Ebola- und Marburg-Fieber

Bei Ebola- und Marburg-Fieber kommt es zu Fieber und Blutungen. Die Erkrankungen werden durch Viren ausgelöst und sind lebensgefährlich
aktualisiert am 13.04.2017

Das Ebola-Virus, Erreger des Ebola-Fiebers

Getty Images/Kallista Images

Das Ebola- und das Marburg-Fieber zählen zu den sogenannten hämorrhagischen Fieber-Erkrankungen. Beide werden von ähnlichen Viren ausgelöst: dem Ebola-Virus, beziehungsweise dem Marburg-Virus.

Im Jahr 1967 hatte sich in der hessischen Stadt Marburg Laborpersonal an aus Uganda importierten Affen mit dem, später nach dem Erkrankungsort benannten, Virus infiziert.

Ebola wurde erstmals im Jahr 1976 im Sudan und der Demokratischen Republik Kongo, dem damaligen Zaire, nachgewiesen. Die Namensgebung erfolgte nach dem Fluss Ebola, der sich nahe dem Zentrum der damaligen Epidemie durch die Demokratische Republik Kongo zieht.

Seitdem traten immer wieder Einzelfälle und kleine Epidemien von Ebola- und Marburg-hämorrhagischem Fieber auf, praktisch ausschließlich in afrikanischen Ländern südlich der Sahara. Besonders betroffen sind die Regionen Kongo, Sudan, Gabun, Elfenbeinküste und Uganda.

Zu einem großen Ausbruch kam es in den Jahren 2014 / 2015 in mehreren Ländern Westafrikas.

Die Viren können viele Zellarten infizieren und zerstören, darunter Blut-, Leber- und Hautzellen. Insbesondere Zellen des Immunsystems sind durch die Erkrankung betroffen, weshalb sich das Virus im Körper stark und schnell ausbreiten kann.

Durch welchen Erreger und wie erfolgt die Ansteckung?

Das Marburg-Virus und das Ebola-Virus bilden gemeinsam die Familie der Filoviren. Die Erreger gehören zu den gefährlichsten bekannten Krankheitserregern überhaupt. Während vom Marburg-Virus bisher nur ein Typ bekannt ist, der bei allen Ausbrüchen gefunden wurde, ließen sich im Laufe der Jahre mehrere Subtypen des Ebola-Virus als Erreger von Infektionen bei Menschen nachweisen (Sudan-, Zaire-, Elfenbeinküsten- und Uganda-Subtyp). Auch ein für den Menschen nicht gefährlicher Subtyp, der Reston-Subtyp, fand sich bei Affen außerhalb Afrikas.

Nach Expertenmeinung sind verschiedene Fledermausarten das natürliche Reservoir des Erregers, insbesondere der in Afrika weitverbreitete Nilflughund. Dabei kann das Virus bei Kontakt mit den Tieren oder deren Körperflüssigkeiten übertragen werden. Infizieren sich Affen, können Menschen nach Kontakt mit diesen Tieren, auch deren Kadavern, erkranken. Bei infizierten Menschen wird das Virus durch Körperflüssigkeiten wie Blut, Urin oder Speichel auf andere Menschen übertragen. Da eine Ansteckung über Speicheltröpfchen in der Luft zwar möglich, aber extrem selten ist, erkranken vorwiegend engere Kontaktpersonen und Pflegende.

Außerhalb des Körpers überdauern die Viren nicht lange.

Welche Symptome treten auf?

Charakteristische Symptome von Ebola- und dem Marburg-Fieber sind vor allem Fieber und Blutungen (hämorrhagisches Fieber). Nach einer Ansteckung mit Ebola- oder Marburg-Fieber zeigen sich zunächst keine für die Erkrankung besonders charakteristischen Beschwerden. Nach einer Dauer zwischen 2 und 21 Tagen nach Ansteckung werden erste unspezifische Symptome bemerkbar. Die Betroffenen fühlen sich krank und geschwächt. Es kommt zu Fieber, Kopf-, Gelenk- und Muskelschmerzen sowie Bauchschmerzen und Appetitlosigkeit. Weiterhin werden Bindehautentzündungen, Halsschmerzen und Hautausschläge beobachtet. Im weiteren Verlauf können Übelkeit, Erbrechen und Durchfall auftreten.

