Fersenschmerz – Ursachen: Fußfehlstellungen, Knochenkrankheiten, Nervenschäden

Hier geht es um Fußfehlstellungen, Knochenzysten und andere Knochenerkrankungen, um geschädigte Fußnerven, Schwielen und Warzen als Ursachen von Fersenschmerzen

aktualisiert am 27.06.2018

Bei "Knochenschmerzen" immer rechtzeitig zum Arzt


Fersenschmerzen hängen manchmal mit Fußfehlstellungen zusammen. Es gibt angeborene und erst im Laufe des Lebens erworbene Anomalien wie Knick-Senk-Fuß und Plattfuß. Angeborene Veränderungen sind unterschiedlich ausgeprägt. Mitunter bedürfen sie der operativen Korrektur. Überzählige Fußknochen wie das Os trigonum am Hinterrand des Sprungbeins sind sogenannte Plus-Varianten und als solche häufig symptomlos. Bei anhaltenden Belastungen kann es eventuell zu "Reibungen" im Gefüge des Fußes oder kleinsten Schäden am Knochen kommen. Manchmal wird auch ein Nerv beengt.

Solitäre, also einzelne Knochenzysten, und die Apophysitis calcanei sind Ursachen für Fersenschmerzen bei Kindern und Jugendlichen. Die Knochenzysten stellen sich meist zufällig nach einem Fersenbeinbruch heraus und zählen zu den gutartigen Knochengeschwülsten. Nachfolgend mehr zu diesen und einigen anderen Problemen an der Ferse.

Angeboren und erworben: Knick-Senk- oder Plattfuß

  • Fußfehlstellungen haben unterschiedliche Entstehungsgeschichten und Ausprägungen. Bei einem Knick-Senk-Plattfuß ist das innere Längsgewölbe des Fußes abgeflacht, das Fersenbein kippt nach außen. Im Kleinkindalter ist ein Knick-Senk- oder Knick-Plattfuß bis zu einem gewissen Grad normal. Meistens regulieren sich die Verhältnisse am Fußgewölbe und das Gangbild mit der Zeit. Dann war die Anomalie physiolgisch. Beibt der Knick-Platt-Fuß bestehen, gibt es zwei Möglichkeiten: Er kann sich im Zehenstand von selbst ausgleichen, ist also flexibel. Ein fixierter Knick-Plattfuß dagegen beruht zum Beispiel auf Verschmelzungen zwischen Fußwurzelknochen oder anderen Formveränderungen (angeborener Plattfuß mit steil aufgerichteter Fußwurzel) von Geburt an.

    Auch eine verkürzte Achillessehne kann die Fehlstellung verursachen. Außerdem können sich Plattfüße im Laufe der Zeit bei Muskel- oder Bänderschwäche und Übergewicht entwickeln. Die Abflachung des ursprünglich normal entwickelten Längsgewölbes wirkt sich auf den ganzen Fuß aus. Nicht zuletzt verkürzt sich die Achillessehne hier als Folgeerscheinung. Bei vorhandener Knick-Komponente steht der Fersenknochen schief. Auch das Knie kann in eine Fehlstellung geraten, zum Beispiel ein X-Bein.

    Symptome: Plattfüße und die Knick-Senk-Kombinationen weisen die typische Formabweichung auf. Je nach Umstand kommt es schon frühzeitig, also auch schon in der Kindheit, zu Bewegungseinschränkungen und / oder zu Fuß- beziehungsweise Fersenschmerzen beim Gehen.

    Diagnose: Kinder mit auffälligen Füßen werden in einer kinderorthopädischen Fußsprechstunde untersucht. In jedem Lebensalter gilt bei Fußanomalien: Der Arzt begutachtet nicht nur die Füße und das Gangbild, sondern das Bewegungssystem insgesamt. Außerdem macht er bestimmte Funktionstests. So bewegt er den Fuß durch und begutachtet den Zehenstand. Auch Aufzeichnungen der Fußabdrücke und Messungen der Druck-Zeit-Verläufe unter der Fußsohle beim Gehen und Stehen können informativ sein. Je nach Fragestellung und Alter, in dem Fußprobleme und / oder -beschwerden auftreten, kommen auch bildgebende Untersuchungen wie Röntgenaufnahmen in speziellen Aufnahmerichtungen und im Seitenvergleich in Betracht, oder eine Magnetresonanztomografie.

