Schutz vor einer Magen-Darm-Grippe

Infekte des Verdauungstraktes sind sehr unangenehm. Internist Thomas Stolz erklärt, wie Sie Magen-Darm-Probleme am besten behandeln oder wie Sie das Risiko senken, sich anzustecken

von Sophie Kelm, aktualisiert am 11.10.2018
Frau mit Bauchschmerzen

Übelkeit: Magen-Darm-Infekte sind oft sehr unangenehm


Wenn die Toilette plötzlich zum zentralen Thema im Leben eines Menschen avanciert, dann kann man meist davon ausgehen, dass er sich eine Magen-Darm-Grippe eingefangen hat. Eine wirklich unangenehme Erfahrung, selten fühlt man sich elender.

Wenn Sie in nächster Zukunft die unangenehmen Badezimmer-Aufenthalte vermeiden wollen, dann lesen Sie die Tipps von unserem Experten. Dr. Thomas Stolz ist Internist in der gastroenterologischen Schwerpunktpraxis Völklingen.

Was bedeutet "Magen-Darm-Grippe" eigentlich genau?

Dieser Erkrankung wird von Viren oder Bakterien hervorgerufen, die wir in der Regel über Nahrungsmittel zu uns nehmen. Sie befallen den Magen-Darm-Trakt. Dort reizen sie die Schleimhäute und rufen so Brechdurchfälle hervor.

Was kann man dagegen tun?

Magen-Darm-Infekte haben eine hohe Spontanheilungsrate. Das bedeutet, dass man oft gar nicht medikamentös eingreifen muss. Aber durch den Brechdurchfall verliert der Betroffene viel Wasser. Es ist also wichtig, darauf zu achten, dass der Patient genügend Flüssigkeit zu sich nimmt und auch den Elektrolytverlust ausgleicht. Bei Babys und älteren Menschen kann es notwendig werden, die Verluste mit einer Infusion zu stoppen.

Wann muss ich zum Arzt gehen?

Wenn die Erkrankung nach zwei Tagen nicht abklingt, sollte ein Mediziner zu Rate gezogen werden. Außerdem auf jeden Fall dann, wenn hohes Fieber oder Blut im Stuhl auftreten. Der Arzt kann mithilfe einer Stuhlprobe feststellen, ob eventuell gefährliche Erreger wie beispielsweise Salmonellen im Spiel sind. Zusätzlich kann der Arzt auch ausschließen, ob der Patient womöglich unter einer anderen Krankheit des Magen-Darm-Traktes leidet, wie beispielsweise Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa.

Wie schütze ich mich am besten vor einer Ansteckung?

Das ist schwierig. Aber auf jeden Fall sollte man verdorbene Lebensmittel meiden. Dasselbe gilt für empfindliche Nahrungsmittel, die lange Zeit ungekühlt aufbewahrt wurden. Vor allem im Sommer können sich Keime dann äußerst gut vermehren. Wenn ein Familienmitglied erkrankt ist, sollte man sich häufiger die Hände waschen, da ansteckende Erreger auf Türklinken oder anderen Orten im Haus lauern können. Allgemeine Hygienemaßnahmen sind hilfreich.

Sind die Noroviren besonders gefährlich?

Ja, das sind sie und zwar aus zwei Gründen. Erstens verursachen Noroviren besonders schwere Krankheitsverläufe. Der Flüssigkeitsverlust kann sogar so extrem werden, dass ältere Menschen schwere Kreislaufprobleme bekommen. Jüngere Patienten haben in der Regel einen stabileren Kreislauf. Natürlich sind auch schon Todesfälle aufgetreten, aber davor muss man sich im Normalfall nicht ängstigen.

Zweitens sind die Noroviren extrem infektiös. Auch bei penibler Einhaltung der Hygienemaßnahmen kommt es oft zu Übertragungen. Oft weiß man nicht einmal, wo man mit den Erregern in Kontakt gekommen ist.