Speierling: Eine heimische Rarität

Der Wildobstbaum Speierling ist selten geworden in Deutschland. Die Früchte erinnern optisch an kleine Äpfel oder Birnen und lassen sich zu Most und Apfelwein verarbeiten

31.08.2015
Speierling

Halb Birne, halb Apfel: Die Früchte des Speierlings


Inhaltsstoffe des Speierlings: Gerbstoffe und Vitamin C

Speierling enthält unter anderem Vitamin C und Gerbstoffe. Wegen letzterer wurde er in der Naturheilkunde früher bei Magen-Darm-Problemen eingesetzt.

Herkunft: Aus dem Süden Europas

Ursprünglich stammt das Obstgehölz vermutlich aus den Mittelmeerländern. Die Römer haben ihn nördlich der Alpen verbreitet. Auch Karl der Große kannte den Baum und empfahl ihn anzubauen.

Botanik: Seltener Baum mit kleinen Früchten

Der Speierling Sorbus domestica stammt aus der Familie der Rosengewächse. Regionale Bezeichnungen sind Sperberbaum, Sporapfel, Spreige oder Spierapfel. Der Wildobstbaum ist in Deutschland selten geworden. Unter anderem, weil ihm andere Bäume das Licht nehmen und ihn verdrängen.

Der langsam wachsende Speierling wird zehn bis etwa 30 Meter hoch und kann eine mächtige Krone ausbilden. Mehrere Hundert Jahre kann er alt werden. Die gefiederten Blätter ähneln denen der Eberesche. Im September fallen die zirka zwei bis drei Zentimeter großen Früchte ab. Sie erinnern optisch an kleine Äpfel oder Birnen.

Saison: Erntezeit im Herbst

Die Früchte des Speirlings fallen im September ab und reifen noch einige Wochen nach.

Tipps zur Zubereitung: Verarbeitet genießen

Speierling ist wegen seines Geschmacks nicht besonders beliebt. Er ist nur genießbar, wenn das Fruchtfleisch bereits braun wird. Die Früchte eignen sich zur Verarbeitung zu Marmeladen und Mus. Auch Most, Essig oder Wein lässt sich daraus herstellen. Der gerbstoffreiche Saft der unreifen Früchte wird in kleinen Mengen teilweise Apfelwein zugefügt.

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