    Therapie: Bei Knick-Senkfuß beziehungsweise Plattfuß steht die konservative Therapie mit korrigierenden Einlagen, Schuhzurichtungen, Fußgymnastik und  Abnehmen bei Übergewicht zunächst im Vordergrund. Eine Operation kann erforderlich werden, wenn Beschwerden und Einschränkungen sich so nicht beherrschen lassen. Das kann zum Beispiel bei einem fixierten, schmerzhaften Plattfuß mit gestörter Beweglichkeit (Kinder) und bei Erwachsenen mit einem symptomatischen überzähligen Fußknochen oder anderen Besonderheiten am Fuß der Fall sein.

Extrafußknochen hinten am Sprungbein: Das Os trigonum

  • Ein maßgeblicher überzähliger Knochen (Ossikel) am Fuß ist das Os trigonum. Die angeborene Skelettvariante macht sich oft erst im Laufe des Lebens bemerkbar, wenn sich der Fuß, unabhängig von der Formstörung, durch geschwächte Sehnen und Bänder oder infolge einer Verletzungen verändert. Auch bei sportlich aktiven Menschen oder Balletttänzerinnen entpuppt sich ein Os trigonum manchmal als Ursache von Beschwerden an der Ferse: Der Extraknochen kann bei starker Überstreckung des Fußes zum Spann hin oder wenn sich seine Position am Sprungbein lockert, auf einen nahegelegenen Nerven drücken.
    Symptome: Beim Os trigonum konzentrieren sich die Schmerzen auf die Gegend hinter dem Außenknöchel, können aber auch in die Achillessehne ausstrahlen und als unklare "Achillodynie", also als unklare Schmerzen an der Achillessehne, interpretiert werden.
    Diagnose und Therapie: Röntgenaufnahmen oder Magnetresonanzbilder (MRT) bilden den vom Arzt häufig schon einkalkulierten überzähligen Knochen zweifelsfrei ab. Ein Ossikel, das Beschwerden bereitet, wird im Allgemeinen operativ oder endoskopisch entfernt.

Wachstumsstörung an der Ferse: Apophysitis calcanei

  • Die meist wieder von selbst abklingende Störung betrifft vor allem sportlich aktive Kinder und Jugendliche, mehrheitlich Buben, in der Vorpubertät und Pubertät. Auslösend ist möglicherweise das Zusammenwirken von Zug- und Scherkräften beim Sport und im Wachstumsschub. Wachstumszonen in den Knochen, die sogenannten Knochenkerne oder Apophysen, verschmelzen normalerweise mit dem benachbarten Hauptknochen und bilden Vorsprünge als Ansatzpunkte für Sehnen und Bänder. Bei der Apophysitis calcanei (Sever-Krankheit) verzögern sich die Reifungsvorgänge vorübergehend. An der Ansatzstelle der Achillessehne am Fersenbein treten durch den erhöhten Belastungsdruck, der vor allem auf den Knien und Fersen ruht, wiederholt kleinste Schäden auf. Ärzte sprechen auch von einer Osteochondrose und meinen damit eine Belastungsreaktion wachsender Knochen- und Knorpelzellen.

    Symptome:
    Belastungsabhängige Schmerzen an der druckempfindlichen Ferse, eventuell schmerzbedingtes Hinken direkt nach dem Sport, Besserung in Ruhe, mitunter örtliche Schwellung und Druckschmerzhaftigkeit. Die Beweglichkeit kann dadurch eingeschränkt sein.

    Diagnose:
    Häufig, aber nicht immer ist die Ferse, manchmal auch beide, bei der ärztlichen Untersuchung druckschmerzhaft. Im Röntgenbild zeigen sich Unregelmäßigkeiten am Knochenkern (Apophyse) zum Fersenbein hin. Orthopäden setzen bei Kindern zunehmend Ultraschall als erste bildgebende Untersuchung ein, um Veränderungen oder Verletzungen an Knochen zu erkennen.

