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Sicher campen mit Flüssiggas

Flüssiggas-Anlagen in Wohnwagen und Campingmobilen müssen regelmäßig gewartet werden. Und was zu tun ist, falls es dennoch in dem Fahrzeug verdächtig nach Gas riecht

von Dr. Stefanie Reinberger, aktualisiert am 08.06.2020
Camper vor Wohmobil

Entspannt im Urlaub: Camping-Freunde sollten ihre Wohnmobile alle zwei Jahre von einem Sachverständigen überprüfen lassen


Kochen, backen, heizen, kühlen, grillen. Mit Flüssiggas lässt sich so einiges machen im Camping­urlaub. Eine komfortable Lösung für alle Wohnwagen- und Campingmobilbesitzer. Doch tritt das Gemisch aus Propan- und Butangas unkontrolliert aus der Flasche aus, entsteht zusammen mit Sauerstoff ein explosives Gemisch.

Auch die Abgase sind nicht zu unterschätzen: Beim Verbrennen bildet sich Kohlenmonoxid. Wird es unzureichend aus dem Fahrzeug geleitet, kann man im schlimmsten Fall daran ersticken.

Anlage vorschriftsgemäß einbauen

Wer ein paar Regeln beachtet, muss sich aber keine Sorgen machen. "Gasanlagen in Wohnwagen und Campingmobilen erfüllen hohe Sicherheitsansprüche", beruhigt Josef Kempers, Mitglied im nationalen Expertengremium zur Festlegung der Installation dieser Geräte. Voraussetzung: Die Anlage muss in den Fahrzeugen vorschriftsgemäß eingebaut und regelmäßig geprüft werden.

Frau kocht im Wohnmobil

Zum Beispiel muss das korrekte Material für Leitungen, Druckregler und Anschlüsse verwendet werden, und ­jedes Gerät braucht gut erreichbare Abstellhähne. Außerdem wichtig: ein separater Spezialkasten, in dem die Gasflaschen aufrecht stehend und gut fest­gezurrt ihren Platz finden.

Für diesen Kasten sind Lüftungsöffnungen vorgeschrieben, die sich meist im Boden befinden und frei bleiben müssen. Grund: Propan und Butan sind schwerer als Luft. Sollte Gas ausströmen, sucht es sich den Weg nach unten und entweicht durch die Öffnungen ins Freie.

Regelmäßig überprüfen

Verschleißteile wie Druckregler und Schlauchleitungen müssen alle zehn Jahre ausgetauscht werden. Den Besitzern von Wohn­mobilen und -wagen rät Experte Kempers zudem, die An­lage alle zwei Jahre von einem zertifizierten Sachverständigen überprüfen zu lassen.

Ein solcher Check ist auch sinnvoll, wenn an der Anlage etwas verändert wurde, "außerdem nach einem Unfall – vor allem, wenn es so richtig gekracht hat", sagt Kempers, der an der Deutschen Flüssiggas-Akademie Prüfer ausbildet.

Der Deutsche Verband Flüssiggas rät darüber hinaus zu regelmäßigen Sichtprüfungen, um zu sehen, ob etwa Schlauchleitungen beschädigt oder vorzeitig porös geworden sind. "Bei einem Flaschenwechsel", so Kempers, "sind sogenannte Lecksuchsprays hilfreich." Damit lasse sich leicht und ­­sicher überprüfen, ob alles korrekt wieder angeschlossen ist.

Wenn es in Ihrem Fahrzeug verdächtig nach Gas riecht:

  • Bleiben Sie ruhig, und löschen Sie alle offenen Flammen.
  • Rauchen Sie nicht, und bedienen Sie keine elektrischen Schalter.
  • Schalten Sie alle gasbetriebenen Geräte aus, und drehen Sie die Gasflaschen zu. Öffnen Sie Fenster und Türen. So kann das Gas ins Freie entweichen.

Auch Druckregler, die mit einem Manometer ausgestattet sind, geben einen Hinweis auf Lecks in der Anlage. Fällt bei einem ausgeschalteten Gerät nach dem Schließen des Flaschenventils ­innerhalb kurzer Zeit der Druck, lässt das ebenfalls auf eine Undichtigkeit schließen.

Kohlenmonoxid ist durchsichtig und geruchsneutral

Gasmelder sind in Campingfahrzeugen nicht vorgeschrieben. Wer dennoch ein solches Gerät einbauen will, sollte beachten, wie und wo man es anbringen muss. "Sinnvoll sind vor ­allem Kohlenmonoxid-Warnmelder", sagt Dr. Nina Glaser vom Bundesinstitut für Risikobewertung.

Dieses Gas entsteht durch unvollständige Verbrennung und kann sich im Fahrzeug anreichern, wenn etwa der Herd dauerhaft läuft oder die Abgasführung von Heizung oder Kühlschrank defekt ist.

Übelkeit, Kopfschmerzen, Herzrasen, Benommenheit, Halluzinationen, Apa­­thie, Krampfanfälle und Atemnot zählen zu den Symptomen einer akuten Kohlenmonoxid-Vergiftung. Sie tritt äußerst schnell ein. Es kann passieren, dass Betroffene aufstehen wollen und schlagartig bewusstlos werden.

Das Tückische am Kohlenmonoxid: Es ist nicht sichtbar und zudem geruchsneutral. "Wenn wir in der Zeitung von Campern lesen, die in ihrem Fahrzeug erstickt sind, liegt das in der Regel am Kohlenmonoxid – nicht am Flüssiggas", sagt auch der Gasexperte Josef Kempers.

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