Analfissur (Afterriss): Ursachen und Risikofaktoren

Wird die Analhaut stark beansprucht – etwa durch zu harten Stuhl – kann sie einreißen
23.04.2013

Verdauungsprobleme sind nicht nur lästig, sie können auch eine Analfissur begünstigen

iStock/Nina Malyna

Was genau zu einem Afterriss führt, wissen Forscher noch nicht genau. Die Beschaffenheit des Stuhls scheint aber eine große Rolle dabei zu spielen, ob es zu einer Analfissur kommt. Wer beispielsweise an Verstopfung leidet, also einen harten Stuhlgang hat, kann eher die schmerzenden Afterrisse bekommen. Auch starkes Pressen beim Stuhlgang erhöht die Gefahr, dass die sensible Innenhaut im Analkanal (Anoderm) verletzt wird. Umgekehrt kann zudem Durchfall oder breiiger Stuhl die Afterrisse fördern.

Ein weiterer Risikofaktor: Hämorriden. Denn dabei ist das Anoderm bereits vorgeschädigt und kann leichter einreißen. Auch Infektionen – zum Beispiel eine Kryptitis (eine Entzündung im Bereich des Enddarms) – eine verminderte Durchblutung der Analhaut oder eine verkrampfte Schließmuskulatur im Anus können zu einem Afterriss führen.

Im Gegensatz zu den oben beschriebenen primären Fissuren, treten sogenannte sekundäre Analfissuren als Folge einer Erkrankung auf. So können Krankheiten wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa zu Einrissen im Analkanal führen.

Da ein Afterriss teils starke Schmerzen bereitet, kommt es häufig zu verhaltenem Stuhlgang. Durch den verhärteten Stuhl wird die Wunde jedoch zusätzlich gereizt, die Analfissur kann sich vertiefen. Das wiederum verstärkt die Schmerzen. In Folge verspannt sich auch die Schließmuskulatur, was die Probleme beim Stuhlgang erhöht. Außerdem wird das Anoderm durch die verkrampften Muskeln schlechter durchblutet, der Heilungsprozess verlangsamt sich. Die Patienten müssen versuchen, diesen Teufelskreis zu durchbrechen.

Wird eine Analfissur chronisch, treten oft typische Veränderungen am After auf. So kann sich eine Vorpostenfalte bilden. Diese Hautverdickung ist zwar weitgehend ungefährlich, stört jedoch bei der Hygiene. Ebenso kann sich ein Analfibrom (ein gutartiges Bindegewebsknötchen) entwickeln sowie narbige, wulstige Randwälle um das Geschwür herum.


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