Zen-Meditation: Einfach mal nicht denken

Unser Alltag zerrt an unseren Nerven, überfordert manchmal Körper und Geist. Viele Menschen suchen deshalb nach mehr innerer Ruhe und Stabilität. Zen-Meditation kann ein Weg dazu sein
von Dagmar Fritz, aktualisiert am 15.10.2016

Sitzen, atmen und nicht die Gedanken schweifen lassen: Das versuchen Zen-Meditierende

Fotolia/Djama

Eine der bekanntesten Meditations-Techniken stammt aus dem Zen-Buddhismus: "Zazen" das "stille Sitzen". Dabei sitzen die Meditierenden auf einem Kissen mit gekreuzten Beinen. Der Rücken ist entspannt und aufrecht. Der Übende soll bei der Meditation seine Aufmerksamkeit ausschließlich auf die korrekte Körperhaltung lenken und dabei ruhig ein- und ausatmen.

Im Gegensatz zu manchen anderen Meditationstechniken geht es bei der Zen-Meditation nicht darum, sich von der realen Welt abzukehren und in einen traumartigen Zustand zu gelangen, sondern sich seiner selbst voll und ganz bewusst zu werden, achtsam zu sein. Durch die Konzentration auf die korrekte Sitzhaltung und den Atem kommt der Geist zur Ruhe. Ziel ist es, in der Meditation nichts mehr zu denken, nichts mehr zu wollen, nur noch bewusst zu "sein". Auch wenn dieses Stadium nicht alle Meditierenden erreichen – bei Zen ist der Weg das Ziel.

Meditieren kann die Konzentration stärken

In der modernen westlichen Welt nutzen viele Menschen Meditationstechniken, um ausgeglichener zu werden. Bereits nach wenigen Meditationsübungen stellt sich bei vielen Übenden ein Gefühl von innerer Ruhe und Entspannung ein. Dabei spielt weder das Alter, noch körperliche Voraussetzungen eine Rolle. Zen ist für fast jeden geeignet. Gegen Meditation können allerdings manche psychische Krankheiten oder Belastungen sprechen. Betroffene sollten vorab ihren Arzt fragen, ob sich die Technik für sie eignet. Wer Knieprobleme hat, erkundigt sich am besten beim Arzt oder Kursleiter, welche Sitzpositionen infrage kommen.

Eine Ahnung, was Zen ist und wie es praktiziert wird, vermittelt eine Übung, die jeder zuhause machen kann: Setzen Sie sich dazu auf einen Stuhl, der Rücken sollte sich nicht anlehnen, sondern entspannt und gerade sein. Die Hände liegen mit den Handflächen nach oben entspannt auf dem Schoß. Senken Sie den Blick und versuchen Sie sich eine Minute lang nur auf das langsame Ein- und Ausatmen zu konzentrieren.

Mit Zen-Meditation entspannen

Gedanken, Bilder und Emotionen die auftauchen, lassen Sie vorüberziehen. Sitzen, atmen und an nichts denken. Hört sich einfach an, ist es aber nicht. Denn Gedanken überfallen jeden Meditierenden, Bilder drängen sich auf, Gefühle wollen beachtet und bewertet werden. Meditierende lernen mit der Zeit trotz der vorbeiziehenden Eindrücke ihre Konzentration zu stärken und aufrecht zu erhalten.

Die Zen-Meditation kann man – vereinfacht gesagt – auch als spezielles, mentales Training sehen, dass den Übenden zu mehr Ausgeglichenheit verhelfen und sein psychisches Gleichgewicht verbessern kann.

Was dabei genau im Körper vorgeht, wissen Forscher noch nicht. Dass Meditation das Gehirn beeinflusst, legen wissenschaftliche Untersuchungen nahe. So zeigte ein deutsch-amerikanisches Forscherteam, dass sich bei Teilnehmern eines Meditations- und Achtsamkeitskurses bereits nach acht Wochen die Dichte der sogenannten grauen Substanz in bestimmten Hirnregionen messbar verändert hatte. Gleichzeitig berichteten die Probanden, mit Stress besser umgehen zu können. Dem subjektiven Gefühl der Teilnehmer könnten die Hirnveränderungen zugrunde liegen, vermuten die Forscher.

Gemeinsam meditieren in Zen-Kursen

Wer sich in die Grundlagen der Zen-Meditation einweisen lassen möchte, der findet im Internet unterschiedliche Zen-Zentren, die über ganz Deutschland verteilt Seminare anbieten. Auch manche Volkshochschulen bieten Zen-Kurse an. Dabei meditieren die Teilnehmer gemeinsam, können Fragen stellen und ihre Erfahrungen mit dem heilsamen "Nicht-Denken" austauschen.


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