Die Erkrankung kann zu einer schweren Störung der Blutgerinnung führen. Häufig kommt es nach einigen Krankheitstagen zu Blutungen in Haut und Schleimhäuten. So sind besonders die Augen, der Mund, der Magen-Darm-Trakt und darüber hinaus auch innere Organe betroffen. Blutstuhl, Blut im Urin, Nasenbluten und blutiges Erbrechen werden beobachtet. Bei schweren Verläufen sind neurologische Symptome mit Lähmungserscheinungen möglich. Die schwere Gerinnugsstörung führt schließlich zu Organ- und Kreislaufversagen und häufig zum Tod.

Wie werden Ebola- und Marburg-Fieber festgestellt?

Um Ebola- und das Marburg-Fieber nachzuweisen, wird das Blut des Erkrankten in speziellen Sicherheitslabors der höchsten Sicherheitsstufe untersucht. Da das Probenmaterial äußerst ansteckend ist, gelten strengste Sicherheitsregeln im Umgang mit den Blut-, Urin- oder Speichelproben von Erkrankten. Die Diagnose gelingt, sobald sich die Viren oder spezifische Antikörper im Probenmaterial nachweisen lassen. Zum direkten Nachweis von Ebola- und Marburg-Viren stehen spezielle Labor-Techniken wie Zellkultur oder PCR zur Verfügung.

Wie sieht die Behandlung aus?

Eine spezifische Behandlung von Ebola oder Marburg-Fieber ist bislang nicht verfügbar.

Die Betroffenen werden unter strengen Sicherheitsvorkehrungen in speziellen Isolierstationen behandelt, um eine Ausbreitung der Viren zu verhindern. Durch Schutzmaßnahmen wie Handschuhe, Kittel, Gesichts- und Mundschutz lassen sich Übertragungen gut vermeiden. Ärzte können lediglich Symptome behandeln, zum Beispiel Flüssigkeit als Infusion geben, Antibiotika zum Schutz vor zusätzlichen bakteriellen Infektionen verabreichen. Die Patienten bedürfen häufig einer intensivmedizinischen Therapie.

Angesichts des großen Ausbruchs in Westafrika sprachen sich Experten für den Einsatz kaum getesteter Medikamente aus. Deren Wirksamkeit ist jedoch noch nicht erwiesen, mögliche Vor- und Nachteile müssen abgewogen werden.

Beide Erkrankungen führen in den meisten Fällen zum Tod. Während für Infektionen mit dem Marburg-Virus Todesraten bis circa 90 Prozent angenommen werden, schwanken diese bei Ebola in Abhängigkeit vom Subtyp zwischen 25 und 80 Prozent. Aufgrund der eher geringen Fallzahlen sind genaue Aussagen schwer zu treffen.

Experte Dr. med. Markus N. Frühwein

W&B/Privat

Personen, die Kontakt zu Erkrankten hatten, sollten genau auf erste Anzeichen einer Ebola-Infektion oder eines Marburg-Fiebers kontrolliert werden. Dazu gehört, regelmäßig die Körpertemperatur zu messen. Der Arzt muss Ebola- und Marburg-Virus-Erkrankungen dem Gesundheitsamt melden, ebenso den Krankheitsverdacht oder Todesfälle.

Bislang ließen sich regionale Krankheitsfälle immer wieder relativ rasch eindämmen. Der große Ausbruch in Westafrika bedeute allerdings eine große Herausforderung für Helfer und die betroffenen Länder. Afrika-Reisende sollten sich vorab umfassend zu möglichen Krankheiten informieren und vor allem etwaige Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes ernst nehmen. Eine wirksame Impfung steht bislang nicht zur Verfügung. An einem Impfstoff wird aber gearbeitet.

Beratender Experte: Dr. med. Markus Frühwein, Vorstand der Bayerischen Gesellschaft für Immun-, Tropenmedizin und Impfwesen e.V.

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.



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