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Sicher auswärts essen mit Zöliakie: 7 Tipps

Menschen mit Zöliakie vertragen kein Gluten. Auswärts zu essen, erfordert daher etwas Vorbereitung und vor allem gute Kommunikation

von Dr. Julian Hörner, 07.05.2019

1. Informieren Sie sich im Internet

Viele Restaurants bieten mittlerweile glutenfreie Speisen für Gäste mit Zöliakie an. Einige informieren auch auf ihren Websites, ob die angebotenen Gerichte Gluten oder andere Allergene enthalten.

In den sozialen Netzwerken, auf Bewertungsportalen und verschiedenen Blogs finden Sie für die meisten großen Städte in Deutschland Restaurants, die glutenfreie Speisen anbieten. Besonders interessant sind hier die Kundenbewertungen: Wird vonseiten der Betreiber auch wirklich auf das Kontaminationsrisiko geachtet? Wie groß ist die Auswahl glutenfreier Speisen? Und nicht zuletzt: Wie schmeckt das Essen? Nach Ihrem Besuch im Restaurant können Sie auch selbst aktiv werden und eine Restaurantbewertung abgeben. So helfen Sie anderen Zöliakie-Betroffenen bei der Suche.

2. Nehmen Sie vorab mit dem Restaurant Kontakt auf

Vieles lässt sich vor dem Besuch im Restaurant telefonisch klären. Im Gespräch mit dem Wirt oder dem Restaurantleiter können Sie auf Ihre Zöliakie hinweisen. Erklären Sie, dass selbst kleinste Spuren von Gluten im Essen, beispielsweise von verunreinigten Schneidbrettern, schwere Folgen für Sie haben können. Mit diesen Informationen kann man Ihnen zuverlässig sagen, ob eine Kontamination mit Sicherheit ausgeschlossen werden kann – oder nicht. Notieren Sie sich den Namen Ihres Gesprächspartners. Wenn Sie dann im Restaurant sind, können Sie auf ihn zukommen. Er wird dann wissen, auf was zu achten ist, und seine Kollegen entsprechend informieren.

Auf Reisen hilft oft eine kurze Nachricht an das Hotel. Viele Hotels halten gerne eine Auswahl an glutenfreiem Gebäck für Sie vor, wenn Sie ihnen Ihre Wünsche mitteilen. Das gilt auch für viele Hotels im Ausland.

3. Sprechen Sie vor Ort mit dem Personal

Wenn Sie das Servicepersonal auf Ihre Zöliakie hinweisen, können Sie mit mehr Verständnis rechnen. Lebensmittel-Unverträglichkeiten sind für Restaurants heute ganz normal. Sie sind also nicht der einzige Gast, der so ein Problem mitbringt. Im Gespräch können Sie klarstellen: Sie bestellen nicht wegen der besseren Bekömmlichkeit ein glutenfreies Gericht, sondern sind aus gesundheitlichen Gründen darauf angewiesen. Die DZG hat zu diesem Zweck eine Infokarte erstellt. Mit der "Bitte an den Koch" können Zöliakie-Betroffene Service- und Küchenpersonal gezielt über ihre Bedürfnisse informieren. Für ihre Mitglieder bietet die DZG die Kärtchen übersetzt in über 200 Sprachen an.

Bei der Bestellung können Sie sich von der Bedienung beraten lassen, welche Speisen glutenfrei zubereitet werden können. Bei vielen Speisen genügt es schon, wenn man eine Beilage oder die Soße weglässt.

Wollen Sie auf Brot als Beilage nicht verzichten, bringen Sie für sich ihr eigenes glutenfreies Brot mit. Wenn Sie Ihre Situation erklären, haben viele Restaurants kein Problem damit.

Verlassen Sie sich besser nicht bloß darauf, welche Allergene in der Speisekarte für das jeweilige Gericht angegeben sind. Spuren oder Rückstände von Gluten müssen nicht gekennzeichnet werden.

