Boysenbeere: Die Super-Brombeere

Boysenbeeren sehen aus wie große Himbeeren, sind aber eine Weiterentwicklung der Brombeere. Sie punkten mit ihrem Gehalt an Vitamin C

aktualisiert am 31.07.2015

Die Boysenbeere ist etwa doppelt so groß wie eine Himbeere


Inhaltsstoffe: Viele Vitamine und Ballaststoffe

Boysenbeeren sind reich an Vitamin C. Dieses ist wichtig für gesunde Haut, Knochen und Zähne. Zudem fängt es freie Radikale ab, die die Zelle schädigen können. Ebenso wie Vitamin C wirken auch die enthaltenen Pflanzenfarbstoffe, die Anthocyane, zellschützend. Sie verleihen den Beeren ihre typische Farbe. Der Anteil an Mineralstoffen, vor allem Kalzium, ist hoch. Es spielt eine bedeutende Rolle für den Aufbau und Erhalt von Knochen und Zähnen. Zudem sind die Früchte eine gute Quelle für Eisen. Eisen ist erforderlich für den Transport von Sauerstoff im Körper. Dank ihres Anteils an Ballaststoffen können Boysenbeeren die Verdauung anregen.

Herkunft: Kreuzung aus Brombeere und Loganbeere

Die Boysenbeere ist die Kreuzung einer Brombeerart mit der Loganbeere. Sie entstand in den USA in den 1920er Jahren. Benannt ist sie nach dem kalifornischen Züchter Rudolph Boyse. Bedeutende Anbaugebiete der Boysenbeere liegen heute in den USA und Neuseeland.

Botanik: Boysenbeeren sind keine Beeren

Die Boysenbeere Rubus fruticosus x Rubus loganobaccus stammt aus der Familie der Rosengewächse. Der Strauch ähnelt vom Wuchs her der Brombeere. Er bildet lange, stachelige Ranken aus. Einige Zuchtformen sind stachellos. Die Triebe brauchen ein Gerüst, an dem sie sich hochranken können. Vor dem Winter verlieren sie ihre Blätter. Die Boysenbeere braucht ein eher mildes Klima zum Wachsen. Temperaturen von unter -12 Grad im Winter verträgt sie nicht. Direkte Sonneneinstrahlung mögen die Pflanzen auch nicht. Sie fühlen sich im Halbschatten am wohlsten.

Im ersten Jahr tragen die Sträucher noch keine Frucht. Triebe bilden erst im zweiten Jahr Blüten aus, aus denen sich die Beeren entwickeln können. Sie sind rundlich und etwa doppelt so groß wie Himbeeren. Eine Beere besteht aus vielen kleinen Einzelfrüchten, die relativ große und harte Samen enthalten. Für Botaniker gehören sie zu den Sammelsteinfrüchten. Farblich unterscheiden sich Boysenbeeren mit ihrer tiefroten Farbe von den Brombeeren. Sie schmecken leicht säuerlich. Ihr Aroma erinnert an Himbeeren und Brombeeren zugleich. Nach der Ernte müssen die alten Triebe entfernt werden. Die neugewachsenen Triebe tragen im nächsten Sommer Früchte.

Saison: Genuss im Hochsommer

In Deutschland beginnt die Ernte der Boysenbeere Anfang August. In den USA reifen sie im Juli und August und in Neuseeland im März. Ware aus Übersee kommt meistens in Form von Konserven, Fruchtpüree oder Saftkonzentrat zu uns. Unverarbeitet sind die empfindlichen Früchte kaum zu transportieren.

Lagerung: Empfindliche Früchtchen

Die druckempfindlichen Früchte verderben leicht. Frische Boysenbeeren sollten daher innerhalb weniger Tage verbraucht werden. Während dieser Zeit in einem verschlossenen Behälter im Kühlschrank aufbewahren. Bei der Lagerung gehen allerdings wertvolle Inhaltsstoffe verloren.

Tipps zur Zubereitung: Kurz vor dem Essen waschen

Frische Beeren können Sie roh verzehren. Kurz vor dem Genuss die Früchte vorsichtig unter fließendem Wasser waschen und auf einem Küchentuch trocknen lassen. Die Beeren eignen sich zum Beispiel auch als Kuchenbelag oder zur Herstellung von Marmelade und Gelee. Eingerührt in einen Joghurt oder Quark schmecken sie ebenfalls gut. Wer eine Eismaschine besitzt, kann sie zu Eiscreme verarbeiten. In den USA ist eine Zubereitung aus Boysenbeeren eine beliebte Füllung für eine süße Pie.

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Nährwerttabelle: Boysenbeere (pro 100 Gramm)


Energie


kcal
37

Fett


gesamt (g)
0,3

Kohlenhydrate


gesamt (g)
6,95

Mineralstoffe (mg)


Natrium (Na)
3
Kalium (K)
150
Calcium (Ca)
25
Magnesium (Mg)
18
Phosphat (P)
24
Eisen (Fe)
1,6
Zink (Zn)
0,3

Vitamine


Beta-Carotin (µg)
100
Vitamin E (mg)
0,4
Vitamin B1 (mg)
0,02
Vitamin B2 (mg)
0,13
Vitamin B6 (mg)
0,06
Folsäure (µg)
12
Vitamin C (mg)
13

 

Quelle der Nährwertangaben: Bundeslebensmittelschlüssel