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Bulimie: Therapie

Zur Behandlung einer Bulimie kommen psychotherapeutische Verfahren infrage, vor allem Verhaltenstherapie

aktualisiert am 25.08.2014
Psychologie: Frau bei der Gesprächstherapie

Psychotherapie bei Bulimie: Im Gespräch mit Therapeuten können Lebenskonflikte bewusst werden


Eine Bulimie bedarf einer speziellen Therapie. Diese besteht im Idealfall aus einer Kombination von verschiedenen Psychotherapien und anderen Maßnahmen (integrierter Therapieansatz).

Je nach Schwere der Krankheit und Begleitumständen kann eine Behandlung in einer spezialisierten Klinik (stationär) oder ambulant in einer Praxis erfolgen. Oft wird auch die Kombination gewählt: erst stationär, dann ambulant.

Therapiebausteine ergänzen sich

Bei der Behandlung der Bulimie arbeiten üblicherweise verschiedene Spezialisten zusammen: zum Beispiel Mediziner, Psychotherapeuten, Psychologen, Ernährungsberater, Musik- und Kunsttherapeuten. Die Behandlung kann in Gruppen- und Einzeltherapie erfolgen und zum Beispiel Kreativverfahren, Kunsttherapie und Körperbildtherapie, Bewegungstherapie und Gruppentraining sozialer Kompetenz einschließen. In Kliniken ergänzen darüber hinaus therapeutische Essbegleitung und Lehrküche das Behandlungskonzept.

Vorrangiges Ziel ist es, Untergewicht und Mangelerscheinungen auszugleichen, sofern vorhanden. Eine Ernährungsberatung, Essenspläne und Essensprotokolle sollen Betroffene dabei unterstützen, wieder zu einem normalen Essverhalten zurückzufinden. Sie üben unter Anleitung, genauer auf die Signale ihres Körpers zu achten.

Gefühle wahrnehmen – Selbstsicherheit gewinnen

Mit Hilfe verschiedener psychotherapeutischer Verfahren (vor allem Verhaltenstherapie) lernen Patienten außerdem, in ihrem Alltag besser mit Stress, Angst und Problemen zurechtzukommen, mehr Selbstsicherheit zu gewinnen. Sie trainieren, ihre Gefühle bewusster wahrzunehmen und problematische Denkmuster ("Ich kann gar nichts", "Ich muss es allen recht machen") zu erkennen. Wichtig ist auch, das Selbstwertgefühl der Betroffenen zu stärken.

In den meisten Fällen ist es sinnvoll, Familienmitglieder in die Therapie einzubeziehen, um Konflikte innerhalb der Familie aufzudecken und zu lösen. Soziotherapie unterstützt Betroffene schließlich, ihren normalen Alltag zu bewältigen – zum Beispiel einen strukturierten Tagesablauf mit festen Essenszeiten einzuhalten, Kontakte und Beziehungen wieder aufleben zu lassen.

Medikamente wie Antidepressiva können dann unterstützend zum Einsatz kommen, wenn Psychotherapie nicht ausreichend hilft oder dann, wenn gleichzeitig eine belastende depressive Verstimmung feststellbar ist. Für Bulimie ist nur der Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer Fluoxetin zugelassen.

Es ist entscheidend für den Erfolg einer Therapie, dass die Patienten selbst motiviert sind, ihrem Leben eine andere Richtung zu geben, dass sie sich frei und ganz bewusst zur Behandlung entschieden haben. Fehlt die innere Bereitschaft, die Krankheit wirklich hinter sich zu lassen, ist ein Behandlungserfolg nur schwer erreichbar.