Stuhl

Der Stuhl (auch Kot, medizinisch: Fäzes) ist das Ausscheidungsprodukt des Verdauungstraktes
von Dr. med. Alexandra Kirsten, aktualisiert am 13.04.2017

Stuhl wird bei Verdauungsvorgängen im Darm gebildet und besteht zu einem hohen Anteil aus Wasser. Den festen Anteil bilden unverdauliche und unverdaute Teile der Nahrung sowie Ballaststoffe. Zusätzlich enthält der Stuhl abgestoßene Zellen der Darmschleimhaut und Schleim. Bakterien der normalen Darmflora und deren Gärungs- und Fäulnisprodukte machen einen beachtlichen Teil des Trockengewichts des Kots aus.

Der Entleerungsrhythmus schwankt von Mensch zu Mensch. Von zweimal täglich bis alle drei Tage kann durchaus normal sein. Ein Richtwert ist mindestens dreimal pro Woche – so verhält es sich bei den meisten.

Bei Krankheiten kann der Stuhl auch andere, normalerweise nicht vorhandene, Bestandteile enthalten. Dies können unter anderem Blut- und Eiterauflagerungen bei Reizdarmerkrankungen, Infektionen, Tumoren und Hämorriden sein. Unverdaute Nahrung im Stuhl kommt vor allem bei Darminfektionen und Verdauungsstörungen vor. Liegt eine Infektion mit Parasiten wie Würmern vor, können auch diese im Stuhl mit abgehen.

Normales Aussehen: Normalerweise ist der Stuhl einheitlich gelblichbraun bis dunkelbraun und von weicher klar geformter Konsistenz. Verschiedene Krankheiten können aber dazu führen, dass der Stuhl andere Beschaffenheiten annimmt. Die tägliche Stuhlmenge, hängt von der Ernährung ab. Normalerweise scheidet der Mensch durchschnittlich 100 bis 200 Gramm Stuhl pro Tag aus. Bei Fasten und bei ballaststoffarmer Ernährung ist die Menge geringer, bei vegetarischer (zellulosereicher) Ernährung kann sie ansteigen (bis zu 1000 Gramm pro Tag).

Stuhluntersuchung: Stuhluntersuchungen sind ein wichtiges Mittel zur Diagnosestellung in der ärztlichen Praxis. Der Stuhl wird unter anderem auf Beschaffenheit, Farbe, Gewicht und Geruch hin untersucht. Veränderungen können einen Hinweis auf mögliche Erkrankungen geben.

Veränderte Farbe: Die charakteristische Farbe entsteht durch Stercobilin, Bilifuscin und Mesobilifuscin, Abbaustoffen des Gallenfarstoffs Bilirubin. Sie kann sich vorübergehend durch Nahrungsmittel (zum Beispiel Spinat) und Medikamente (zum Beispiel Eisentabletten) verändern. Liegen aber Verfärbungen vor, die sich nicht durch die Ernährung erklären lassen, können sie einen Hinweis auf Erkrankungen des Darms, Stoffwechselstörungen oder Infektionen liefern.

Blut im Stuhl kann zu unterschiedlichen Färbungen führen und sollte unverzüglich von einem Arzt untersucht werden:

Eine hellrote Färbung deutet auf frische Blutungen im unteren Darmabschnitt (Dickdarm, Enddarm) hin, die bei Tumoren, schweren Entzündungen und mitunter auch bei Durchfall auftreten können. Hellrotes, dem Stuhl aufgelagertes Blut kann zum Beispiel auf Hämorriden, eine Analfissur, aber auch auf ein kolorektales Karzinom oder Analkarzinom hindeuten.

Blutungen im oberen Magen-Darm-Trakt (Speiseröhre, Magen, Zwölffingerdarm) verursachen hingegen schwarzen Stuhl. Er wird als Teerstuhl oder Meläna bezeichnet. Schwarzer Stuhl kann aber auch als Medikamentennebenwirkung, zum Beispiel durch Eisenpräparate und Kohletabletten vorkommen.

Auch rot-brauner Stuhl, verbunden mit einem eventuellen Wechsel zwischen hartem und weichem Stuhl sowie Blut und/oder Schleim in und auf dem Stuhl sollte immer von einem Arzt abgeklärt werden. Die Urache können zum Beispiel Dickdarmpolypen, Divertikel im Darm, Meckel-Divertikel aber auch Darmtumoren sein.

Grünlicher oder gelblicher Durchfall ist meist ein Hinweis auf eine bakterielle Darmentzündung (Enteritis), beispielsweise eine Infektion mit Salmonellen (Salmonellose).

Veränderte Beschaffenheit, Gewicht und Geruch: Kot kann bei Durchfall dünnflüssig-schleimig, bei Verstopfung fest und hart werden. Bei Kotsteinen erscheint der Stuhl extrem eingedickt und hart, bei Fettstühlen voluminös und glänzend. Bei Verengungen im Darm kann er bleistiftförmig oder schafkotähnlich (sehr feste, kleine Stuhlbrocken) werden.

Sind große Stuhlmengen nicht durch die Ernährung verursacht, kann dies ein Anzeichen für ungenügende Aufnahme der Nahrungsbestandteile aus dem Darm sein. Bei deutlich mehr Stuhlgängen als üblich spricht man von Durchfall (Diarrhoe). Eine extrem verringerte Stuhlmenge bezeichnet man als Verstopfung (Obstipation). Auch eine unzureichende Trinkmenge kann zur Verstopfung führen. Wird dem Organismus nicht genügend Flüssigkeit zugeführt, können die unverdaulichen Reste im Darm nicht ausreichend quellen.

Blut oder Schleim in und auf dem Stuhl in Verbindung mit Durchfällen, Bauchschmerzen und –krämpfen deuten manchmal auf eine Darmentzündung (Enteritis), Colitis ulcerosa oder Crohn-Krankheit hin.

Störungen der Fettverdauung (Steatorrhö) können sich in großen Mengen übelriechenden grauen Stuhls äußern. Ein lehmgelber Stuhl, besonders in Verbindung mit einer Gelbfärbung der Haut oder Bindehäute, kann ein Hinweis auf eine Gelbsucht bei einer Gallenstauung oder einer Hepatitis sein.

Generell gilt: Da hinter Verdauungs-Problemen und / oder Stuhl-Auffälligkeiten zahlreiche Ursachen stecken können – darunter auch ernste – sollten sie unbedingt vom Arzt abgeklärt werden!

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.



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