Wiederbelebung: Was tun bei Herzstillstand?

Bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand ist es entscheidend, dass möglichst rasch die Herz-Lungen-Wiederbelebung beginnt
aktualisiert am 11.12.2015

Je früher die Herzdruckmassage einsetzt, desto größer sind die Erfolgschancen

W&B/Ulrike Möhle

Wenn ein Herzstillstand eingetreten ist (Hinweise darauf sind fehlende Atmung und fehlende andere Lebenszeichen), muss die Person schnellstens wiederbelebt werden. Schon nach wenigen Minuten Unterversorgung mit Sauerstoff sterben die ersten Gehirnzellen ab.

Herz-Lungen-Wiederbelebung (Reanimation)

Die Erfolgschancen einer Wiederbelebung sind umso größer, je früher die Herzdruckmassage einsetzt. Sie sollte möglichst auf einer harten Unterlage durchgeführt werden. Das bedeutet: Der oder die Betroffene sollte auf dem Boden gelagert werden.

Sie sollten nicht aus Angst, Mund zu Mund beatmen zu müssen, auf eine Reanimation verzichten. Fühlen Sie sich nicht in der Lage, die leblose Person zu beatmen, beginnen Sie mit der Herzdruckmassage und führen Sie diese kontinuierlich ohne Unterbrechung bis zum Eintreffen der Rettungskräfte oder bis die Person wieder normal atmet durch.

Das sollten Sie tun: Ein-Helfer-Methode für die Wiederbelebung von Erwachsenen (gemäß den Empfehlungen der European resuscitation Council (ERC)

Knien Sie seitlich neben dem Verletzten. Machen Sie die Atemwege frei (Kopf überstrecken, Kinn anheben).

Falls die Person nicht oder nicht normal atmet und keine Lebenszeichen zeigt, rufen Sie zu allererst den Rettungsdienst (112). Sollten sich andere Personen in der Nähe befinden, holen Sie sich Hilfe und fordern Sie eine davon auf, den Rettungsdienst anzurufen. Beginnen Sie anschließend mit der Wiederbelebung:

  • Legen Sie den Ballen einer Hand auf die Mitte der Brust der Person. Den anderen Handballen legen Sie darüber. Verschränken Sie die Finger ineinander und achten Sie darauf, dass nur der Handballen auf dem Brustkorb aufliegt.

Herzdruckmassage

W&B/Ulrike Möhle
  • Drücken Sie mit gestreckten Armen und geradem Rücken den Brustkorb fünf bis sechs Zentimeter ein. Nach jedem Druck entlasten Sie den Brustkorb vollständig. Etwa zwei Kompressionen pro Sekunde
  • Nach 30 Mal Drücken überstrecken Sie wieder den Kopf der Person, um die Atemwege frei zu machen

Beatmung

W&B/Ulrike Möhle
  • Wenn Sie es sich zutrauen, sollten Sie nun beatmen: Atmen Sie normal ein und blasen Sie dann gleichmäßig in Mund oder Nase.

    • Mund zu Mund: Sie verschließen mit Daumen und Zeigefinger der auf der Stirn liegenden Hand die Nase des Betroffenen. Setzen Sie Ihren Mund auf den leicht geöffneten Mund der Person. Langsam ausatmen
    • Mund zu Nase: Mit dem Daumen der Hand, die den Unterkiefer hält, drücken Sie den Mund zu, damit beim Beatmen die Luft nicht entweicht. Ihren Mund legen Sie nun um die Nase des Verletzten. Langsam ausatmen
  • Prüfen Sie, ob die Beatmung effektiv ist: Heben Sie dazu Ihren Kopf, und beobachten Sie, wie sich der Brustkorb beim Entweichen der Luft senkt
  • Führen Sie zwei solche Beatmungen durch. Gehen Sie dann unverzüglich in die Anfangsposition und drücken Sie erneut 30 Mal auf den Brustkorb. Anschließend wieder zweimal beatmen
  • Behalten Sie diesen 30:2-Rhythmus bei, bis die Person aufwacht, wieder normal atmet oder die Rettungskräfte eintreffen

Wichtig: Bei zwei Helfern sollte alle zwei Minuten gewechselt werden, um einer Ermüdung vorzubeugen


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