Bulimie: Ursachen und Risikofaktoren

Eine Bulimie hat nicht nur eine einzelne Ursache. Persönlichkeit, Veranlagung, Erfahrungen und Umwelt wirken meist zusammen

aktualisiert am 25.08.2014

Passe ich ins Bild? Viele Teenager haben Selbstzweifel. Mangelndes Selbstwertgefühl kann zur Entstehung einer Essstörung beitragen


Welche Ursachen hat eine Bulimie? Darauf gibt es keine einfache Antwort. Wie bei den meisten psychischen Störungen kommen höchstwahrscheinlich verschiedene Auslöser zusammen. Individuelle Persönlichkeit und Veranlagung spielen dabei ebenso eine Rolle wie Erlebnisse und Erfahrungen, Erziehung und Umwelt. Unrealistische Schönheitsideale  können zu einer gestörten Körperwahrnehmung führen und so zur Entstehung der Krankheit beitragen. Familiäre Probleme oder Schulprobleme haben manchmal einen Einfluss, ebenso Konflikte im Umgang mit Freunden oder Kollegen. Auch an eine genetische Veranlagung ist zu denken.

Welche Faktoren im Einzelfall besonders wichtig sind, kann eventuell mit Hilfe einer Therapie aufgedeckt werden. Bulimisches Verhalten entwickelt sich manchmal auch aus einer anderen Essstörung (zum Beispiel Magersucht. Mehr Informationen zu dieser Krankheit lesen Sie im Ratgeber Magersucht).

Selbstunsicherheit kann eine Rolle spielen

Therapeuten beobachten bestimmte Persönlichkeitsmerkmale, die auf sehr viele – aber längst nicht auf alle – Bulimie-Patienten zutreffen: So leiden etliche unter einem eher geringen Selbstwertgefühl und großer Selbstunsicherheit. Gleichzeitig meinen sie eine besonders hohe Erwartungshaltung ihrer Umgebung zu spüren, fühlen sich teilweise überfordert. Manche setzen sich auch selbst unter großen Leistungsdruck, sind ehrgeizig und perfektionistisch.

Viele bulimische Personen neigen außerdem zu einem "Schwarz-Weiß-Denken", Zwischentöne werden nicht wahrgenommen – sie schwanken zwischen Größenfantasien und Versagensängsten, zwischen "Ich kann alles schaffen" und "Ich kann gar nichts, ich bin nichts wert". Häufig haben sie Probleme, eigene Gefühle und Bedürfnisse wahrzunehmen. Sie spüren zum Beispiel nicht, dass sie müde, hungrig oder wütend sind. Viele haben Schwierigkeiten, sich selbst etwas Gutes zu tun, sich etwas zu gönnen.