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Fersenschmerz: Diagnose

Krankengeschichte, Symptome, Befunde: Darauf fußt nahezu jede Diagnose, auch bei Fersenschmerzen. Bei Bedarf stützen technische Verfahren das Resultat oder liefern es

von Dr. med. Claudia Osthoff, aktualisiert am 30.05.2019
Sprechstunde beim Arzt

Röntgenaufnahmen gehören zum Grundgerüst der orthopädischen Diagnostik


Die Diagnosestellung beginnt mit einer Reihe von gezielten Fragen an den Patienten. Seine Antworten geben dem Arzt oft schon wichtige Hinweise.

So fragt er den Patienten nach seinen Beschwerden, den mutmaßlichen Auslösern und nach früheren Verletzungen oder Erkrankungen, die Auswirkungen auf die Knochen, Sehnen, Gelenke und Muskeln hatten oder weiterhin haben könnten (Krankengeschichte, Anamnese).

Sieht der Arzt den Patienten das erste Mal, erhebt er in der Regel eine umfassende Anamnese.

Reflexprüfung

Die Diagnose: Oft ein Mosaik aus vielen Steinchen

Bei der anschließenden körperlichen Untersuchung richtet sich das Augenmerk natürlich in erster Linie auf das Bewegungssystem des Patienten. Ein paar Stichworte hier: Körperhaltung und Körperbau, Gangbild und Stehvermögen, Gelenkbeweglichkeit und Muskelkraft.

Außerdem untersucht der Arzt orientierend Nervenfunktionen wie das Berührungs-, Schmerz- und Temperaturempfinden (Sensibilität) sowie die Muskelreflexe an den Füßen und Beinen.

Für die Achillessehne gibt es verschiedene klinische Tests – Bewegungs- und manuelle Tests (diagnostische Handgriffe) – die sich einfach durchführen lassen und aussagekräftig sind (siehe Kapitel "Fersenschmerz – Ursachen: Achillessehne, Schleimbeutel, Fersensporn & Co.").

Wenn der Arzt bei einem Patienten Anhaltspunkte für eine spezielle Grunderkrankung hat, wird er ergänzende Untersuchungen veranlassen, etwa bestimmte Labortests. Oder er überweist den Betroffenen an einen jeweils geeigneten Facharzt, zum Beispiel einen Internisten oder Neurologen.

Weitergehende Informationen können bildgebende Verfahren liefern. Das sind im Hinblick auf den Fuß vor allem Ultraschall-(Sonografie-)Bilder und Röntgenaufnahmen, sodann die Farbdopplersonografie.

Geht es um besondere Fragestellungen, beispielsweise genauere Informationen über den Zustand bestimmter Strukturen des Fußes oder auch die Abklärung von Fersenschmerzen bei Kindern, veranlasst der Arzt eine Magnetresonanztomografie (MRT).

Bei unklaren Knochenveränderungen, etwa Verdacht auf einen Stressbruch (Stressfraktur), kann im Einzelfall eine Szintigrafie weiterhelfen. Allerdings ist die MRT meist hinreichend genau.

Fußabdruck für Schuheinlage

Nicht alle Verfahren sind eine Kassenleistung

Die Fußdruckmessung (Pedografie oder Podografie, auch Pedobarometrie) ist eine Spezialuntersuchung. Druckmessplatten in einem Laufband zeichnen die Zeit-Druck-Verläufe unter der Fußsohle auf.

Es gibt auch mobile Messsohlen. Die Technik kann bei der orthopädischen Schuh- und Einlagenversorgung zur Vermessung druckgerechter Einlagen bei Problemfüßen wie diabetischer Fuß (Merkmal hier: fehlende Schmerzempfindung, daher kein Thema dieses Beitrags) hilfreich sein.

Anders als die Versorgung mit Einlagen selbst werden solche Messungen in der Regel nicht von den Krankenkassen bezahlt.

Schließlich kann inzwischen bei verschiedenen Fußproblemen eine endoskopische Maßnahme – hier auch als Tendoskopie, also eine Endoskopie der Achillessehne – weiterhelfen, sowohl zu Diagnose- wie Therapiezwecken.