Hämorriden: Untersuchungen, Diagnose

Oft deuten die Beschwerden schon auf die Erkrankung hin. Arztgespräch, körperliche Untersuchung und die Spiegelung der unteren Darmabschnitte sichern die Diagnose
aktualisiert am 01.02.2017

Der Arzt erkundigt sich zunächst nach den Symptomen. Untersuchungen bestätigen den Verdacht auf Hämorriden-Probleme

Brand X Pictures/ RYF

Viele Betroffene empfinden ihre Beschwerden als peinlich und warten deshalb lange ab, bevor sie einen Arzt aufsuchen.

Hämorriden? Nicht abwarten, zum Arzt gehen

Bei Hämorriden-Problemen handelt sich um ein weit verbreitetes Leiden, für das sich keiner schämen muss. In spezialisierten Praxen gehört die Hämorriden-Therapie mit zu den häufigsten Eingriffen. Gerade in den frühen Stadien ist eine Hämorriden-Behandlung meistens unproblematisch und wirksam.

Ein weiterer wichtiger Grund spricht für einen frühzeitigen Arztbesuch: Beschwerden wie Juckreiz oder Nässen sind zwar häufig durch vergrößerte Hämorriden verursacht. Öfter stecken jedoch andere Krankheiten dahinter, beispielsweise eine Analfissur oder ein Analekzem aufgrund von Kontaktallergien, Pilzinfektionen oder anderen Hauterkrankungen. Hinter Symptomen wie Blutauflagerungen auf dem Stuhl kann sich in seltenen Fällen sogar Darmkrebs verbergen. Dann ist eine frühe Diagnose und Therapie womöglich lebensrettend.

Erster Ansprechpartner ist oft der Hausarzt. Er kann zum Spezialisten überweisen – zum Beispiel einem Arzt mit der Zusatzbezeichnung "Proktologie", einem Proktologen (Spezialist für Enddarm-Erkrankungen).

Arztgespräch und Untersuchung

Der Arzt erkundigt sich nach den Beschwerden, der Krankengeschichte und den Lebensgewohnheiten des Patienten. Er fragt zum Beispiel nach Verdauungsbeschwerden oder nach Problemen beim Stuhlgang.

Dann folgt eine Tastuntersuchung der Analregion. Dabei können bereits Veränderungen, zum Beispiel Polypen oder Entzündungen auffallen. Stark ausgeprägte Hämorriden sind eventuell bereits mit bloßem Auge erkennbar. Leicht vergrößerte Hämorriden kann der Arzt allerdings weder direkt sehen, noch tasten. Deshalb folgt üblicherweise eine genauere Inspektion mit Hilfe optischer Geräte.

Endoskopie zur weiteren Abklärung

Endoskope ermöglichen dem Arzt eine exaktere Beurteilung des Analkanals (Proktoskopie) und des Enddarms (Rektoskopie). Die Untersuchung ist üblicherweise nicht schmerzhaft, dauert nur wenige Minuten und kann meistens ambulant in der Praxis erfolgen. Eine Vorbereitung des Enddarmes ist in der Regel für diese Untersuchungen nicht notwendig.

Bei Blutungen aus dem Darm, die sich nicht durch den Befund im Enddarm erklären lassen, wird der Arzt aber dazu raten, vorsichtshalber den gesamten Dickdarm mittels Dickdarmspiegelung (Koloskopie) zu untersuchen. So lassen sich ernste Ursachen wie Darmkrebs ausschließen.


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