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Wie das Mikrobiom die Psyche beeinflusst

Was sich im Bauch tut, beeinflusst das Gehirn. Diese Zusammenhänge überraschen selbst Experten

von Sonja Gibis, 09.07.2019
Joghurt gut für Blutdruck von Senioren

Joghurt und Vitamine: Was wir essen, entscheidet mit über unsere Stimmung und unser Verhalten


Wenn der Verstand nicht weiterweiß, vertrauen viele auf ihr Bauchgefühl – und meinen damit ihre Intuition. Im Licht der Mikrobiom-Forschung erhält der Begriff jetzt eine völlig neue Bedeutung: Denn was in unseren Gedärmen lebt, beeinflusst ­offenbar, wie wir fühlen und denken.

Dass der Darm tatsächlich auf Stimmung und Verhalten wirken kann, weiß man aus ­Laborversuchen. Diese zeigten Einflüsse auf Angstgefühle, den Umgang mit Stress, aber ebenso die Merkfähigkeit.

Vom Darm ins Gehirn

"Viele Moleküle, die von den Bakterien gebildet werden, findet man auch im Gehirn", erklärt Ussar. Manche dringen in den Blutstrom ein und reisen mit ihm bis in unser Denkorgan. Doch gibt es noch andere Verbindungen zum Oberstübchen. So regen Bakterienprodukte Drüsenzellen im Darm dazu an, ihrerseits Neurotransmitter und Hormone auszuschütten. Eine Standleitung vom Darm ins Gehirn bildet zudem der Vagusnerv.

Hinzu kommt: Wissenschaftler haben nachgewiesen, dass bei Erkrankungen wie Depressionen, Schizophrenie und Autismus charakteristische Ver­­änderungen im Mikrobiom der Patienten vorliegen.

In einer amerikanischen Studie ließen sich die Symptome von Menschen, die relativ spät im Leben an Autismus erkrankt waren,  durch die Gabe eines Antibiotikums verringern. Das Mittel greift Darmbakterien an, die bei der Störung vermehrt vorkommen.

Das hebt die Laune

  • Signale für den Kopf: Darmkeime stellen Stoffe her, die auch im Gehirn wirken, da­runter Neurotransmitter wie Dopamin. Es steigert den Antrieb.  
  • Joghurt für die Emotionen: Das Essen des Milchprodukts kann bei Frauen die Verarbeitung von Emotionen verändern, wie Forscher der Universität von Kalifornien zeigten.
  • Vitamine für die Stimmung: Wer viel Obst und Gemüse isst, profitiert auch mental. Das Bindeglied könnte das Mikrobiom sein.