Hämorriden: OP und andere Therapien

Der Arzt kann vergrößerte Hämorriden veröden oder abbinden, das Gewebe mit einer Naht raffen, oder in schweren Fällen operieren

aktualisiert am 01.02.2017

Hämorriden-Probleme beheben: Je nach Stadium eignen sich verschiedene Eingriffe


Verschiedene Verfahren kommen zur Therapie vergrößerter Hämorriden infrage. Welches individuell am besten geeignet ist, sollte mit dem behandelnden Arzt entschieden werden. Er kann über die Vorteile und möglichen Risiken der einzelnen Therapieverfahren aufklären. Zu Sklerosierung und Gummibandligatur (siehe Grafiken) rät der Mediziner vor allem in frühen Krankheitsstadien.

Die Behandlung findet meistens ambulant in der Praxis statt, ist üblicherweise schmerzlos. Manchmal sind mehrere Sitzungen nötig. Den allermeisten Patienten kann auf diese Weise gut geholfen werden. Wichtig zu wissen: Nach einiger Zeit können sich erneut vergrößerte Hämorriden bilden.

Sklerosierung ("Verödung"): Womit werden Hämorriden verödet?

Der Arzt spritzt einen Wirkstoff in die vergrößerten Gefäßpolster ein, der das Gewebe verödet und schrumpfen lässt (siehe Grafik links). Das verursacht meist keine Schmerzen. Diese sogenannte Sklerosierung oder Verödungstherapie verringert die Durchblutung des Gewebes. Die Hämorride vernarbt, schrumpft auf ihre ursprüngliche Größe zurück, und der Druck lässt nach.

Die Methode eignet sich nur bei einer leichten Vergrößerung des Hämorridalgewebes. Meist sind mehrere Sitzungen erforderlich. Die Behandlung kann auch mit einer Gummibandligatur kombiniert werden. Nach einiger Zeit können sich allerdings erneut vergrößerte Hämorriden bilden. Bei Bedarf wird die Verödungstherapie mehrfach wiederholt.

Gummibandligatur

Der Arzt streift einen kleinen Gummiring über das vergrößerte Hämorriden-Gewebe. Das vorgefallene Hämorridalgewebe wird dadurch hochgezogen, überschüssiges Gewebe abgebunden. Das Blutgefäß, das die Hämorride versorgt, wird gedrosselt. Das überschüssige Gewebe wird dadurch nicht mehr durchblutet und stirbt ab. Nach einigen Tagen fällt es zusammen mit dem Gummiring einfach ab.

Allerdings ist das ambulante Verfahren nicht geeignet, wenn der Patient blutverdünnende Medikamente einnimmt.

Raffen

Bei der Rekto-Anal-Repair (RAR) wird das vergrößerte Hämorridalpolster umstochen und gerafft, die Fadenenden werden zusammengezogen und verknotet. So entsteht eine Art Lifting-Effekt: Die Nahttechnik fixiert die Hämorride dort, wo sie anatomisch eigentlich hingehört. Diese Operation erfolgt in Rückenmarks- oder Vollnarkose. Weil dabei keine Einschnitte mit entsprechenden Wunden erfolgen, verursacht das Raffen relativ geringe Schmerzen.
Eine weitere Möglichkeit ist die Doppler-gesteuerte Hämorridalarterien-Ligatur (HAL). Dabei werden die zuführenden Arterien, die die Hämorriden mit Blut versorgen, per Naht verschlossen. So verringert sich die Blutzufuhr, und die Gefäßpolster schwellen ab.

Außerdem gibt es die Möglichkeiten der Vereisung und Infrarot-Koagulation. Beide nehmen bei der Hämorriden-Behandlung jedoch einen geringen Stellenwert ein. Experten schätzen die Ergebnisse als wenig überzeugend ein.

Wann muss operiert werden?

Bei fortgeschrittener Krankheit hilft meistens nur eine Operation. Auch hier gibt es unterschiedliche Methoden. Die vergrößerten Hämorriden-Anteile werden unter örtlicher Betäubung oder Allgemeinnarkose herausgeschnitten.

In der Regel ist dazu ein kurzer Krankenhausaufenthalt nötig. In ausgeprägten Fällen muss der Chirurg eventuell die normale Anatomie des Analkanals wiederherstellen. Auch nach einer Operation sind Krankheitsrückfälle möglich.

Verbreitete OP-Technik: die Stapler-Methode

Bei dieser Form der Operation nutzt der Arzt ein spezielles Instrument (Klammernahtgerät, siehe Grafiken). Es entfernt einen Ring überschüssiges Gewebe im Bereich des äußeren Mastdarms und fügt die Schnittränder direkt mit Klammern zusammen. Als Vorteile dieses Verfahrens gelten eine kurze Operationsdauer, weniger Schmerzen und eine schnelle Heilung.

Die Staplermethode ist insbesondere bei fortgeschrittenen Hämorriden an mehreren Stellen (zirkulär) die Methode der Wahl. Bei vergrößerten Hämorriden in einem Segment ist eher eine konventionelle Operation empfehlenswert. Dabei schneidet der Spezialist die vergrößerten Hämorriden heraus und rekonstruiert den Analkanal (sogenannte Operationen nach Parks, Ferguson, Milligan-Morgan).


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