Nachgefragt
Ist Rotwein wirklich blutbildend?

Enthält Rotwein tatsächlich blutbildendes Eisen oder übersäuert er das Blut?

von Apotheken Umschau, 27.06.2010

Rotwein: Vollmundig rot sieht er aus, doch bildet er auch rote Blutkörperchen?


Was waren das noch für Zeiten! Als arme Studenten oder Auszubildende gingen wir alle paar Wochen zum Blutspenden, bekamen dafür 20 Mark, eine üppige Brotzeit – und ein Glas "Kalterer See". Seither wissen wir: Rotwein ist gut für die Blutbildung. Aber kann das wirklich wahr sein? Die Aussagen dazu sind widersprüchlich. Einmal heißt es: "Rotwein wirkt auf Grund seines Tanningehalts blutbildend, senkt die Blutfettwerte und stabilisiert den Kreislauf." Eine andere Quelle warnt: "Rotwein trägt zur Übersäuerung des Blutes bei. Die Folgen: verklumpte rote Blutkörperchen und Durchblutungsstörungen."

Und was sagt der Experte? "Eine verzwickte Angelegenheit. Es wird tatsächlich behauptet, dass Rotwein im Vergleich zu anderen alkoholischen Getränken mehr Eisen enthält und dass er die Aufnahme von Eisen aus der Nahrung unterstützt", sagt Privatdozent Dr. Dr. Peter Nielsen. "Das würde bedeuten, dass Rotwein bei Eisenmangel die Blutbildung fördert." Konkrete Studien dazu seien ihm allerdings nicht bekannt, fährt der Molekularbiologe am Zentrum für Experimentelle Medizin des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf fort. "Nach allem, was ich weiß, kann der Effekt aber nicht so groß sein, dass er die gesundheitlichen Gefahren des Alkohols überwiegt." Wesentlich besser zur Blutbildung geeignet sind Eisenpräparate aus der Apotheke. Sie sollten jedoch nur nach Absprache mit dem Arzt eingenommen werden.



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