Colitis ulcerosa: Diagnose

Diverse Labortests liefern erste Hinweise auf die Krankheit. Sicher nachweisen lässt sich die Colitis ulcerosa jedoch nur durch eine Darmspiegelung
aktualisiert am 28.07.2016

Nimmt ein erfahrener Arzt einen Darm-Ultraschall vor, kann er mit dieser Methode die Stärke der Entzündung abschätzen

Thinkstock/Hemera

Besteht der Verdacht auf eine Colitis ulcerosa, nimmt der Gastroenterologe (also ein Magen-Darm-Spezialist) verschiedene Untersuchungen vor.

Körperliche Untersuchung: Hierbei tastet der Arzt unter anderem den Bauch ab. Liegt eine Colitis ulcerosa vor, verspüren Patienten im linken Unterbauch häufig Druckschmerzen. Da die Krankheit im letzten Darmabschnitt beginnt, dem Mastdarm, inspiziert der Gastroenterologe außerdem den After und tastet diesen vorsichtig ab.

Blutabnahme, Stuhlprobe, Labortests: Um Hinweise auf eine Entzündung im Körper zu bekommen, nimmt der Arzt Blut ab und lässt Laborwerte wie das C-reaktive Protein (CRP) und die Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG) bestimmen. Diese Marker sind bei einer Colitis ulcerosa oft erhöht – müssen es aber nicht zwangsläufig sein. Manchmal lässt der Arzt zusätzlich Leberwerte wie gamma-GT (GGT) oder die alkalische Phosphatase (AP) abklären. Sind die Konzentrationen für diese Leberenzyme verändert, kann dies auf Begleiterkrankungen einer Colitis ulcerosa hindeuten, insbesondere auf eine primär sklerosierende Cholangitis.

Das Blutbild gibt darüber hinaus Auskunft, ob möglicherweise eine Blutarmut (Anämie) oder ein Mangel an Nährstoffen vorliegt. Beides kann bei dieser Darmkrankheit vorkommen.

Eine Stuhlprobe ist wichtig, da der Arzt damit andere Ursachen eines Durchfalls ausschließen kann. So können infektiöse Darmentzündungen (infektiöse Colitis), die durch Bakterien verursacht wurden, am Anfang ähnlich aussehen wie die Colitis ulcerosa. Diese Infektionen klingen aber meist nach wenigen Tagen bis maximal zwei Wochen ab. Besteht bereits eine Colitis ulcerosa, können ebenfalls Infektionen auftreten und als Schub fehlgedeutet werden. Vor allem Erreger wie Clostridien oder Cytomegalieviren spielen dabei eine Rolle. Besonders gefährdet sind Patienten dafür, wenn sie bereits mit Antibiotika und/oder Kortison (beziehungsweise anderen Immunsuppressiva) behandelt wurden.

Untersuchung des Magen-Darm-Trakts (Darmspiegelung und Ultraschall): Die wichtigste Methode, um eine Colitis ulcerosa nachzuweisen, stellt die Darmspiegelung (Koloskopie) dar. Der Arzt führt dabei einen schmalen Schlauch über den After in den Dickdarm ein, der mit einer Minikamera ausgestattet ist. Dadurch kann der Spezialist die Darmschleimhaut beobachten und zum Beispiel Geschwüre erkennen, wie sie bei einer Colitis ulcerosa vorliegen. Gleichzeitig entnimmt der Arzt Gewebeproben, die er im Labor untersuchen lässt. Anhand dieser Proben kann er feststellen, ob wirklich eine Colitis ulcerosa die Beschwerden verursacht oder eine andere Krankheit. Morbus Crohn – ebenfalls eine entzündliche Darmkrankheit – ruft beispielweise ähnliche Symptome hervor.

Im Verlauf der Erkrankung spielt der Ultraschall des Darms meist eine noch wichtigere Rolle als die Darmspiegelung. Der Grund: Bei Beschwerden kann der Gastroenterologe die Stärke der Entzündung und deren Ausdehnung mit dieser Methode gut erfassen. Allerdings sollte ein erfahrener Arzt, der sich mit Colitis ulcerosa auskennt, den Darmultraschall vornehmen.

Ein Teil der Patienten, bei denen die Erkrankung sicher festgestellt wurde, muss sich nach einer gewissen Zeit jährlich einer Darmspiegelung unterziehen (ab dem achten Jahr bei totaler Colitis und nach 15 Jahren bei linksseitiger Colitis). Denn wer viele Jahre unter der Colitis ulcerosa leidet, dessen Risiko für Dickdarm- und Mastdarmkrebs erhöht sich. Haben Colitis-Betroffene gleichzeitig eine primär sklerosierende Cholangitis (mehr siehe Kapitel Symptome), kommt bei ihnen Darmkrebs deutlich gehäuft vor. Diese Erkrankten sollten sich ab dem Zeitpunkt der Diagnose einmal im Jahr einer Darmspiegelung unterziehen. Der Arzt untersucht dabei jegliche Veränderung im Darm genau und entnimmt erneut Gewebeproben. Anhand derer kann er auf bösartige Veränderungen schließen.


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