    Therapie: Eine Polstereinlage zur Druckdämpfung entlastet die Ferse. Der Arzt verordnet eine Sportpause, auch im Schulunterricht. Schwimmen oder Radfahren sind erlaubte Alternativen. Begleitende Fußprobleme, etwa ein Knickfuß, werden durch korrigierende Einlagen behandelt. Auch eine physikalische Therapie oder Physiotherapie mit Dehnübungen ist oft angezeigt. In der Regel sind die Beschwerden nach spätestens einem halben Jahr, manchmal auch schon früher, vorbei.

Müde oder schwach? Stress-und Insuffizienzfraktur des Fersenbeins

  • Einen Ermüdungsbruch nennen Mediziner auch Stressfraktur. Fraktur bedeutet Bruch. Zu einer Stressfraktur kommt es durch anhaltende Belastungen des Fußes bei ausgedehnten Märschen, Marathonläufen oder Sport mit viel Lauf- und Sprungelementen und intensiviertem Trainung. Oft gehen dem Ereignis also wiederholte oder sehr lange dauernde Belastungen voraus. Auch ungeeignetes Schuhwerk oder ein zu harter Untergrund (etwa Asphalt, Cross-Country) können den Füßen zusetzen. Ein vor diesem Hintergrund entstandener Ermüdungsbruch betrifft einen im Kern gesunden Knochen. Die zunächst kleinsten Verletzungen repariert er kontinuierlich. Schließlich kommt es aber doch zur Ermüdung und haarfeinen Rissen.

    Sogenannte Ermüdungsfrakturen ohne besondere Belastungen können auf eine bislang unerkannte Knochenstörung hinweisen, beispielsweise eine verminderte Knochendichte. Fachleute sprechen dann von Insuffizienzfraktur, weil der schon geschwächte Knochen normalen Anforderungen nicht mehr genügt. Risikofaktoren: Weibliches Geschlecht, Magersucht, geringe Muskelkraft und Fitness, bewegungsarmer Lebensstil, Rauchen, fortgeschrittenes Alter. Auch der Körperbau kann eine Rolle spielen, beispielsweise ungleiche Beinlängen oder eine Kniefehlstellung wie das X-Bein.

    Symptome bei Stress- und Insuffizienzfraktur des Fersenbeins: Es entwickeln sich allmählich zunehmende Fersen- oder Fußschmerzen, besonders bei Belastung. Die Fersengegend kann anschwellen.

    Diagnose: Der genaue Zeitpunkt der Schädigung ist den Betroffenen oft nicht bewusst. Angaben des Patienten darüber, wie es zu den Beschwerden gekommen ist, über die sportlichen Aktivitäten beziehungsweise die medizinische Vorgeschichte (Anamnese) und der klinisch wenig auffällige Untersuchungsbefund können zur Verdachtsdiagnose führen. Allerdings sind auch im Röntgenbild anfangs oft nur diskrete Zeichen erkennbar. Bestätigen lässt sich die Diagnose in unklaren Fällen durch eine Magnetresonanztomografie (MRT).

    Therapie: Eine längere Belastungspause ist leider unvermeidlich. Gegebenenfalls sind Unterarmgehstützen oder ein pneumatischer Schuh mit guter Schrittdämpfung und Bettung des Fußes angebracht. Operative Maßnahmen sind bei diesen Brüchen im Gegensatz zu verletzungsbedingten Brüchen nur selten erforderlich.

Einzelne (solitäre) Knochenzysten

  • Eine Zyste ist ein flüssigkeitsgefüllter Hohlraum. Da Knochenzysten manchmal einen Tumor nachahmen, werden sie tumorähnlich genannt. Tumor bedeutet zunächst nur ganz allgemein Geschwulst. Es gibt aber verschiedene Arten – sowohl bei den Tumoren als auch bei den Knochenzysten. Knochenzysten sind gutartig.