Wenn Sie zu den Menschen gehören, die auf Gluten sehr schnell mit starken Beschwerden reagieren, kann es hilfreich sein, das Gespräch mit dem Koch zu suchen. So können Sie genau erfragen, wie Ihre Speisen zubereitet werden. Sie können ihm dann direkt erklären, wie er verhindern kann, Ihr Gericht mit Spuren von Gluten zu kontaminieren – etwa indem er seine Schürze wechselt, seinen Arbeitsplatz gründlich reinigt und nicht dieselben Schneidbretter, Messer oder Löffel zum Zubereiten Ihres Gerichtes verwendet wie für die Gerichte anderer Gäste.

4. Clever auswählen

Auf fast jeder Speisekarte gibt es Gerichte, die von Natur aus glutenfrei sind, wie zum Beispiel Salate. Hier müssen Sie nur verhindern, dass sie mit Croutons serviert werden. Am besten machen Sie Ihren Salat selbst mit Essig und Öl an. So verhindern Sie, dass möglicherweise eine glutenhaltige Fertigsauce daran gerät.

Auch bei der Wahl des Restaurants können Sie schon Vieles richtig machen: Häufig sind es gerade exotische Restaurants, bei denen Sie die größte Auswahl haben. Denn viele Gerichte der jeweilige Landesküche sind von Haus aus glutenfrei. Das gilt zum Beispiel für:

  • Die indische Küche
  • Die mexikanische Küche
  • Die thailändische Küche
  • Die vietnamesische Küche

Außerdem werden Sie in folgenden Restaurant höchstwahrscheinlich auf eine große Auswahl an Gerichten stoßen, die für Sie geeignet sind:

  • Fisch-Restaurants
  • Steak-Restaurants

Aber auch hier sollten Sie selbstverständlich mit dem Personal besprechen, welche Gerichte für Sie in Frage kommen. – Wie werden beispielsweise die Saucen gewürzt oder angedickt? Werden glutenhaltige Gewürzmischungen verwendet? Was landet außer den Pommes noch alles in der Fritteuse?

Hier ist die Auswahl für Zöliakie-Betroffene normalerweise deutlich kleiner:

  • Chinesische Restaurants
  • Italienische Restaurants
  • Coffeshops

5. Gehen Sie außerhalb der Stoßzeiten essen

Während der Stoßzeiten herrscht in der Küche und im Service oft große Hektik. In solchen Situationen passieren leicht Fehler und das Risiko für eine Kontamination Ihrer Speisen steigt. Versuchen Sie daher zu Zeiten essen zu gehen, wenn etwas weniger los ist. So haben Sie mehr Zeit, dem Service zu erklären, worauf die Küche zu achten hat. Das Küchenpersonal wird es Ihnen danken und eher auf Ihre Wünsche eingehen.

6. Verzichten Sie lieber, wenn Sie nicht sicher sind

Wird Ihnen Ihr Essen serviert, werfen Sie nochmals einen kritischen Blick darauf: Sind etwa doch Croutons auf dem Salat oder Semmelbrösel als Dekoration auf Ihren Knödeln? Genieren Sie sich nicht nochmals nachzufragen!

Sollten Sie trotz aller Vorbereitung und all der Nachfragen und Gespräche ein schlechtes Gefühl haben, bestellen Sie lieber nichts zu essen. Selbst wenn die Situation unangenehm sein mag: Höflichkeit oder schlechtes Gewissen sollten Sie nicht davon abhalten, auf Ihre Gesundheit zu achten. Denn letztlich müssen Sie mit den Folgen eines Diät-Fehlers leben.

7. Genießen Sie

Wenn Sie diese Tipps beherzigen, können Sie den Besuch im Restaurant trotzdem genießen und sich sicher fühlen.

Wenn Ihnen trotz aller Vorsicht doch einmal ein Diät-Fehler unterläuft: Geraten Sie nicht in Panik. Viele Zöliakie-Betroffene reagieren nicht sofort mit starken Beschwerden darauf. Wichtig ist, diese Fehler nicht zur Gewohnheit werden zu lassen.

 

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