Wiederbelebung: Was tun bei Herzstillstand?

Bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand ist es entscheidend, dass möglichst rasch die Herz-Lungen-Wiederbelebung beginnt

aktualisiert am 18.10.2018
Erste Hilfe Maßnahme

Je früher die Herzdruckmassage einsetzt, desto größer sind die Erfolgschancen


Wenn ein Herzstillstand eingetreten ist (Hinweise darauf sind fehlende Atmung und fehlende andere Lebenszeichen), muss die Person schnellstens wiederbelebt werden. Schon nach wenigen Minuten Unterversorgung mit Sauerstoff sterben die ersten Gehirnzellen ab.

Herz-Lungen-Wiederbelebung (Reanimation)

Die Erfolgschancen einer Wiederbelebung sind umso größer, je früher die Herzdruckmassage einsetzt. Sie sollte möglichst auf einer harten Unterlage durchgeführt werden. Das bedeutet: Der oder die Betroffene sollte auf dem Boden gelagert werden.

Sie sollten nicht aus Angst, Mund zu Mund beatmen zu müssen, auf eine Reanimation verzichten. Fühlen Sie sich nicht in der Lage, die leblose Person zu beatmen, beginnen Sie mit der Herzdruckmassage und führen Sie diese kontinuierlich ohne Unterbrechung bis zum Eintreffen der Rettungskräfte oder bis die Person wieder normal atmet durch.

Ein-Helfer-Methode für die Wiederbelebung von Erwachsenen (gemäß den Empfehlungen der European resuscitation Council (ERC)

Knien Sie seitlich neben dem Verletzten. Machen Sie die Atemwege frei (Kopf überstrecken, Kinn anheben).

Falls die Person nicht oder nicht normal atmet und keine Lebenszeichen zeigt, rufen Sie zu allererst den Rettungsdienst (112). Sollten sich andere Personen in der Nähe befinden, holen Sie sich Hilfe und fordern Sie eine davon auf, den Rettungsdienst anzurufen. Beginnen Sie anschließend mit der Wiederbelebung:

 

  • Legen Sie den Ballen einer Hand auf die Mitte der Brust der Person. Den anderen Handballen legen Sie darüber. Verschränken Sie die Finger ineinander und achten Sie darauf, dass nur der Handballen auf dem Brustkorb aufliegt.
Erste Hilfe Maßnahme
  • Drücken Sie mit gestreckten Armen und geradem Rücken den Brustkorb fünf bis sechs Zentimeter ein. Nach jedem Druck entlasten Sie den Brustkorb vollständig. Etwa zwei Kompressionen pro Sekunde
  • Nach 30 Mal Drücken überstrecken Sie wieder den Kopf der Person, um die Atemwege frei zu machen
Erste Hilfe
  • Wenn Sie es sich zutrauen, sollten Sie nun beatmen: Atmen Sie normal ein und blasen Sie dann gleichmäßig in Mund oder Nase.

    • Mund zu Mund-Beatmung: Sie verschließen mit Daumen und Zeigefinger der auf der Stirn liegenden Hand die Nase des Betroffenen. Setzen Sie Ihren Mund auf den leicht geöffneten Mund der Person. Langsam ausatmen.
    • Mund zu Nase-Beatmung: Mit dem Daumen der Hand, die den Unterkiefer hält, drücken Sie den Mund zu, damit beim Beatmen die Luft nicht entweicht. Ihren Mund legen Sie nun um die Nase des Verletzten. Langsam ausatmen.
  • Prüfen Sie, ob die Beatmung effektiv ist: Heben Sie dazu Ihren Kopf, und beobachten Sie, wie sich der Brustkorb beim Entweichen der Luft senkt. Aber halten Sie sich nicht zu lange mit der Überprüfung auf - wichtig ist ein sofortiges Fortsetzen der Herzdruckmassage!
  • Führen Sie zwei solche Beatmungen durch. Gehen Sie dann unverzüglich in die Anfangsposition und drücken Sie erneut 30 Mal auf den Brustkorb. Anschließend wieder zweimal beatmen
  • Behalten Sie diesen 30:2-Rhythmus bei, bis die Person aufwacht, wieder normal atmet oder die Rettungskräfte eintreffen

Zwei-Helfer-Methode für die Wiederbelebung von Erwachsenen

Diese ist gleich der Ein-Helfer-Methode bezüglich des Ablaufs.

Beginnen Sie mit 30 x Drücken. Anschließend erfolgen zwei Atemspenden und wieder der sofortige Beginn von 30 Herzdruckmassagen. Dieser Zyklus zur Wiederbelebung bei Erwachsenen in einem Rhythmus von 30:2 ist bis zum Wiedererlangen des Bewußtseins, Wiedereinsetzen der Atmung oder dem Eintreffen des Rettungsdienstes fortzusetzen.

Bei zwei Helfern besteht der Vorteil, dass ein Helfer seitlich neben den Patienten knien und mit der Herzdruckmassage beginnen kann, der zweite Helfer befindet sich auf der gegenüberliegenden Seite oder am Kopf des Patienten und kann Atemspende leisten.

Auch wichtig: Zwei Helfer sollte sich alle zwei Minuten bei der Herzdruckmassage abwechseln, um einer Ermüdung vorzubeugen. Studien haben gezeigt, dass eine Herzdruckmassage deutlich effektiver ist, wenn die Helfer häufiger wechseln.

Reanimation bei Erwachsenen - kurz zusammengefasst:

PRÜFEN, RUFEN, DRÜCKEN

  1. Patient bewußtlos (keine Reaktion auf Ansprache und Rütteln), fehlende Atmung oder abnormale Atmung (Schnappatmung)
  2. Wenn weitere Helfer vorhanden sind durch diese den Notruf absetzen lassen (sonst selbst anrufen, 112) und falls vorhanden einen Defibrillator (AED) besorgen lassen
  3. Unverzüglicher Beginn mit 30 Herzdruckmassagen (Geschwindigkeit circa zwei Kompressionen pro Sekunde, mindestens 5 cm tief)
  4. Zwei Atemspenden
  5. Fortsetzen der Wiederbelebung im Rhythmus 30:2
  6. Sobald der Defibirllator zur Verfügung steht, sollte dieser angewandt werden. Im Falle einer Schockabgabe anschließend wieder sofortiges Fortsetzen der Wiederbelebung im Rhythmus 30:2 bis der Patient das Bewustsein wiedererlangt, wieder normal atmet oder der Rettungsdienst eintrifft.

-> Ein sofortiger Beginn der Herzdruckmassage ist von entscheidender Bedeutung für die Überlebenschance des Patienten.

-> So kurz und so wenig wie möglich die Herzdruckmassagen unterbrechen! Wichtig ist vor allem die Herzdruckmassage, denn nur durch sie wird ein Kreislauf aufrechterhalten und der Transport von Sauerstoff zu den Gehirnzellen durch das Blut gewährleistet.

-> Man kann nichts falschmachen - außer nicht zu drücken.