedarf stützen technische Verfahren das Resultat oder liefern es

aktualisiert am 26.01.2017

Röntgenaufnahmen gehören zum Grundgerüst der orthopädischen Diagnostik


An den Anfang der Diagnose stellt der Arzt dem Patienten eine Reihe von Fragen. Die Antworten geben oft schon wichtige Hinweise auf die Diagnose. So fragt der Arzt den Patienten nach seinen Beschwerden, den mutmaßlichen Auslösern und nach früheren Verletzungen oder Erkrankungen, die Auswirkungen auf die Knochen, Sehnen, Gelenke und Muskeln hatten oder weiterhin haben könnten (Krankengeschichte, Anamnese). Sieht der Arzt den Patienten das erste Mal, erhebt er in der Regel eine umfassendere Anamnese.

Die Diagnose: Oft ein Mosaik aus vielen Steinchen

Bei der anschließenden körperlichen Untersuchung richtet sich das Augenmerk natürlich in erster Linie auf das Bewegungssystem des Patienten. Stichworte hier: Körperhaltung und Körperbau, Gangbild und Stehvermögen, Gelenkbeweglichkeit und Muskelkraft. Außerdem untersucht der Arzt orientierend Nervenfunktionen wie das Berührungs-, Schmerz- und Temperaturempfinden (Sensibilität) sowie die Muskelreflexe an den Füßen und Beinen.

Für die Achillessehne gibt es verschiedene klinische Tests – Bewegungs- und manuelle Tests (diagnostische Handgriffe) – die sich einfach durchführen lassen und aussagekräftig sind (siehe Kapitel "Fersenschmerz – Ursachen: Achillessehne, Schleimbeutel, Fersensporn & Co.").

Bei Anhaltspunkten für eine spezielle Grunderkrankung wird der Arzt ergänzende Untersuchungen veranlassen, etwa bestimmte Labortests. Oder er überweist den Betroffenen an einen jeweils geeigneten Facharzt, zum Beispiel einen Internisten oder Neurologen.

Weitergehende Informationen können bildgebende Verfahren liefern. Das sind im Hinblick auf den Fuß vor allem Ultraschall-(Sonografie-) und Röntgenaufnahmen, sodann die Farbdopplersonografie. Bei besonderen Fragestellungen, beispielsweise wenn es um genauere Informationen über den Zustand bestimmter Strukturen des Fußes oder auch die Abklärung von Fersenschmerzen bei Kindern geht, veranlasst der Arzt eine Magnetresonanztomografie (MRT).

Bei unklaren Knochenveränderungen, etwa Verdacht auf einen Stressbruch (Stressfraktur), kann im Einzelfall eine Szintigrafie weiterhelfen. Allerdings ist die MRT meist hinreichend genau.

Nicht alle Verfahren sind eine Kassenleistung

Die Fußdruckmessung (Pedografie oder Podografie, auch Pedobarometrie) ist eine Spezialuntersuchung. Druckmessplatten in einem Laufband zeichnen die Zeit-Druck-Verläufe unter der Fußsohle auf. Es gibt auch mobile Messsohlen. Die Technik kann bei der orthopädischen Schuh- und Einlagenversorgung zur Vermessung druckgerechter Einlagen bei Problemfüßen wie diabetischer Fuß (Merkmal hier: fehlende Schmerzempfindung, daher kein Thema dieses Beitrags) hilfreich sein. Anders als die Versorgung mit Einlagen selbst werden solche Messungen in der Regel nicht von den Krankenkassen bezahlt.

Schließlich kann inzwischen bei verschiedenen Fußproblemen eine endoskopische Maßnahme – hier auch als Tendoskopie, also eine Endoskopie der Achillessehne – weiterhelfen, sowohl zu Diagnose- wie Therapiezwecken.