    Am Fuß kommen Knochenzysten selten vor, mitunter am Fersenbein. Häufiger entstehen sie zum Beispiel im oberen Schaft des Oberarmknochens. Der zweite Name lautet einfache, juvenile Zysten. Juvenil sagt es schon: Die Veränderungen treten im jungen Lebensalter auf, etwa zwischen fünf und 15 Jahren, im Allgemeinen unter 20 Jahren, seltener später. Die Ursache ist unbekannt. Der Hohlraum, der mitunter auch mehrere Kammern enthält, ist meist von einer klaren Flüssigkeit ausgefüllt. Die Zyste wird häufig zufällig aus Anlass eines Fersenbeinbruchs festgestellt.

    Der Knochenbruch hat Vor- und Nachteile: Zum einen entpuppt sich so oft die Diagnose. Auch bildet der Bruch häufig für den Knochen einen Anreiz zur Heilung. Allerdings kann er Stabilitätsprobleme bereiten. Ein Teil der Knochenzysten neigt zudem dazu, wieder aufzutreten. Sie können dann aber erneut behandelt werden.

    Symptome:
    Die Zysten können symptomlos sein. Manchmal tritt bei Belastung ein Schmerz auf. Selten entwickelt sich eine Schwellung. Mitunter führt eine plötzlich einwirkende Kraft, ein Stoß oder Aufprall, zu einem Knochenbruch – hier der Ferse – mit akuter, schmerzhafter Schwellung. Ärzte nennen das einen krankhaften Bruch oder Insuffizienzfraktur, da bereits eine geringfügige Verletzung zu einem Knochenbruch geführt hat.

    Diagnose:
    In Röntgenbildern zeigt sich eine Knochenzyste deutlich als Defekt, der Knochen kann im betroffenen Bereich aufgetrieben sein. Eine Magnetresonanztomografie (MRT) kann gegebenenfalls weitere Informationen liefern. Nur in seltenen, unklaren Situationen sollte sicherheitshalber eine Gewebeprobe aus dem Knochen untersucht werden. Bei einem krankhaften Knochenbruch beziehungsweise einer Insuffizienzfraktur (siehe oben, Abschnitt "Ermüdungsbruch des Fersenbeins") wird der Arzt bei entsprechenden Anhaltspunkten außerdem Knochenerkrankungen wie zum Beispiel eine Osteomyelitis ausschließen.

    Therapie:
    Der Orthopäde orientiert sich bei der Wahl der Therapie an den Beschwerden, der Lage und Größe der Zyste sowie einer möglichen Gefahr für einen Knochenbruch und Gehbehinderung. Bei geringfügigen Beschwerden und angesichts der Selbstheilungstendenz ist aufmerksames Beobachten durchaus gerechtfertigt. Dagegen spricht ein erhöhtes Risiko für einen Knochenbruch dafür, den Knochen chirurgisch zu stabilisieren.

Knochentumoren: Gut- und bösartig

  • Echte Geschwülste (Tumoren) am Fersenbein sind eine Rarität. Es gibt gutartige und bösartige Formen sowie solche, die beide Eigenschaften in sich vereinen. Letztere sind allerdings am Fuß eher die Ausnahme.

    Gutartig sind zum Beispiel Osteoidosteome. Diese knochenbildenden Tumoren kommen in jungen Jahren vor, im Alter zwischen fünf und 30. Bösartig sind sogenannte Osteosarkome. Sie bilden Knochen, wachsen relativ schnell und sind die häufigsten Knochentumoren bei Kindern und jungen Erwachsenen. Betroffen ist vorwiegend das männliche Geschlecht.

    Symptome:
    Ein Osteoidosteom
    bereitet typischerweise nachts sehr starke Schmerzen, die aber sehr gut auf Schmerzmittel wie zum Beispiel Acetylsalicylsäure ansprechen. Ein Osteosarkom verursacht einen belastungsabhängigen Schmerz, einen örtlichen Druckschmerz, später auch eine tastbare schmerzhafte Schwellung. Eventuell kommt es zu einem Knochenbruch.

