{{suggest}}


Insektenstiche: Was Sie wissen sollten

Mit diesen Tipps halten Sie Mücken fern und versorgen Bienenstiche richtig

von Silke Droll, 03.07.2019
Menschen am Steg im Sonnenuntergang

Vor allem am Wasser sind Mücken sehr aktiv. Mit wirksamen Sprays kann man Abhilfe schaffen. Hilfreiche Tipps gibt es auch in Ihrer Apotheke


Wieso haben es die Plagegeister auf mich abgesehen?

Mücken locken wir an mit unserem Körpergeruch und der Luft, die wir ausatmen. Parfüms und sonstige Kosmetika verstärken den Effekt, ebenso bunte und dunklere Kleidung. Deswegen: helle Kleidung tragen, die möglichst viel Haut bedeckt, und vor der Grillparty ohne stark duftendes Duschgel duschen, um die Insekten anziehenden Gerüche zu reduzieren.

Bienen und Wespen fliegen vor allem auf Lebensmittel und Getränke. Aber auch der Blumenstrauß auf dem Kaffeetisch kann attraktiv auf sie wirken.

Müssen Mücken und Bienen stechen?

Mücken wollen unser Blut. Die Weibchen der Stechmücken brauchen das darin enthaltene Eiweiß, damit ihre Eier reifen. "Sie stechen bis zur Vene und saugen das Blut über ihren Rüssel auf", erläutert die Biologin ­Dr. Doreen Werner vom Leibniz- Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF).

Bienen, Wespen und Hummeln dagegen wehren sich mit ihrem Stachel, wenn sie sich ­bedroht fühlen oder Nahrung gegen uns verteidigen wollen.

Sonnencreme oder Insektenschutz: Was zuerst?

Erst kommt der UV-Schutz. 20 Minuten warten, bis er eingezogen ist, und dann das Insektenschutzmittel anwenden. "Wer ohne Pause beides schnell hintereinander aufsprüht, riskiert, dass der Sonnenschutz nicht richtig wirkt", sagt Apothekerin Wiedmaier.

Wichtig: Nach dem Schwimmen ist beides von der Haut verschwunden und muss neu aufgetragen werden.

Große Schwellungen: Was nun?

Eine kleine Quaddel nach einem Stich ist normal. Doch es kann auch zu stärkeren Reaktionen kommen. Manchmal baut sich eine größere Schwellung erst nach und nach auf. Wenn etwa der ganze Arm oder das ganze Bein dick wird, sollte man sofort zum Arzt gehen.

Apothekerin Regina Alber-Wiedmaier

Betroffene können ein Antihistaminikum oder ein Kortisonpräparat auftragen, in Form eines Sprays oder einer Creme. "Das gibt es rezeptfrei in der Apotheke", sagt Regina Wiedmaier, Apothekerin aus Hausach. Zusätzlich können Tabletten mit Antihistaminika die Entzündungsreaktion von innen bremsen.

Der beste Mückenschutz?

Alle verfügbaren Mittel (Repellents) verändern unseren Geruch, sodass Mücken ihn als ­unangenehm empfinden. Der Klassiker: Icaridin. "Es hat eine gute Wirksamkeit und Verträglichkeit", sagt Apothekerin Regina Wiedmaier. Benutzt werden vor allem Sprays. Der Schutz hält rund sechs bis acht Stunden. "Alle freien Hautstellen damit einsprühen, aber Wunden, Augen und Mund aussparen", sagt Wiedmaier.

Noch effektiver ist der Wirkstoff DEET. "Wir empfehlen das aber nur für Aufenthalte in tropischen Gegenden, wo Insekten auch gefährliche Krankheits­erreger übertragen", so die Apothekerin. Denn die Substanz kann Hautreizungen und andere Nebenwirkungen verursachen. Sie wirkt etwa acht Stunden.

Eine Alternative sind pflanz­liche Stoffe: Citridiol aus dem Zitroneneukalyptusbaum und ätherische Öle, wie Teebaumöl und Bergamotteöl. Sie wirken aber weniger stark und lang.

Übertragen Mücken Krankheiten?

Heimische Stechmücken übertragen in seltenen Fällen auch Viren, die Symptome wie bei einer Erkältung oder Sommergrippe auslösen können. Zunehmend etablieren sich in Deutschland aber auch exo­tische Insekten, darunter die Asiatische Tigermücke, die Erreger gefährlicherer Erkrankungen weitergeben können.

Bisher sind aber in Deutschland keine von invasiven Mücken verursachten Ansteckungen bekannt. "Dazu müsste eine Tigermücke erst Blut von einem infizierten Reiserückkehrer aufnehmen", erklärt Biologin Werner.

Welcher Schutz ist optimal für Allergiker?

Zwei bis drei Prozent der Bevölkerung haben eine Insektengift­allergie – ausgelöst durch Bienen und Wespen, sehr selten auch durch Mücken. Nach einem Stich entstehen etwa großflächige Schwellungen und Quaddeln – nicht nur an der Stichstelle. Herz und Kreislauf können Probleme bereiten bis hin zu einem allergischen Schock mit Bewusstseinsverlust. Im schlimmsten Fall kommt es zu einem Herz-Kreislauf-Stillstand. Eine solche Allergie kann sich auch erst zeigen, nachdem man bereits oft gestochen wurde.

Allergiker sollten nach einem Stich sofort ihr vom Arzt verordnetes Notfallset einsetzen: zwei Fläschchen mit einem Antihistaminikum- und Kortisonpräparat austrinken und sich eine Adre­na­lin-Spritze seitlich in den Oberschenkel setzen. Langfristig emp­fiehlt sich eine spezifische Immuntherapie, bei der der Körper lernt, das Allergen zu tolerieren.

Wie verhalte ich mich nach einem Stich?

Nach einem Bienenstich zuerst den Stachel herausziehen. Dann hilft ein Wärmestift aus der Apotheke. "Damit wird die Stelle erwärmt und das Insektengift unschädlich gemacht", sagt Wied­maier. Das reduziert Juckreiz und Schwellungen – auch bei Mückenstichen.

Die Stelle mit Alkohol desinfizieren und kühlen, etwa mit ­einem feuchten Waschlappen. Für unterwegs gibt es Kühlroller, -gele und -pflaster. "Das wirkt über die Verdunstungskälte", so Wied­maier.

Gegen Brennen, Jucken und Anschwellen hilft kühlendes Gel mit einem Antihistaminikum, essigsaurer Tonerde oder pflanzlichen Bestandteilen. Wichtig: nicht an den Einstichstellen kratzen, um eine Infektion zu vermeiden.


Ändern Sie Ihr Verhalten aufgrund der stark gestiegenen Zahl an Corona-Neuinfektionen?
Zum Ergebnis