    Diagnose:
    Osteoidosteom: Der Fuß ist äußerlich unauffällig. Typisch dagegen ist das Röntgenbild, welches einen "Fleck" mit einem verdichteten Rand zeigt. Die Geschwülste werden bis zu einen Zentimeter groß.
    Ein Osteosarkom kann sich in der Röntgenaufnahme als ein örtlich defekter Knochen mit wolkiger Struktur und umgebender Reizung darstellen. Im Blut sind Werte wie die alkalische Phosphatase und LDH eventuell erhöht. Mittels einer Magnetresonanztomografie (MRT) wird die Zone des Tumors nebst Umgebung untersucht. Eine Gewebeprobe zur feingeweblichen Analyse ist für die Diagnose unerlässlich. Auch das übrige Knochensystem und die Lungen werden überprüft, um Klarheit über Erkrankungsstadium zu erhalten.

    Therapie:
    Osteoidosteom: Das Gewebe wird ausgeschabt (Kürettage). Danach sind die Schmerzen behoben.
    Osteosarkom: Die Behandlung beruht maßgeblich auf einer Chemotherapie und Operation. Sie sollte an ein Zentrum gebunden sein, das spezielle Erfahrung auf diesem Sektor hat (siehe auch Kapitel "Fersenschmerz: Fachliteratur").

    Weiterführende Informationen im Ratgeber "Osteosarkom".

Nerven unter Druck (Nervenkompression)

  • Beim sogenannten distalen Tarsaltunnel-Syndrom (distal bedeutet von der Körpermitte weg) entsteht Druck auf den seitlich außen, mehr in der Tiefe des Fußes verlaufenden Fußsohlennerv. Zur Erinnerung: Der Knochen namens Tarsus  ist das Sprungbein. Dabei treten ebenfalls Fersenschmerzen auf.

    Auch der "jogger’s foot", also der Jogger-Fuß, ist ein distales Tarsaltunnelsyndrom. Hier wird jedoch der gegenüberliegende Fußsohlennerv an der Fußinnenseite bedrängt. Es kommt zu Missempfindungen, eventuell auch Schmerzen an der Unterseite des ersten bis dritten Zehs. Verantwortlich für die Einengungen: Entzündungen in der Umgebung, Verletzungen, Narbengewebe, Weichteilgebilde wie Zysten, Ganglien, Lipome (Fettgewebsgeschwülste).

Hautveränderungen: Schwielen und Warzen

  • An stark beanspruchten Stellen wie der Ferse verdickt und verhärtet sich die Hornhaut, es bilden sich Schwielen.
    Die Hornhaut ist die oberste Schicht der Haut. Begünstigend wirken Fußverformungen, Knochenauswüchse (siehe auch Haglund-Ferse im Kapitel "Fersenschmerz – Ursachen: Achillessehne, Schleimbeutel, Fersensporn & Co."), ungünstiges Schuhwerk, Hauterkrankungen, Nervenschädigungen, zum Beispiel Empfindungsstörungen beim diabetischen Fuß (mehr dazu auf unserem Partnerportal www.diabetes-ratgeber.net).
    Hühneraugen sind eine spezielle Form der Hornhautbildung.

    Symptome:
    Die lederartigen Schwielen sind eigentlich als Schutzbarriere gedacht, können aber auch schmerzhaft sein. Außerdem stören sie optisch.


    Diagnose und Therapie:
    Erste Anlaufstelle ist der Hausarzt. Er kennt den gesundheitlichen Hintergrund des Betroffenen in der Regel am besten und kann weitere Ratschläge geben, auch im Hinblick auf eine geeignete Fußpflege (das Fachgebiet der medizinischen Fußpflege heißt Podologie). Oder er überweist den Patienten zum Hautarzt. Weitere Tipps im Kapitel "Fersenschmerz: Vorbeugung und Selbsthilfe". Im Alltag kann man sich rechtzeitig damit behelfen, Problemzonen mit einem Pflaster abzudecken. Es gibt auch Strümpfe mit Verstärkungen. Bis zu einem bestimmten Grad lassen sich Hornhautschwielen mit einem Spezialpflaster aufweichen und anschließend leichter entfernen. Hier wissen auch Apotheker Rat.
  • Fußsohlenwarzen: Warzen werden durch das humane Papillomavirus (HPV) verursacht. Kinder und Jugendliche sind am häufigsten betroffen. HPV kann bei geringfügigen Rissen oder Verletzungen in die Haut eindringen. Man kann das Virus auch selbst bei der Hautpflege oder Manipulationen von der betroffenen Stelle zu einer gesunden verfrachten, wo es erneut Schaden anrichten kann. Manchmal genügen ein paar befallene Honhaut-Schüppchen. Das Virus existiert in zahllosen Typen und lauert zum Beispiel in Schwimmbädern, Sportstätten, Saunen (Vorsicht, nie in diesen öffentlichen Bereichen barfuß laufen!). Ob es zur Infektion kommt, hängt unter anderem von der Immunlage jedes Einzelnen ab. Innerhalb überschaubarer Lebensgemeinschaften wie einer Familie besteht bei guter Hygiene kein automatisches Übertragungsrisiko.

    Symptome:
    HPV kann viele Haut- und Schleimhautbereiche befallen. An den Füßen gibt es die oberflächlichen, beetartigen Mosaikwarzen und die in die Tiefe vordringenden Dornwarzen. Gerade im Fersenbereich können letztere beim Gehen sehr schmerzhaft sein. Außen bilden sie eine Schwiele, innen den Dorn, der weit in die Tiefe reichen kann.


    Diagnose und Therapie:
    Warzen sind eigenwillig, ihr Verhalten unberechenbar: Sie können sich nach geraumer Zeit von selbst zurückbilden, dann war Geduld, auch über Monate, die richtige Therapie. Diese Strategie empfiehlt sich gerade bei Kindern und Jugendlichen immer als Erstes. Zur Selbstbehandlung gibt es in der Apotheke verschiedene Präparate, zum Beispiel zum Vereisen oder Aufweichen des betroffenen Hautbereichs mit Salicylsäure. Auch hier bedarf es der Besonnenheit und wiederholter Anwendung, also Geduld.

    Voraussetzung ist stets, dass die Diagnose stimmt, gerade auch bei Erwachsenen. Warzen können wiederkehren oder sich sogar stark ausbreiten. Zeichnet sich eine solche Tendenz ab, sollte man schneller sein als das Virus und zum Arzt gehen. Dies gilt auch, wenn das Gebilde sein Aussehen verändert. Eventuell befürwortet der Arzt die Gewinnung einer kleinen Gewebeprobe durch Abschaben, um ganz sicher zu sein, dass es eine Warze ist und kein Hautkrebs.

    Die medizinischen Waffen reichen in aufsteigender Reihenfolge, was die "Radikalität" anbelangt, vom Vereisen mit Stickstoff (Kryotherapie) über chemisches Verätzen oder Erhitzen mit Hochfrequenzstrom (Elektrokaustik) bis zum Laserstrahl oder Skalpell beziehungsweise scharfen Löffel (Ausschabung oder Kürettage in örtlicher Betäubung). Relativ gute Ergebnisse vermelden Anwender von Verfahren wie einer speziellen Form der Infrarotlichtbehandlung oder einer photodynamische Therapie. Das Therapiespektrum ist groß – einschließlich zahlreicher alternativmedizinischer Maßnahmen. Eine Vorhersage über den Therapieerfolg machen seriöse Therapeuten nicht. Manchmal, zum Beispiel nach einer chirurgischen oder Laser-Behandlung, können Narben oder auch das Virus selbst zurückbleiben, wie so oft bei HPV. Das bedeutet, dass die Schmerzproblematik möglicherweise nicht gelöst ist. Trotz allem lautet die wichtigste Regel: Keine Experimente! (siehe nochmals im Kapitel "Fersenschmerz: Vorbeugung und Selbsthilfe").